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Prozess

05.02.2015

Das Märchen von der Verfolgungsjagd

Wegen falscher Verdächtigung wurde ein Mann am Amtsgericht in Landsberg jetzt verurteilt. 

Angeklagter tischt Landsberger Gericht eine wenig glaubwürdige Geschichte auf

Um der Wahrheit auf die Spur zu kommen, mussten der Tatort besichtigt und zwei Verhandlungen am Amtsgericht Landsberg durchgeführt werden. Erst dann war für Gericht und Anklage klar, dass ein 26-Jähriger der Polizei ein „Märchen“ erzählt hat. Und so verurteilte Richterin Sabine Grub den fünffach vorbestraften Angeklagten wegen „falscher Verdächtigung“ zu sechs Monaten Haft auf Bewährung.

Die Version des Angeklagten lautete wie folgt: Ein ihm bekannter 24 Jahre alter Mann soll ihn im November 2013 mit dem Auto verfolgt und touchiert haben. Der 26-Jährige sagte, er sei dabei gestürzt und habe sich verletzt. Bei einer Verfolgungsjagd, jetzt zu Fuß, soll ihm sein Kontrahent das Handy aus der Hosentasche gezogen und gestohlen haben. Kein Wort davon nahm die Richterin dem Angeklagten ab.

Vor der Verhandlung am Amtsgericht hatte sich das Schöffengericht bereits im Juli vergangenen Jahres mit dieser Straftat beschäftigt. Allerdings unter umgekehrten Vorzeichen: Angeklagt war damals der Zeuge, weil er dem anderen angeblich das Handy geraubt haben soll. In letzter Sekunde, so Staatsanwalt Christoph Limmer, habe der 26-Jährige damals die „Notbremse gezogen“ und ein Geständnis abgelegt. Und somit verhindert, so die Richterin, dass möglicherweise ein Unschuldiger hinter Schloss und Riegel kam.

Sabine Grub kritisierte dennoch, dass erst ein größerer Ermittlungsaufwand betrieben werden musste, ehe der Angeklagte von seiner wahrheitswidrigen Darstellung Abstand genommen habe. Warum er das gemacht habe, wollte oder konnte er vor Gericht nicht erklären. Etwas nebulös war von Drogen die Rede. Und davon, dass er am „Tag der Tat“ ziemlich schlecht drauf gewesen sei. Zu einem „Es tut mir leid“ reichte es im Gerichtssaal dann doch noch. Und dazu, dass er das Urteil „sechs Monate Haft mit Bewährung für drei Jahre“ akzeptiere. Hinzu kommen 120 Stunden gemeinnützige Arbeit. 

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