Newsticker

Personenschützer mit Corona infiziert: Heiko Maas in Quarantäne
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Das Radom in Raisting wird zur Geheimsache

Raisting

03.07.2020

Das Radom in Raisting wird zur Geheimsache

Wie es mit dem Radom in Raisting – auf unserem Archivfoto ist noch die Schutzhülle zu sehen, die im Februar bei einem Sturm beschädigt wurde – weitergeht, wird in Zukunft hinter verschlossenen Türen beschlossen.

Plus Der Kreistag Weilheim-Schongau berät hinter verschlossenen Türen, wie es mit der Raistinger Anlage generell weitergeht. Daran übt der „Förderverein Industriedenkmal Radom Raisting“ Kritik.

Der Kreistag des Landkreises Weilheim-Schongau hat vor Kurzem beschlossen, bei allen Themen, die Beteiligungsgesellschaften des Landkreises betreffen, grundsätzlich die Öffentlichkeit auszuschließen. Diese Regelung gelte auch für das Industriedenkmal Radom, das von der „Radom Raisting GmbH“, einer Tochtergesellschaft des Landkreises, betrieben wird. Daran übt der „Förderverein Industriedenkmal Radom Raisting e.V.“ jetzt Kritik, die er in einem offenen Brief an die Landrätin Andrea Jochner-Weiß ( CSU), zum Ausdruck bringt. Wir haben mit der Vereinsvorsitzenden Dr. Sabine Vetter gesprochen, die das Schreiben unterzeichnet hat. Wie mehrfach berichtet, war die Hülle des Radoms Anfang des Jahres bei einem starken Sturm beschädigt worden. Seitdem liegt die Antenne frei.

Sehen Sie im Ausschluss der Öffentlichkeit ein grundsätzliches Problem – oder nur im Zusammenhang mit dem Radom?

Vetter: Behördliche Beschlüsse, solange sie nicht Belange betreffen, die rechtlich durch Nichtöffentlichkeit geschützt werden müssen, sollten für alle Bürger transparent sein. Zur Frage, warum das Landratsamt Nichtöffentlichkeit beantragte, fehlt bislang eine Erklärung. Ich sehe hier einen demokratischen Rückschritt. Das Radom ist ein öffentlich zugängliches Denkmal, das von Steuergeldern finanziert wird. Somit haben die Bürger ein Recht auf Informationen.

Das Radom in Raisting wird zur Geheimsache

Worin sehen Sie eine Gefahr, wenn die Radom-Angelegenheiten nichtöffentlich behandelt werden?

Vetter: Wir Bürger können dann Beschlüsse des Kreistags zum Denkmal und seiner Nutzung nicht nachvollziehen, müssen sie hinnehmen. Wie im offenen Brief erwähnt, ginge es etwa um die durch den Sturm „Bianca“ Ende Februar entstandenen Schäden, Sanierungsmaßnahmen, ihre Kosten oder die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, die diesen Sommer erwartet werden. Möglichkeiten der zukünftigen Nutzung sollten mit den Bürgern auf Basis dieser Informationen diskutiert werden.

Welche Rolle hat der Förderverein beim Erhalt des Denkmals bisher gespielt?

Vetter: Im Förderverein sind viele ehemalige Mitarbeiter, Techniker und Ingenieure der Erdfunkstelle. Sie verhinderten den Abriss des Radoms mit der historischen Antenne 1, der ersten Satelliten-Bodenstation in Deutschland für weltweite Kommunikation. Inzwischen ist es ein „Denkmal von herausragender nationaler Bedeutung“.

Wie stellt sich der Förderverein denn die Zukunft des Radoms konkret vor?

Vetter: Ziel ist, die technische und historische Bedeutung des Denkmals fachgerecht zu präsentieren. Das könnten Wechselausstellungen sein mit originalen Geräten, die in unseren Archiven lagern. Aber auch Vorträge und Führungen zum Beispiel für Schüler. Zudem wollen wir Dokumente zur Technik und Geschichte des hier entwickelten Satellitenfunks zeigen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren