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Schienenverkehr

29.12.2013

Das Warten auf den Ausbau der S-Bahn geht weiter

Bald herrscht wieder Hochbetrieb am Bahnhof in Geltendorf, Kritik gibt es von vielen Seiten am fehlenden viergleisigen Ausbau der S 4 bis München.
Bild: Thorsten Jordan

Vier Gleise sollen Kapazität der Strecke Geltendorf-München erhöhen. Innenministerium will Ergebnisse Anfang 2014 vorstellen

Derzeit genießen sicherlich viele Bahnpendler aus dem Landkreis freie Tage. Doch spätestens nach Dreikönig beginnt wieder der Alltag auf dem Weg zur Arbeit in den Großraum München: Dann stehen sie sich in überfüllten Waggons oder wegen ausgefallener Züge und Verspätungen am Bahnsteig die Beine in den Bauch. Abhilfe könnte der viergleisige Ausbau der S-Bahn-Strecke zwischen Geltendorf und München bei Buchenau schaffen. Doch das Projekt stockt.

Als im Mai bekannt gegeben wurde, dass die Finanzierung der Elektrifizierung sichergestellt ist, war die Erleichterung entlang der Bahnstrecke Lindau-Geltendorf groß. Allerdings, mit der Elektrifizierung wird auch eine Zunahme des Fernverkehrs einhergehen. Verkehrsexperten, wie der Präsident des Schweizer Fahrgastverbandes Töss-tallinie, Ralf Wiedenmann, rechnen daher mit einer Überlastung der heute schon an der Kapazitätsgrenze betriebenen zweigleisigen Strecke zwischen Geltendorf und München, die gleichzeitig von Fern- und Regionalverkehr sowie S-Bahn genutzt werde. Die versprochene Verkürzung der Fahrtzeit zwischen Zürich und München sei daher in Gefahr.

Auf einer Länge von 35 Kilometern tummeln sich die unterschiedlichen Züge auf zwei Gleisen zwischen Geltendorf und Pasing. Der viergleisige Ausbau zwischen Buchenau und Pasing wurde immer wieder verschoben, zuletzt sogar bis Eichenau verkürzt. Wie Wiedenmann sagt, sei der Streckenausbau zwischen Buchenau und Pasing im Herbst 2010 aus dem entsprechenden Bundesförderprogramm gestrichen worden und auch nicht in der neuesten Maßnahmenliste aufgeführt. Der im Großraum München aufgewachsene Verkehrsexperte hat sich jetzt in einem Schreiben an den neuen Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gewand, mit der Bitte, zusammen mit dem bayerischen Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU), den viergleisigen Ausbau endlich voranzubringen.

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An Innenminister Herrmann gerichtet ist ein Schreiben des Fürstenfeldbrucker Kreistags, in dem gefordert wird, den Ausbau der Strecke wieder auf die Liste des Förderprogramms zu setzen. Dieses Schreiben möchte auch der Landsberger Landrat Walter Eichner unterstützen. Er werde das Thema im Februar in der Sitzung des Kreisausschusses behandeln.

Bürgerinitiative: Strecke wird stiefmütterlich behandelt

Die im Landkreis Fürstenfeldbruck beheimatete Bürgerinitiative „S4-Ausbau jetzt“ hat Herrmann um ein Gespräch im Januar gebeten. Sie kritisiert, dass die Strecke „stiefmütterlich“ behandelt würde. Das Platzangebot in den Waggons sei zu Hauptverkehrszeiten schlechter als vor zehn Jahren. Im Normalfall würden die S-Bahnen nur alle 20 Minuten fahren. Ein Manko, das nicht einmal dadurch ausgeglichen werde, dass in Stoßzeiten ausschließlich Langzüge verkehren.

Anfang 2014 will das bayerische Innenministerium eine sogenannte Optimierung des viergleisigen Ausbaus der S4 vorlegen. Dies hätte eigentlich bereits im Dezember erfolgen sollen, doch das Thema sei zu komplex, heißt es aus dem Ministerium. Mit der Optimierung, also einer Ausbauvariante zwischen Eichenau und Pasing, die weniger Geld kostet, hatte im Frühjahr 2012 noch das für den Verkehr zuständige Wirtschaftsministerium eine Arbeitsgruppe beauftragt.

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