Newsticker

"Der Winter wird schwer": Merkel verteidigt massive Kontaktbeschränkungen
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Das Moritz muss nicht schließen - es gibt es bald doppelt

Landsberg

27.05.2015

Das Moritz muss nicht schließen - es gibt es bald doppelt

Das „Moritz“ ist über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts München bestätigte die Einschätzung der Stadtverwaltung, dass dort monatlich nur zwei Tanzveranstaltung stattfinden dürfen. 
2 Bilder
Das „Moritz“ ist über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts München bestätigte die Einschätzung der Stadtverwaltung, dass dort monatlich nur zwei Tanzveranstaltung stattfinden dürfen. 
Bild: Thorsten Jordan

Es ist ein Gerücht, dass der Club "Moritz" in Landsberg schließen muss. Trotz Gerichtsurteil geht es weiter, wie bisher. Ende Juli eröffnet ein weiterer Club.

Es ist ein Gerücht, dem Claus Moritz klar widerspricht. Immer wieder muss der Betreiber des Landsberger Clubs „Moritz“ erklären, dass die Lokalität am Waitzinger Berg nicht schließen muss. Ende März hatte ein Urteil des Verwaltungsgerichts München lediglich eine Klage des Betreibers abgewiesen, die sich gegen einen Bescheid der Stadt richtete, der Tanzveranstaltungen im „Moritz“ auf zwei im Monat beschränkt. Das Ende der über die Landkreisgrenze bekannten Lokalität bedeute dies aber noch lange nicht, sagt Claus Moritz. Er hat bereits ein weiteres Projekt in Planung: das „Moritz Schongau“, das am 25. Juli eröffnen wird.

Claus Moritz und sein Anwalt wollen den nächsten Schritt gehen

Rechtskräftig ist das Urteil des Verwaltungsgerichts erst mit der Zustellung der Begründung an die beteiligten Parteien. Dies ist bislang aber nicht erfolgt, wie Christina Schnölzer, die Pressesprecherin des Verwaltungsgerichts, auf Nachfrage unserer Zeitung sagt. Nach einer mündlichen Verhandlung vor Ort (LT berichtete) Ende März hatte das Gericht bereits am Tag danach das Urteil gefällt. Das Verwaltungsgericht München hatte darin keine Berufung gegen das Urteil zugelassen. Allerdings kann der Betreiber in nächster Instanz, beim Verwaltungsgerichtshof, einen Antrag auf Zulassung der Berufung stellen, wie Christina Schnölzer unserer Zeitung sagte. Genau diesen Weg wollen Claus Moritz und sein Anwalt Uwe Budäus aus Augsburg gehen.

Ernst Müller, der Leiter des städtischen Amts für öffentliche Sicherheit und Ordnung, das den Bescheid ausgestellt hat, hatte Ende März gegenüber dem Landsberger Tagblatt gesagt, er werde nicht tätig werden, solange die Urteilsbegründung nicht da ist. Liege sie aber vor, werde er sie prüfen. „Wenn ich die Begründung als wasserdicht erachte, werde ich mit dem Betreiber sprechen“, sagte Ernst Müller. Auch Claus Moritz wünscht sich dann ein Gespräch mit der Stadtverwaltung.

Claus und Angelika Moritz betreiben das „Moritz“, das in einem früheren Bierkeller der Waitzinger Brauerei errichtet wurde.
Bild: Thorsten Jordan

Anwalt Uwe Budäus geht davon aus, dass der Betrieb des „Moritz“ wie bisher weitergehen kann. Er sagt, weder Stadt noch Gericht hätten sich ansatzweise bemüht, eine Abgrenzung zwischen Vergnügungsstätte und Schank- und Speisegaststätte vorzunehmen. „Man kann nicht da ganze Objekt als eines sehen“, sagt auch Claus Moritz. Die Cocktailbar sei eigentlich gar nicht von dem Urteil betroffen. Im schlimmsten Fall müssten die Tanzveranstaltungen auf zwei im Monaten zurückgefahren werden. Sei das der Fall, könne er andere Wege einschlagen. Er denkt an Familienfeiern, Hochzeiten oder Betriebsfeste, die dann im „Moritz“ stattfinden könnten. Entsprechende Anfrage gebe es schon lange. „Ich muss nicht schließen“, sagt Claus Moritz.

Sein Anwalt sieht im seit 1979 gültigen Bebauungsplan einen weiteren Ansatzpunkt, Bescheid und Urteil infrage zu stellen. Allerdings wolle er erst die Urteilsbegründung abwarten, inwieweit der Bebauungsplan die Entscheidung des Gerichts beeinflusst hat. Wie bereits berichtet, schließt dieser Bebauungsplan, der die Altstadt und deren Zufahrtsstraßen betrifft, kerngebietstypische Vergnügungsstätten, also Diskotheken, aus. Bei der mündlichen Verhandlung Ende März hatte der Vorsitzende Richter Johann Oswald den über 30 Jahre alten Bebauungsplan in Frage gestellt.

Das Design wird Vielen bekannt vorkommen

Neben dem „Moritz“ betreibt Claus Moritz das Modecafé „Mocca“ und in Schongau das „Lagerhaus“. Ab Ende Juli wird er am Volksfestplatz in Schongau eine neue Lokalität eröffnen. Im März schloss dort das „PS“ seine Türen, das früher auch unter dem Namen „Walkie“ bekannt war. Seit April ist Claus Moritz damit beschäftigt, auf rund 400 Quadratmetern etwas Neues entstehen zu lassen. Geplant seien verschiedene Logen – im Sommer auch draußen – gemischte Musik und Themenabende. „Mal House, mal Black, mal 80er.“ Den Stil beschreibt er als „eher neuwertig, gemischt mit Altem“. Das Design werde den ein oder anderen an das halb so große „Moritz“ in Landsberg erinnern, das ja bekanntlich in einem ehemaligen Bierkeller einer Brauerei errichtet wurde.

Das „Moritz Schongau“ liegt nur einige Schritte beziehungsweise Treppenstufen vom „Lagerhaus“ entfernt. Die Bar befindet sich mitten in der Altstadt. Dort will Claus Moritz das Hauptaugenmerk wieder auf den Bar- und Restaurantbetrieb legen. Das Nachtleben soll am Volksfestplatz stattfinden, wo es auch ausreichend Parkplätze gebe.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren