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Geltendorf

08.01.2016

Das Nadelöhr bleibt bestehen

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Der dreigleisige Ausbau ist aus der Liste des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) für die Jahre 2015 bis 2019 gestrichen worden.
Bild: Thorsten Jordan

Stillstand beim dreigleisigen Ausbau der S4. Dabei wollte der Bayerische Verkehrsminister doch schnellstmöglich tätig werden.

Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann ist schon einmal mit der S4 von Fürstenfeldbruck nach München gefahren. Mitte Mai 2014 bei einem Pressetermin. Damals sagte er, er wolle die notwendigen Planungen für den dreigleisigen Ausbau der S4 zwischen Eichenau und Pasing schnellstmöglich voranbringen. Doch seither ist nichts passiert, das Nadelöhr bleibt bestehen, was auch die Zugpendler aus dem Landkreis wenig freuen wird. Aus der Liste des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) für die Jahre 2015 bis 2019 wurde die Maßnahme sogar gestrichen.

Der Landtagsabgeordnete Markus Ganserer (Grüne) hat die Bayerische Staatsregierung nach den Gründen gefragt, warum der Ausbau der S4 nicht mehr im Programm enthalten ist, in dem der Bund den Ländern Finanzhilfen für Investitionen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse gewährt. Auf seine Anfrage hin antwortete Verkehrsminister Herrmann: „Da eine Realisierung der Maßnahme aufgrund des noch frühen Planungsstandes im aktuell dargestellten Zeitraum des GVFG-Bundesprogramms als unwahrscheinlich bewertet werden muss, konnte eine Nennung noch nicht erfolgen.“

Für Markus Ganserer ist das eine fadenscheinige Ausrede. Er glaubt vielmehr, dass durch das Projekt „Zweite Stammstrecke“ eine Reihe anderer Maßnahmen zur Ertüchtigung des Münchener S-Bahnnetzes ausgebremst werden. Dabei könnte etliche Projekte mit weit weniger finanziellem und zeitlichem Aufwand realisiert werden. Auf eine weitere Anfrage der Grünen wurde deutlich, dass die Zweite Stammstrecke den Ausbau der S4 auch in Bezug auf Taktung und Linienverläufe ausbremst: „Die Planungen für das Startkonzept nach Inbetriebnahme der Zweiten Stammstrecke sind derzeit noch nicht abgeschlossen“, antwortete das Staatsministerium.

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Die Bürgerinitiative, die sich für den Ausbau der S4 einsetzt, kritisiert die Haltung des Verkehrsministeriums. „Wir werden auf einen dreigleisigen Ausbau verwiesen, ohne dass uns jemand glaubhaft eine Information über zukünftige Taktintervalle geben kann“, teilt die Bürgerinitiative in einer Pressemeldung mit. Zudem lasse die Staatsregierung die Pendler darüber im Unklaren, welche Verbesserungen ein dreigleisiger Ausbau – wenn er denn kommt – überhaupt bringen kann.

Es darf also weiter gerätselt werden, wie ein drittes Gleis zwischen Pasing und Eichenau verlegt und diese Maßnahme finanziert werden soll. Denn auch das ist offen, wie Gerda Hasselfeldt, die im Stimmkreis Fürstenfeldbruck gewählte Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, auf Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Kathrin Sonnenholzer und Herbert Kränzlein sagte: Da die Finanzierung der Maßnahme noch nicht geklärt sei, könne derzeit kein Zeithorizont für die Realisierung genannt werden.

Und so tut sich weiterhin nichts auf der S4, auf der täglich auch viele Pendler aus dem Landkreis Landsberg unterwegs sind. Wie bereits berichtet, war auch ein Vorschlag des Fürstenfeldbrucker Kreistags von der CSU-Mehrheit im Landtag abgelehnt worden, im Berufsverkehr Sprinterzüge einzusetzen. Und mit dem Fahrplanwechsel im Dezember folgte die nächste Enttäuschung für die Pendler aus Fürstenfeldbruck. Die neuen Doppelstockwagen halten am dortigen Bahnhof nicht mehr, weil der Bahnsteig zu niedrig ist. Zwei Regionalzüge halten jetzt nicht mehr in Fürstenfeldbruck. Dabei sind gerade diese Züge bei den Pendlern sehr beliebt.

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