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Landsberg

10.01.2019

Das Wetter bringt den Busverkehr in Landsberg zum Erliegen

Der Landsberger Stadtbus musste am Donnerstag vorübergehend seine Fahrten einstellen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Nach dem Schneechaos muss der Landsberger Stadtbus pausieren. Die Schulen sagen den Nachmittagsunterricht ab. Buspassagiere müssen am Freitag mit Engpässen rechnen.

Der heftige Schneefall der vergangenen Tage hat am Donnerstag auch den öffentlichen Nahverkehr zeitweise in die Knie gezwungen: Am Donnerstagmittag wurde der Stadtbusverkehr in Landsberg kurzzeitig eingestellt. Aufgrund der schlechten Witterung und wegen Unfällen, informierte die Stadt. Horst Argesheimer, der Betriebsleiter der Firma Waibelbus in Landsberg, sagte: „Die Sicherheit der Fahrgäste geht vor.“ Als die Straßen am frühen Nachmittag zusehends vom Schnee frei geräumt waren, wurde der Linienverkehr gegen 13.30 Uhr wieder aufgenommen.

Tatsächlich waren im Laufe des Vormittags zwei Waibel-Busse in Unfälle verwickelt. In der Breslauer Straße in Landsberg und in Weil seien Pkw in die Busse gerutscht, berichtete Argesheimer. „Glücklicherweise waren wir nicht schuld.“ Auch verletzt worden sei niemand, es sei bei Blechschäden geblieben.

Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden im Busverkehr

Rutschende Fahrzeuge sieht Argesheimer als größten Gefahrenpunkt an. Und die Fahrbahnen werden aufgrund der Schneemengen immer enger: „Die Schneehaufen türmen sich und es ist fast nicht mehr möglich, durchzukommen.“ Nach den beiden Unfällen habe er sich mit dem Landratsamt in Verbindung gesetzt und entschieden, den Stadtbusverkehr einzustellen. Weiterzufahren brächte zudem außer Ärger nichts, da die Fahrpläne eh nicht mehr einzuhalten seien und auch Touren ausfielen: „Wir kommen in Verzug und das zieht sich dann immer weiter hinaus.“ Auf der Linie 70 von Landsberg nach Mering hätte sich bereits am Mittwochmorgen eine Verspätung von eineinhalb Stunden ergeben.

Mittags war noch nicht absehbar, wie lange die Busse pausieren müssen. Aber die Lage entspannte sich dann offenbar recht schnell wieder. Ab 13.30 Uhr waren wieder Stadtbusse unterwegs.

An den Schulen entfällt der Nachmittagsunterricht

Am Freitag will Argesheimer bereits um 4.30 Uhr in Landsberg sein, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Das könnte eine kurze Nacht für ihn werden. Am Donnerstag sei er von seinem Wohnort im Allgäu bis nach Landsberg eineinhalb Stunden unterwegs gewesen, die Fahrt habe doppelt so lang gedauert wie sonst. Schon jetzt steht für Horst Argesheimer nach 30 Berufsjahren in der Branche fest: „Dieser Schneefall ist ein Ausnahmezustand, so etwas habe ich noch nie gehabt.“ Die aktuelle Lage übertreffe auch noch die Schneefälle von Anfang März 2006.

Als sich am Donnerstagvormittag abzeichnete, dass sich die Schnee- und Verkehrslage weiter verschärfen würde, hatte das Landratsamt den Schulen bereits empfohlen, den Nachmittagsunterricht ausfallen zu lassen. Es sei zu befürchten, dass der Busverkehr am Nachmittag nicht mehr sicherzustellen sei, sagte Sprecher Wolfgang Müller kurz vor Mittag. Die Landsberger Gymnasien und die Johann-Winklhofer-Realschule hätten sich daraufhin entschieden, den Nachmittagsunterricht abzusagen. Wenige Minuten später teilte die Stadt Landsberg mit, dass der Stadtbusverkehr eingestellt werde.

Die Gelenkbusse haben Probleme

„Die Schulbuslinien hatten im Schnitt 30 Minuten Verspätung“, berichtet Dietmar Winkler, der für die Schülerbeförderung und den Öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis zuständig ist, über die morgendlichen Verbindungen. Von einem Totalausfall einer Linie weiß er aber nichts. Laut Winkler machen die schneebedeckten und glatten Straßen vor allem den Gelenkbussen zu schaffen. Dieser Bustyp habe den Antrieb hinten und wenn ein Fahrzeug am Berg einknicke, sei nicht mehr viel zu machen. Und im Landkreis gebe es viel Gelenkbusse. Problematisch seien auch Schneeverwehungen. „Eine Kollegin von mir hat am Donnerstagmorgen in Weil 40 Zentimeter Schnee auf der Staatsstraße gemessen.“

Die wegen der sich am Straßenrand türmenden Schneemassen immer schmäler werdenden Fahrbahnen machen auch den Begegnungsverkehr von großen Fahrzeugen immer problematischer: „Wir haben manchmal nur noch drei Meter Straßenbreite“, sagt Winkler. Da die Schülerbeförderung nur noch schwierig zu gewährleisten ist, wurde schulfrei gegeben. Dies bedeutet aber auch, dass nur noch die Busse fahren, die normalerweise auch in den Ferien unterwegs sind.

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