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Stegen

06.04.2020

Das Coronavirus bremst auch die Dampfer auf dem Ammersee

Eigentlich sollte die Flotte der Ammersee-Schifffahrt wie jedes Jahr zu Ostern nach der Winterpause wieder in See stechen. Doch die Corona-Krise verzögert einen Start.
Bild: Julian Leitenstorfer/Archiv

Plus Wegen des Coronavirus entfällt der Saisonstart der Ammersee-Dampfer am Ostersonntag. Wann es losgehen kann, ist derzeit völlig offen. Schifffahrts-Chef Michael Grießer hofft auf ein Signal.

Die wegen der Corona-Krise noch mindestens bis zum Ende der Osterferien geltenden Ausgangsbeschränkungen bremsen auch die Dampfer am Ammersee. Der traditionelle Saisonstart am Ostersonntag fällt aus. Wann es in diesem Jahr „Leinen los“ heißen wird, ist noch vollkommen offen. Das sagt der Geschäftsführer der Seenschifffahrt, Michael Grießer. Er hofft aber, dass die Hochsaison ohne größere Beeinträchtigungen ablaufen wird.

Ostern ist immer der fixe Starttermin für die Dampfer – egal wie das Wetter ist. In den vergangenen Jahren schneite es sogar manchmal noch, als das erste Schiff in Stegen ablegte. Doch was das Wetter nicht schafft, vollbringt heuer die Corona-Krise: Die Dampfer bleiben erst einmal im Hafen. In der Woche nach Ostern hofft der Geschäftsführer der Seenschifffahrt, Michael Grießer, ein Signal zu bekommen, ob der Betrieb ab 20. April anlaufen kann. Einsatzbereit sei man jedenfalls, sagt Grießer, denn eigentlich sollte es am 12. April losgehen und auf diesen Termin hin waren alle Wartungsarbeiten ausgerichtet gewesen.

Was die Schifffahrt vom öffentlichen Nahverkehr unterscheidet

Die Ammersee-Dampfer fahren zwar nach Fahrplan, sie fallen jedoch nicht unter das ÖPNV-Gesetz, erklärt Grießer, sondern gelten wie etwa Bergbahnen als Ausflugsverkehr. Selbst am Chiemsee, wo die Schifffahrt von einem Privatunternehmen betrieben wird und die Schiffe auch von den Bewohnern der Inseln genutzt werden, um ans Land zu kommen, sei der Verkehr eingeschränkt worden. Dort dürften nur noch Bewohner die Schiffe benutzen, berichtet Grießer.

Das Coronavirus bremst auch die Dampfer auf dem Ammersee

Über die wirtschaftlichen Folgen der verkürzten Saison will Grießer momentan noch nicht spekulieren. Die wichtigste Zeit für die Schifffahrt beginne mit den Pfingstferien und ende mit den Sommerferien. „Vielleicht gibt es bei uns viele Menschen, die nicht in den Urlaub fahren und eine Schifffahrt unternehmen. Ich gehe aber auch davon aus, dass wir Einbußen bei den ausländischen Besuchern haben“, sagt Grießer. Allerdings spiele der ausländische Fahrgastanteil am Ammersee im Vergleich etwa zum Königssee eine untergeordnete Rolle.

Der Töpfermarkt sorgt sonst immer für einen schönen Start

Gelassen blickt der Schifffahrts-Chef auf den Umstand, dass der Dießener Töpfermarkt nicht im Mai, sondern voraussichtlich erst am zweiten Septemberwochenende stattfinden soll. Der Töpfermarkt sorge zwar oft für „einen schönen Start am Ammersee“. Aber er denke, was jetzt im Mai an Fahrgästen fehle, könnte vielleicht im September dazukommen. Die Unsicherheit sei auch bei den Charterfahrten zu spüren. Einige für Juni gebuchte Hochzeiten seien abgesagt worden. Doch diese Ausfälle seien leichter „verkraftbar“, als wenn der Linienverkehr bis weit in die Saison hinein nicht aufgenommen werden könnte.

2018 war ein Rekordjahr

Die Ammersee-Schifffahrt zieht jedes Jahr Hunderttausende Menschen an. Im bisherigen Rekordjahr der Schifffahrt, 2018, sorgte das oft trockene Wetter laut Grießer für über 300.000 Fahrgäste, ansonsten waren es in den vergangenen Jahren so an die 280.000 bis 290.000. Das Wetter ist oft ein entscheidender Faktor dafür, wie viel auf den Dampfern los ist. Schlecht für das Geschäft ist vor allem, wenn es viel regnet. Bei Wind, Regen und grauen Wolken ist eine Schifffahrt nicht ganz so schön, vor allem aber kann Dauerregen für Hochwasser am Ammersee sorgen. Steht das Wasser deutlich höher als sonst, muss der Schiffsverkehr unterbrochen werden, weil an den Stegen nicht mehr ein- und ausgestiegen werden kann. Das war beispielsweise 2013 zuletzt der Fall, und das wirkte sich entsprechend auf die Bilanz aus.

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