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Handwerkstradition

10.11.2017

Das Geheimnis des Geschmacks

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Semmeln und Brot aus unterschiedlichen Mehlsorten sowie Brezen gibt es schon seit 60 Jahren bei der Bäckerei Fischer zu kaufen. Damit erhält die Familie eine lange Handwerkstradition aufrecht. Bernhard und Andrea Fischer, hier vor ihrer Bäckerei im Hinteranger, feiern am 10. und 11. November mit Kunden 60-jähriges Bestehen.

Seit 60 Jahren bäckt die Familie Fischer nach alten Familienrezepten. Granatsplitter, Mohnkuchen und süße Amerikaner gehören zu den Spezialitäten. Aber auch Neues wird ausprobiert

Landsberg Seit dem 17. Jahrhundert wird im Hinteren Anger 341, an der Ecke zur Blatterngasse, nachweislich gebacken. Seit 60 Jahren hält die Familie Fischer in dem breiten cremefarbenen Haus mit terrakottafarbigen Absetzungen an Fenstern und Türen diese Handwerkstradition aufrecht. Bäckermeister und Konditor Bernhard Fischer, der die gleichnamige Bäckerei zusammen mit seiner Frau Andrea führt, ist einer der letzten seiner Zunft: Er ist der letzte in der Altstadt verbliebene Bäcker, der direkt vor Ort produziert und verkauft.

Den Laden mit angeschlossener Backstube hat er 1994 von seinem Vater Anton Fischer übernommen. Zum Start in die Selbstständigkeit wurde der Laden umgebaut und ein Stehcafé angeschlossen. Neben der Theke mit Blick auf die Straße laden bei schönem Wetter zwei Tische vor dem Laden zum sofortigen Genießen der Fischer-Spezialitäten und Kaffeegetränke ein. Wie sein Vater vor 60 Jahren bereitet Bernhard Fischer viele Sachen nach alten Familienrezepten zu, beispielsweise süße Amerikaner. Renner sind auch Granatsplitter und Mohnkuchen sowie runde Kuchen. „Die meisten Bäcker backen nur noch eckige Kuchen auf dem Blech, das ist einfach praktischer“, so Fischer.

So sehr ihm die Tradition am Herzen liegt, so gern probiert er Neues aus. In der Auslage findet sich australisches Gebäck oder ein Birnen-Walnuss-Kuchen. Glutenfreies Brot oder zahlreiche süße Teilchen aus eifreiem Mürbteig lassen die Herzen ernährungsbewusster Kunden höherschlagen. Schon seit Langem können sie beim Bäcker Fischer auch Dinkelbrot und Dinkelsemmeln ohne Weizenanteil erwerben. Gelebte Tradition ist im Hause Fischer der täglich frisch zubereitete Brezenteig. „Wir verwenden keine Teiglinge“, betont Fischer. Und darin liegt, da ist sich der Bäckermeister sicher, das Geheimnis des Geschmacks. „Unsere Brezen schmecken am Nachmittag noch genauso frisch wie am Morgen.“ Neben dem Laugengebäck bietet er weiße Brezen an: ohne Lauge, be-streut mit feinem Salz. Spezialitäten wie diese sowie die Tatsache, dass direkt im Haus frisch gebacken wird, stehen bei den Kunden hoch im Kurs.

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Viele, die nicht zu Fuß oder mit dem Rad kommen können, schätzen die Lage am Hinteranger auf ihrem Weg zur Arbeit und die Möglichkeit, vor der Bäckerei das Auto kurz stehen lassen zu können. 90 Prozent seiner Kunden kommen mit dem Auto, sagt Fischer.

Die im Haus integrierte Backstube und die kleine Küche ermöglichen es, auf Wünsche der Kunden einzugehen. Sandwiches werden den ganzen Tag über individuell belegt. „Die Kalkulation wird damit zwar etwas schwieriger, aber wir machen alles möglich“, sagt Bernhard Fischer. Und ist damit thematisch bei der programmierbaren Kasse, die es nicht mehr ohne Weiteres zulässt, einen Preis einzugeben. Doch damit beschäftige sich seine Frau, die alles rund um Computer und Organisation erledigt.

Fürs Handwerkliche ist er zuständig. Die Ideen haben beide gemeinsam, wenn zum Beispiel zum Ruethenfest oder Stadtfest Stadtweckerl ins Angebot kommen. Manche Ideen aber lassen auf sich warten – wie die Lösung der Nachfolgefrage, die noch nicht in Sicht ist. Mit den Kunden gefeiert wird am 10. und 11. November.

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