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Grünsink

07.10.2017

Das Summen der Alpakas

Beim Grasen bleiben die Tiere der Alpaka-Herde immer dicht zusammen. Aus der Wolle stellen Cornelia und Armin Hipp unter anderem Socken, Mützen, Bettdecken oder Seifen her und verkaufen sie in ihrem Hofladen.
Bild: Ulrike Reschke

Cornelia und Armin Hipp halten die Tiere aus Südamerika seit zweieinhalb Jahren. Jetzt eröffnen sie in Grünsink einen Hofladen. Über das Leben mit Wallach Ferdinand und Stute Bambi.

Verwegene Ponyfrisuren und ein neugieriger Blick – die Alpakas auf dem Hof der Familie Hipp sind besondere Hingucker. Auch wenn sie auf den ersten Blick so wirken, sind sie nicht flauschig. Ihr dichtes Fell ist nur im Babyalter, wie bei dem in diesem Juni auf dem Hof geborenen Nero, kuschelig weich. Nach der ersten Schur wird die Wolle fester, schließlich soll sie die aus Südamerika stammenden Tiere vor Kälte und Nässe schützen.

Die Wolle der Alpakas kann als Füllmaterial für Bettdecken, zum Stricken oder zur Seifenherstellung verwendet werden. Besonders weich aber ist die Baby-Alpaka-Wolle, mit der sich für Allergiker geeignete Handschuhe, Mützen oder Stulpen herstellen lassen. Eine große Auswahl an Alpaka-Produkten, darunter Strickwolle, Socken, Mützen, Bettdecken oder Seifen gibt es ab heute im Hofladen von Cornelia und Armin Hipp zu erwerben. Daneben bieten sie auch Spaziergänge mit den Tieren an.

Seit 2015 leben die Alpakas auf dem Hof im Hofstettener Ortsteil in Grünsink. Damals holten die beiden den Wallach Ferdinand und Stute Bambi zu sich. Schnell merkten sie, dass die beiden unzufrieden waren. „Sie haben die ganze Zeit gesummt“, erzählt Armin Hipp, „das ist ihre Art sich zu unterhalten“. Vier Wochen später trafen zwei weitere Stuten auf dem Hof ein. Die Tiere der kleinen Herde fanden schnell zusammen, das Summen von Bambi und Ferdinand verstummte. Inzwischen lassen sie nur noch schnarrende Geräusche hören, wenn sie Gefahr wittern.

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Seit die Alpakas bei ihnen leben, ist kein Fuchs mehr auf den Hof gekommen, sagt Cornelia Hipp. Zuvor habe der oft den Misthaufen verwüstet. Alpakas seien Fluchttiere und vielleicht gerade deshalb sehr wachsam. Ihr Gehör sei sehr gut. Trotz ihres knuffigen Aussehens sind Alpakas nicht zum Kuscheln geeignet. „Sie lassen sich nur von uns streicheln“, sagt Cornelia Hipp, „geben aber immer gern Nasenbussis“. Am Kopf mit der Strubbelfrisur, die zum Kraulen verleitet, dürfe man die Tiere nicht anfassen. Wem es aber gelingt, das Vertrauen eines Alpakas zu gewinnen, der darf es am Hals streicheln. Am Halfter spazieren führen, darf es jeder, der sich vorab angemeldet hat.

Mittlerweile leben sechs Tiere am Hof

Inzwischen leben sechs Alpakas auf dem Hof: neben dem Pärchen Ferdinand und Bambi sowie den Stuten Shakira und Dustina deren Fohlen Nero und der Wallach Santos. Die Tiere machen alles gemeinsam. Cornelia Hipp: „Sie fressen zusammen und gehen gemeinsam aufs Klo.“ Das sei wie bei Frauen. Wenn einer muss, müssen alle, meint sie und lacht. Anders als Pferde suchen sich Alpakas feste Stellen auf der Weide aus, die sie als Klo benutzen. Dabei erweisen sich die Tiere auch als Nützlinge für den Garten. Unter der Bezeichnung „Alpaka-Gold“ wird ihr Kot als effektiver Naturdünger angeboten.

Als Schwielensohler hinterlassen Alpakas keine Spuren auf der Wiese. Wer einmal einen warnenden Tritt mit den Hinterbeinen abbekommt, ist überrascht, dass dieser kaum schmerzt. „Die Füße sind unten ganz weich“, sagt Armin Hipp. Wenn sie sich bedroht fühlen oder ein Artgenosse der eigenen Fressstelle zu nahe kommt, könnten Alpakas auch spucken. Ferdinand warnt seine Besitzer damit auch, seiner Bambi, die er stets aufmerksam im Auge behält, nicht zu nahe zu kommen, wie Armin Hipp beim Scheren und Entwurmen der Stute bereits erfahren musste.

Alpakas brauchen sehr viel Auslauf. Die große Weide in Grünsink mit dem immer für die Tiere zugänglichen Unterstand möchte Armin Hipp demnächst sogar noch erweitern. Eine Besonderheit ist der kleine Aussichtshügel, von dem aus die Vierbeiner gern ihre Umgebung betrachten. Wer den Alpaka-Hof im Sommer besucht, kann Ferdi & Co beim Baden im Planschbecken beobachten. Abschließend geht es dann noch zur Fell- und Hautpflege in die Sandkuhle, die sich die Tiere selbst geschaffen haben.

Der Hofladen wird am heutigen Samstag eröffnet. Jeden Samstag können in dem von Armin Hipp gebauten Holzhaus zwischen 10 und 13 Uhr Alpaka-Produkte erworben werden. Cornelia und Armin Hipp sind unter Telefon 08196/934433 erreichbar.

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