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Planung

02.05.2019

Das neue Landratsamt als Eingang zur Stadt

Das neue Landratsamt als Eingang zur Stadt
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Ein Architektenbüro aus München macht beim städteplanerischen Wettbewerb das Rennen. So könnte das neue Gebäude der Kreisbehörde, das im Osten der Stadt geplant ist, aussehen. Jetzt wird wegen der Grundstücke verhandelt

„Vielleicht liegt das neue Landratsamt ja an einer Thomas-Eichinger-Straße“, scherzte Landsbergs Oberbürgermeister, und der Landrat lachte. Beide zeigten sich von den Plänen für den Teilneubau des Landratsamtes, der am Penzinger Feld entstehen soll, begeistert. Sie sprachen von einem schönen Stadt-Entrée im Osten. Am Dienstag wurden die Ergebnisse des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs präsentiert. Zwölf Arbeiten waren eingereicht worden. Sie sind bis Ende nächster Woche im Foyer des Landratsamtes zu sehen. Den Zuschlag erhielt das Büro „Zwischenräume Architekten und Stadtplaner“ aus München. Während der Siegerentwurf demnächst im Stadtrat behandelt werden soll, stehen vorab Grundstücksverhandlungen an. Denn die Fläche, auf der das neue Landratsamt entstehen soll, ist bislang noch nicht im Besitz des Landkreises.

Nein, nach wie vor herrscht nicht so richtig Sonnenschein zwischen Stadt und Landkreis. Daraus machte OB Neuner bei der Präsentation der Ergebnisse des Wettbewerbs keinen Hehl. Dass die Kreisbehörde mit einem Teil und später einmal ganz an den „sensiblen Ort“ Penzinger Feld abwandert, werde nach wie vor sehr kontrovers diskutiert. „Es soll ja einen Mehrwert für die Stadt bieten. Wir wollen die Innenstadt stärken und möglichst viele Leute in der Stadt halten.“ Er befürchte bei einem Komplettumzug ein Ausbluten der Stadt. Mit der Stelle, an der der Siegerentwurf das neue Landratsamt platziert (weiter östlich), ist er sehr zufrieden. „Das Landratsamt passt dort hin“, sagte der OB und sah den Blick auf das Wahrzeichen Bayertor von Osten her weiterhin frei. Landrat Thomas Eichinger freute sich über das Ergebnis und betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit von Landkreis und Stadt bei diesem Projekt sei. Dabei verwies er auf das gleichmäßig besetzte Preisgericht, dem auch etliche Fachleute angehörten.

Darin vertreten waren neben Eichinger und Neuner Landsbergs Zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl sowie Stadtrat Berthold Lesch und die beiden Kreisräte Alexander Herrmann und Josef Loy. Betreut wurde der Wettbewerb von der Planungsgesellschaft Lars consult und Monika Beltinger. Die Regierungsbaumeisterin erläuterte die drei platzierten Entwürfe und ging auf den Sieger ein. „Wir haben hier eine bauliche Staffelung von unterschiedlichen Bautypologien.“ Der Architektenentwurf sieht demnach für das rund 20 Hektar große Areal Gewerbeflächen im nördlichen Teil vor. Zur A96 hin sind von Osten nach Westen orientierte Gewerbehallen geplant. Sie sollen als Schallschutz für das gesamte Gebiet dienen. Das Zentrum bilden weiter südlich Handwerkerhöfe. Den südlichen Abschluss bilden nord-süd-orientierte Gewerbezeilen.

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Das Landratsamt befindet sich östlich des ursprünglich vorgesehenen Grundstücks im Süden der Fläche. Für das Verwaltungsgebäude ist ein Kubus mit einer hofartigen Baustruktur vorgesehen. Er kann nach Osten hin erweitert werden. „Es gibt eine offene Halle mit einem Innenhof“, erläuterte Mechthild Siedenburg von „Zwischenräume Architekten und Stadtplaner“, die mit ihrem Büro ein Preisgeld in Höhe von 23000 Euro entgegennehmen darf. Erschlossen wird das Gebiet über den vorhandenen Kreisverkehr. Eine zusätzliche Abfahrt vom Autobahn-Kreisel ist laut Preisgericht abzuwägen, genauso wie die Prüfung einer eigenen Busspur. Laut Planern seien gute Verkehrswege für Radfahrer bereits vorgesehen. Darüber hinaus sollen die Parkflächen mit Bäumen versehen werden.

„Die landschaftsplanerischen Vorschläge sind bei dieser Arbeit ausgesprochen vielfältig und erzeugen individuelle Bilder für das neue Baugebiet – sowohl die Baumschollen an der Autobahn, wie auch der waldartige östliche Grundstücksrand, der als Zufahrt dient, erzeugen eigenständige Atmosphären“, heißt es in der Begründung des Preisgerichts. Eine hohe Aufenthaltsqualität verspreche der zentral gelegene Mittagspark.

Noch völlig offen sind laut Landrat Thomas Eichinger die Baukosten. Die Kostenschätzung von 30 Millionen Euro stamme es aus dem Jahr 2015. Bis Ende des Jahres könnte der Realisierungswettbewerb abgeschlossen sein. Zeitgleich geht es für die Stadt darum, das Bauleitverfahren fortzuführen. Eichinger sieht den frühesten Einzugstermin im Jahr 2023.

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