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Landkreis Landsberg

05.04.2021

Das Osterfest als Kraftquelle in der Corona-Krise  

Landsbergs Stadtpfarrer Michael Zeitler und seine Amtskollegen gehen in ihren Osterpredigten auch auf die Corona-Krise ein.
Foto: Thorsten Jordan

Plus In den Predigten der Pfarrer im Landkreis Landsberg spielt die Corona-Pandemie eine wichtige Rolle. Warum gerade dieses Fest Hoffnung macht.

Zum zweiten Mal mussten die Pfarrer aus dem Landkreis das Osterfest unter besonderen Corona-Bedingungen mit den Gläubigen feiern. Das spiegelte sich auch in deren Predigten wider.

Mit der Kurzgeschichte „The Dome“ von Horrorautor Stephen King vergleicht Geltendorfs Pfarrer Thomas Wagner die aktuelle Situation: Eine Glaskuppel habe sich über die Gesellschaft gelegt, Kontakte nach ußen sind kaum mehr möglich. Wie in der Geschichte von King, in der ein Ort von einem Moment auf den anderen durch eine Kuppel von der Außenwelt abgeschlossen ist.

Der Lockdown verhindert das Miteinander

Ein ähnlich abgeschlossener Ort sei das Grab Jesu mit der schweren Steinplatte davor. Der Lockdown verhindere das Miteinander, wie der schwere Stein das Grab Jesu verschließe. Aber die Osterbotschaft zeige: Das Grab war dennoch leer und so gesehen sei Ostern die Befreiung von der „gläsernen Kuppel“, dem „Felsen“, der verschließt und Begegnung und Aufbruch verhindert. „Ostern schenkt uns die Hoffnung, dass die Botschaft vom leeren Grab, vom Leben über den Tod hinaus, Menschen ermutigt, Neuland zu betreten und Neues zu wagen.“

Gott habe die ganze Welt als Freiheitsraum für die Menschen geschaffen. Die Schöpfung als Neuland für den Menschen, und dieses Neuland zu bewahren und als Freiheitsraum für alle Menschen zu erschließen, sei eine Aufgabe für die Zukunft. Auch für die Kirchen.

Geltendorfs Pfarrer Thomas Wagner nahm in seiner Predigt Bezug auf eine Kurzgeschichte von Stephan King.
Foto: Julian Leitenstorfer (Archiv)

„Der Glaube ist ein Vogel, der singt, auch wenn die Nacht noch dunkel ist“ – der Satz des bengalischen Komponisten, Dichters und Philosophen Rabindranath Tagore bestimmte die Predigt von Eglings Pfarrer Friedrich Kahnert. Die dunkle Nacht spiegle die Sorgen nicht nur wegen der Corona-Pandemie, sondern auch allen anderen Krisen auf der Welt. „Es ist noch Nacht, aber dennoch singt in uns der Glaube. Es ist nicht das Pfeifen der Furchtsamen im Dunkeln. Es ist ein Vertrauen, das darauf gründet, dass Christus in der Nacht auferstanden ist“, so Kahnert.

Ostern lässt einen die Wirklichkeit neu wahrnehmen

Ostern decke das Dunkle und Schmerzhafte nicht einfach zu, doch Ostern lasse einen die Wirklichkeit neu wahrnehmen und mache Mut. „Der Glaube ist ein Vogel, der singt, auch wenn die Nacht noch dunkel ist – der Gesang in der Kirche mag in diesem Jahr verboten sein, das Lied von der Hoffnung im Herzen ist dennoch stärker als das Lied vom Tod“, sagte Eglings Pfarrer Friedrich Kahnert.

Welche Kraft die Botschaft „Er lebt“ besitze, betonte Landsbergs Stadtpfarrer Michael Zeitler. „Wir können sie spüren, wenn Angehörige nach einem Unfall auf die erste Nachricht warten und dann erfahren: Er lebt“, sagte Zeitler. „An Ostern erleben wir, wie Gottes Wort Leben schenkt.“

Das Wort Gottes muss weitergegeben werden

Die Botschaft „Jesus lebt“ bilde den Kern des Osterfestes und speziell der Osternacht. „Gottes Wort schenkt Leben, Gottes Wort will Leben ermöglichen“, so Zeitler. Nicht nur das Virus, sondern auch die Menschen selbst seien aber immer wieder die Verhinderer. Umso wichtiger sei es, dieses Wort Gottes weiterzugeben, denn „Gott will, dass wir leben, er will, dass wir nach diesen Monaten der dunklen Nacht wieder das hoffnungsvolle Licht eines neuen, frohen und lebensbejahenden Ostermorgens erleben dürfen“.

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