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Landsberg

22.11.2018

Das Klostereck kann warten, dafür wird die Kirche zum Konzertsaal

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In der ehemaligen Kapelle am Landsberger Klostereck war früher mal ein Blumenladen. Seit einem halben Jahr ist dort der „Projektraum“ untergebracht. Eigentlich sollten die Deckenfresken in dem Raum saniert werden. Doch das Projekt wird geschoben.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Der Blumenladen musste damals raus, jetzt werden die Decke und die Fresken am Landsberger Klostereck vorerst doch nicht saniert. Stattdessen wird kräftig Geld in die Klosterkirche gesteckt.

Die Renovierung der Decke und der Fresken im Klostereck in Landsberg wird um mindestens ein weiteres Jahr verschoben. Die dafür zunächst im Entwurf für den Haushalt 2019 eingeplante Position in Höhe von 220.000 Euro ist gestrichen worden. Stattdessen wurde im Finanzausschuss beschlossen, 100.000 Euro für die Klosterkirche aufzunehmen: Dort sollen Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Ziel ist dabei, die der Stadt gehörende Kirche vermehrt als Konzertsaal nutzen zu können. So lautete der Inhalt eines Antrags von Axel Flörke (Landsberger Mitte), den der Ausschuss bei drei Gegenstimmen (von UBV und ÖDP) befürwortete.

Einige Stadträte reagieren verwundert

Die Verwunderung über diese Prioritätensetzung ließ in der Sitzung nicht lange auf sich warten. Dr. Reinhard Steuer (UBV): „Das kriege ich nicht auf die Reihe. Zuerst muss die Dame mit dem Blumenladen raus, weil man dringendst die Fresken sanieren muss und jetzt warten wir mal ab, was wir da machen können.“ Auch Felix Bredschneijder (SPD) forderte von der Verwaltung klarere Aussagen ein: „Ich kenne keine Messung, dass die Blumen den Fresken geschadet haben. Ich möchte mal eine belastbare Aussage haben, wann dieses Fresko saniert werden muss, und warum das nicht richtig war, was wir vor drei Jahren aller Welt erzählt haben.“

Der offenbar nicht ganz freiwillige Auszug der Betreiberin des Blumenladens sorgte im Frühjahr für Wirbel in Landsberg. Unser Artikel dazu: Doch nicht so ganz freiwillig?

Wie wird der Raum nach Ende des Mietvertrags genutzt?

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Peter Huber vom Bauamt hatte zuvor schon erklärt, dass die momentan bis 31. März 2019 laufende Nutzung („projekt...raum“) unschädlich für die Decke sei, die entweder Dominikus Zimmermann selbst oder ein Schüler von ihm gestaltet hat. Im Übrigen sei auch noch nicht über eine künftige Nutzung diskutiert worden, dies müsse aber überlegt werden.

Mehr Infos über den Projektraum bekommen Sie in diesem Artikel: Kultur ohne Hemmschwelle

Dr. Reinhard Steuer wollte auch wissen, mit wie vielen Konzerten in der Klosterkirche zu rechnen sei und warum diese nicht in der neuen Aula der Mittelschule stattfinden könnten. „Es gibt verschiedene Anfragen“, antwortete Flörke, und verwies auf das Ensemble Trinità, das nicht mehr in der Johanniskirche auftreten wolle. Für deren Nutzung würden inzwischen „relativ hohe Mieten“ verlangt.

Außerdem, so hatte Flörke seinen Antrag begründet, sei es kaum noch möglich, klassische Musik in den katholischen Kirchen in Landsberg aufzuführen. Zugleich könnte der ehemaligen Klosterkirche der Ursulinen – sie ging in der Folge der Säkularisation 1810 in das Eigentum der Stadt über – eine sinnvolle Nutzung gegeben werden. Denn auch kirchlich werde das Gebäude kaum noch genutzt.

Die Aula ist angeblich keine Alternative für Klassikkonzerte

Die Mittelschulaula wäre für Kulturbürgermeister Axel Flörke keine Alternative für klassische Konzerte: „Gehen Sie mal in den Saal rein, da gibt es keine Orgel und die Akustik ist nicht so gut geeignet, dass man klassische Musik machen kann.“ Auch Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) unterstützte den Antrag Flörkes. „Jeder weiß, wie laut es in der Klosterkirche ist. Deshalb sind Schallschutzmaßnahmen notwendig und dann können wir uns auch in Ruhe Gedanken machen, was wir mit dem Klostereck machen.“ Dieser Schallschutz und eine Wärmeisolierung sollen nach der Idee von Axel Flörke ähnlich wie in der Säulenhalle hergestellt werden. Am Eingang wäre eine Glasfront mit einem Vorhang erforderlich. Laut Peter Huber vom Bauamt würden diese Baumaßnahmen etwa 100.000 Euro kosten.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

22.11.2018

Das ist die neue Definiton von "dringend erforderlich". Gibt es nur in der Landsberger Verwaltung und nicht im Wörterbuch...

Die Klosterkirche Verdient erhalten zu werden.
Landsberg und die Landsberger verdienen einen ehrlichen Umgang miteinander.
Irgendwo liegt der Fehler hier...

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