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Landsberg

16.06.2017

Das Landratsamt auf dem Schlossberg?

Einen wahrlich nicht sehr repräsentativen Anblick bietet derzeit das Areal auf dem Schlossberg. Zwei Landsberger meinen: Das ist der anspruchsvollste Bauplatz im Umkreis und verdiene es, durch das neue Landratsamt wieder aufgewertet zu werden.
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Einen wahrlich nicht sehr repräsentativen Anblick bietet derzeit das Areal auf dem Schlossberg. Zwei Landsberger meinen: Das ist der anspruchsvollste Bauplatz im Umkreis und verdiene es, durch das neue Landratsamt wieder aufgewertet zu werden.
Bild: Julian Leitenstorfer

Zwei Planer wollen durch ihr Konzept mit historischem Bezug der Stadt wieder „die Krone“ aufsetzen

Der Kreisausschuss des Landkreises Landsberg will sich am Dienstag auf einen wahrscheinlichen Standort des Landratsamtes verständigen. Bleibt es wie bisher an der Von-Kühlmann-Straße, ziehen Landrat Thomas Eichinger und seine Mitarbeiter langfristig auf den Schlüsselanger oder kommt es doch zur Entscheidung für den Landsberger Osten beim InCenter? Zwei Landsberger, Gerhard Klotz-Warislohner und Thomas Riemerschmid, haben jetzt noch einen weiteren Standortvorschlag eingereicht: den Schlossberg.

Es geht um nicht weniger als um den Mittelpunkt der Stadt, den anspruchsvollsten Bauplatz im weiten Umkreis. Es geht für die beiden gebürtigen Landsberger um die „Krone der Stadt Landsberg“ auf dem Schlossberg. Um deren Zukunft - das Areal auf dem Schlossberg - machen sie sich große Sorgen.

Einst „thronte“ dort oben der Landvogt auf der „Landespurch“. Er betrieb dort ein Landesgericht, laut Denkmalpflegeexperte Gerhard Klotz-Warislohner in der Funktion etwa dem heutigen Landratsamt vergleichbar. Die Diskussionen, das Areal inklusive der Schlossbergschule, einem ehemaligen Realschulbau aus dem Jahr 1905, in ein Hotel umzuwandeln, haben die beiden interessiert verfolgt und sind zu dem Ergebnis gekommen, das dies dem außergewöhnlichen Platz nicht gerecht würde. Eine Rekonstruktion der ehemaligen Burg sei zwar laut Gerhard Klotz-Warislohner kein Thema, jedoch sollte der Schlossberg so bebaut werden, dass die Neubauten die ehemaligen Gebäudefunktionen reflektierten.

Das schwebt den beiden vor

Die historischen Quellen würden sich dabei bestens eignen, Bezüge zwischen der ehemaligen Bedeutung und der neuen Bausubstanz herzustellen. So sehen die beiden die Möglichkeit, anstelle eines Hotels (Riemerschmid: „Steht einer öffentlichen Nutzung als Begegnungsort entgegen.“) dort etwa ein Gästehaus der Stadt zu etablieren oder etwa Wohneinheiten für das Personal des Schlossberges. Die ehemalige Schlosskapelle beziehungswiese dessen zu errichtendes Äquivalent könnte als interkonfessionelle Begegnungs- oder Gedenkstätte dienen, eine Galerie aufnehmen oder ein Ort für Wechselausstellungen sein.

Die Idee, Teile des Landratsamts („Verlegung der direktiven Ebene“) auf den Schlossberg zu verlegen, hätte laut Thomas Riemerschmid einige Vorteile: „Das Landratsamt bliebe damit größtenteils im Zentrum der Stadt.“ Einen einzigen, zentralen Bau, wie er am Penzinger Feld geplant ist, hält der Architekt eher für „fast antiquiert“.

Mit der Behörde wäre zudem ein öffentlicher, über entsprechende Mittel verfügender Bauherr gefunden. Dies würde für den Landkreis gleichzeitig zu Einsparungen in Millionenhöhe führen. Ideal auch die Verkehrsanbindung: Die Behörde könnte durch die bereits existierende Kavernengarage bequem angefahren und behindertengerecht direkt über einen Aufzug erreicht werden. Ein Café, Türme als Aussichtsplattformen, Ladenlokale und andere Nutzungen würden dort ein neues urbanes Zentrum schaffen.

„Historisch reflektieren – architektonisch transformieren“ umschreibt der Architekt Thomas Riemerschmid den gedanklichen Ansatz, den sie an Landrat Eichinger und auch an Oberbürgermeister Mathias Neuner weitergereicht haben. Sie hoffen, dass ihre Denkanstöße in der kommenden Woche im Kreisausschuss noch einmal entsprechende Wirkung zeigen. Gerhard Klotz-Warislohner: „Die einmalige Chance, den Schlossberg wieder zu bekrönen, sollte unbedingt genutzt werden.“

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