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Nominierung

06.06.2016

Das Knie hält ihn nicht von Olympia ab

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Für Judoka Tobias Englmaier erfüllt sich der Traum von Olympia ein zweites Mal.
Bild: Englmaier

Der Deutsche Judo-Bund hat Tobias Englmaier für Rio de Janeiro vorgeschlagen. Der 28-Jährige steht nach seiner Teilnahme in London 2012 vor seinen zweiten Spielen.

Der Traum eines jeden Leistungssportlers, einmal an Olympischen Spielen teilnehmen zu können, erfüllt sich für den Penzinger Judoka Tobias Englmaier heuer zum zweiten Mal. Der 28-Jährige ist seit dem Wochenende offiziell als deutscher Judoka in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm vom Deutschen Judo-Bund für Rio de Janeiro vorgeschlagen. Der Rest – die finale Nominierung durch den Deutschen Olympischen Sportbund – ist nur noch Formsache. Dabei war es eine Zeit lang eher fraglich, ob der Maschinenbau-Student tatsächlich ein zweites Mal nach 2012 an den Spielen aller Spiele teilnehmen kann. Eine alte Knieverletzung, die wieder aufbrach und eine erneute Operation erforderte, stellte alles infrage.

Ausschlaggebend für seine Nominierung die deutsche Olympia-Mannschaft war schlussendlich sein Weltranglisten-Platz. „20 glaube ich“, sagt Tobias Englmaier im Gespräch mit dem LT, unmittelbar nach seiner Rückkehr vom Trainingslager in Österreich. Mindestens Platz 22 hätte es sein müssen. Sein zweiter Platz beim Grand Prix in Tiflis/Georgien im März vergangenen Jahres gab bereits Anlass zur Hoffnung, die Qualifikation trotz Verletzungen zu schaffen.

Ende Juli also geht es jetzt Richtung Rio de Janeiro, wo der Penzinger dieses Mal mit einem besseren Ergebnis aufwarten möchte als vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in London. Auch wenn der Traum von einer Medaille aufgrund der verletzungsbedingten Rückschläge schwerer zu erfüllen sein wird. „Da hat mir mein Körper einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht“, ist Englmaier realistisch.

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Aber das Motto „Dabei sein ist alles“ reicht dem 28-Jährigen nicht. Er will soweit nach vorne kommen, wie es ihm möglich ist. Dafür wird jetzt noch einmal hart trainiert. Ausdauer- und Krafttraining stehen derzeit im Vordergrund. Denn das lädierte Knie spielt noch nicht so mit, wie es sich Tobias Englmaier wünscht. Aber er ist zuversichtlich, dass nach den Trainingslagern in Österreich, in Spanien und abschließend in Berlin die Zeichen auf Erfolg stehen.

Der Weg, den der Student, der mittlerweile ganz in München lebt, bis hierher gegangen ist, war nicht immer einfach. „Es gab durchaus auch Zweifel, das Ganze weiter zu betreiben“, erinnert sich der Judoka, der beim Judoclub Samurai in Landsberg im Alter von fünf Jahren mit dem Judosport begann. Vor allem seine häufigen Verletzungen hätten diese Zweifel hervorgerufen. „Es war gerade in der Junioren-Zeit viel, wenn ich mal drei Monate am Stück trainieren konnte“, beschreibt Englmaier seinen Weg. Und das Jahr 2015 habe ihm besonders schwer zugesetzt. Gleich drei-mal musste er aufgrund eines Innenbandrisses am Knie pausieren, zwei Operationen folgten und ein, wie er sagt, „zähes und teilweise langweiliges“ Aufbauprogramm.

Nichtsdestotrotz fasziniere ihn dieser komplexe Sport, die Auseinandersetzung mit dem Gegner und die Tatsache, dass „man immer unter Strom steht und kaum Möglichkeiten hat, im Wettkampf einen Fehler wieder auszubessern“.

Seit seinem zwölften Lebensjahr fährt Tobias Englmaier auf der Leistungssport-Schiene, die schnurgerade in Richtung Olympia verläuft. Mindestens vier bis fünf Stunden Training sind an den Wochentagen angesagt, am Wochenende gönnt sich Tobias Englmaier, der für den TSV Großhadern auf die Matte geht, einen freien Tag. Um den Körper zu regenerieren, und um „mein Studium voranzutreiben, ruhige Stunden mit der Freundin zu verbringen oder auch mal kurze Reisen zu unternehmen“.

Viel Zeit für „Alltägliches“ bleibt dem Olympioniken allerdings nicht. Für Tobias Englmaier aber ist das ganz selbstverständlich, denn seit seiner Schulzeit ist er an einen straffen Tagesplan mit dem Schwerpunkt Sport gewöhnt.

Jetzt kürt der „LT-Sportler des Jahres 2012“ die Mühen der vergangenen Jahre mit seiner zweiten Olympia-Teilnahme. Welche Platzierung am Ende herausspringen könnte, vermag er nicht zu prognostizieren. „Das hängt ja auch von der Auslosung ab und ob ich es tatsächlich schaffe, am Tag X in Topform zu sein.“ Natürlich wisse er, dass er gegen jeden Gegner sein Bestes geben muss – egal, wer es ist. Wenn er es sich wünschen dürfte, würde er gegen den Armenier Howhannes Dawtjan nicht antreten wollen. Gegen ihn nämlich war Englmaier bei den Olympischen Spielen 2012 in London in der ersten Runde ausgeschieden.

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