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Landsberg

14.10.2016

Das künftige Gesicht des neuen Quartiers

So wird der südliche Bereich der Bebauung an der Von-Kühlmann-Straße einmal aussehen.
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So wird der südliche Bereich der Bebauung an der Von-Kühlmann-Straße einmal aussehen.
Foto: Aldinger Architekten mit Kopperroth Architekten

 Stuttgarter Architekturbüro gewinnt den ersten Realisierungswettbewerb für Urbanes Leben am Papierbach. 14 weitere werden folgen.

Für Michael Ehret ist es ein besonderes Gefühl, als stünde man kurz vor dem angestrebten Ziel und nun setzt man endlich den Fuß über die Schwelle und steht mittendrin. Dieses Gefühl beschlich die eine Hälfte des Eigentümers „ehret&klein“ gestern bei der Präsentation der Ergebnisse zum Realisierungswettbewerb, denn nun nehme die Gestaltung des neuen Wohnquartiers „Urbanes Leben am Papierbach“ (ULP) so richtig Fahrt auf, werden aus einfachen Modellen Häusersilhouetten mit gestalteten Fassaden, Formen und Proportionen.

Es war am Freitag Monika Beltinger vorbehalten, den Wettbewerb für den ersten der Bauabschnitte zu erklären. Die geschäftsführende Gesellschafterin des Planungsbüros Lars Consult, das schon die Aufstellung des Bebauungsplans für die Stadt und nun auch die Wettbewerbe begleitet, berichtete, dass für den Realisierungswettbewerb fünf Büros eingeladen wurden. Acht Fachpreisrichter (erfahrene Architekten, Stadtbaumeisterin, Michael Ehret) und sieben Sachpreisrichter (Vertreter der Fraktionen und Oberbürgermeister) hatten darüber zu urteilen, wie die Architekten vor allem Teil 1 der Aufgabenstellung lösten: „Sie mussten mit der Identität eines ganz besonderen Ortes umgehen.“ der besondere Ort, das ist die Industriebrache der ehemaligen Pflugfabrik, eingebettet in die Natur und das historische Ambiente des Herkomer-Ensembles mit dahinter liegender, sichtbarer Altstadtsilhouette. Der erste von insgesamt 14 oder 15 Wettbewerben für das Quartier betraf den ehemaligen Schrem-Bau, der als eines der wenigen, dafür umso prägenderen Gebäude erhalten wird, und die Gebäude davor zur Von-Kühlmannstraße hin.

Schnell war offenbar klar, dass alles auf die Stuttgarter hinauslaufen würde. „Die Arbeit interpretiert das städtebauliche Konzept (Büro Morphologic) auf intelligente Weise“, ist in der Begründung der Jury zu lesen. Der aus vier Gebäuden bestehende Komplex, der an der Von-Kühlmann-Straße entstehen wird, zeigt eine „klare, ruhige und gut proportionierte Figur“.

Die Fassaden sind teilweise in geschlemmter Ziegelbauweise ausgeführt, was eine Reminiszenz an den Stein- und Ziegelbau in Landsberg wie etwa auch den Mutterturm ist. Jörg Aldinger: „Diese Technik ermöglicht die Liebe auf den zweiten Blick.“ Gleichzeitig legte Professor Jörg Aldinger großen Wert auf Zurückhaltung etwa in den zur Straße gewandten Balkonen, die kaum aus der Fassade hervortreten, dafür in Logien übergehen. Ebenfalls eine Anlehnung an die zahlreichen Innenhöfe in der Landsberger Altstadt ordnet Aldinger die vier Gebäude so an, dass sich ein spezieller, privater Innenhof ausbildet.

Das hält OB Neuner für sehr wichtig, denn das gesamte Wohnquartier ULP sei durch viel öffentlichen Raum gekennzeichnet: „Die Leute brauchen auch Rückzugsmöglichkeiten.“ Wichtig für die Jury und Monika Beltinger war aber auch die Ausstrahlung und eine hohe Qualität der Planung, schließlich sei gerade dieser erste Bauabschnitt aufgrund seiner prominenten und exponierten Lage „das künftige Gesicht des neuen Quartiers“.

Teil 2 der Aufgabenstellung betrifft Vorschläge für die Fassade des ehemaligen Karl-Schrem-Baus. Und auch da hat der Stuttgarter Entwurf die Nase vorn. Die Identität des ehemaligen Industriebaus werde durch die Planung erhalten, heißt es in der Begründung. Der Charakter werde äußerlich erhalten („Da ist das alte Gebäude noch da“), in der Innengestaltung aber eine neue Nutzung ausgebildet.

Stadtbaumeisterin Birgit Weber, die sich über den Ausgang des Wettbewerbs sehr zufrieden zeigte, glaubt, dass Aldinger-Architekten „die Latte für die anderen Wettbewerbe sehr hochgelegt habe.“

Ausstellung

Damit die Bevölkerung den Baufortschritt des Quartiers selbst miterleben kann, ist direkt im Schrem-Bau eine Ausstellung eingerichtet, die sukzessive erweitert wird. Eröffnung der Ausstellung im Karl-Schrem-Bau (einfach den weißen Kreisen am Boden folgen) ist am Freitag, 21. Oktober, um 13 Uhr in der Von-Kühlmann-Straße 25. Dauer der Ausstellung: bis 3. November. Geöffnet: Montag bis Freitag, 16 bis 19 Urh und Samstag, 14 bis 16 Uhr.

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