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Landkreis Landsberg

04.11.2019

Das sagen Fußballer aus dem Landkreis zum Trainerwechsel beim FCB

Blick zurück: Nico Kovac und der FC Bayern gehen getrennte Wege. Das LT hat sich bei Fußball-Fans und Trainern im Landkreis umgehört, wie sie die Trennung sehen und wen sie als Nachfolger für Kovac gerne hätten.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Plus Nach dem Kovac-Aus: Wer soll neuer beim FC Bayern werden? Das LT hat sich bei Fußballfans und Trainern im Landkreis umgehört.

Wirklich überraschend war die Nachricht nicht, dass der FC Bayern München und Trainer Nico Kovac ab sofort getrennte Wege gehen. „Längst überfällig“ sagen auch einige Fußball-Experten aus dem Landkreis Landsberg. Und es kamen interessante Vorschläge für den Kovac-Nachfolger - und ein absolutes Nein zu einem möglichen Kandidaten.

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Das 1:5 in Frankfurt am vergangenen Bundesligaspieltag bedeutete das endgültige Aus für Kovac. Aber der Knackpunkt sei bereits das Pokalspiel gegen Bochum gewesen, meint jedenfalls Alexander Wilbiller, der seit vielen Jahren Mitglied in einem Bayern-Fan-Club ist.

Alexander Wilbiller, Torjäger beim SV Igling, fände es witzig, würde man Jupp Heynckes zurückholen.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Der Torjäger des SV Igling sieht die Trennung als „absolut richtig“ an. „Eigentlich hat Kovac nicht viel falsch gemacht“, sagt Wilbiller, aber der Trainer sei eben das schwächste Glied in der Kette. Deshalb tue ihm der Ex-Bayern-Trainer auch ein bisschen leid. Als Nachfolger wirft er einen alten Bekannten in den Ring: „Jupp Heynckes, das wäre doch wirklich witzig“, sagt Wilbiller und lacht.

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Nach hohen Niederlagen greifen die Mechanismen der Branche

Einer kommt schon mal nicht infrage: Uttings Coach Peter Bootz. „Ich habe hier so einen Knebelvertrag, da komme ich nicht raus“, sagt er mit einem Schmunzeln. Dass die Uttinger als ungeschlagener Tabellenführer so etwas wie der „FCB der Kreisklasse 4“ seien, will er nicht gelten lassen. „So klar waren die meisten Spiele nicht“, wiegelt er ab.

Uttings Trainer Peter Bootz wünscht sich als Kovac-Nachfolger einen Trainer, der Vollgas-Fußball spielen lässt.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Er sei nicht der große Bayern-Fan, aber interessiert am Rekordmeister. „Wenn man Spiele so verliert wie in Frankfurt, dann greifen eben die Mechanismen in dieser Branche“, sagt Bootz. Er würde sich als Nachfolger einen Trainer wie Gladbachs Marco Rose wünschen, der für Vollgas-Fußball stehe. „Aber auch Adi Hütter in Frankfurt macht gute Arbeit.“

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27 Bilder
Das waren die Trainer des FC Bayern München seit 1965
Bild: dpa

„Überfällig“ war die Trennung auch in den Augen von Markus Ansorge. Der Trainer des VfL Denklingen hat mit seiner Mannschaft trotz der Niederlage zuletzt souverän den Herbsttitel in der Kreisliga geholt und ist FC-Bayern-Fan. Was den FC Bayern betrifft, so „hat sich die Mannschaft nicht weiterentwickelt. Die Titel in der vergangenen Saison haben etwas darüber hinweggetäuscht“. Seiner Meinung nach hat Kovac nichts bewirkt, „die Mannschaft lebte von ihrer individuellen Klasse“.

Denklingens Trainer Markus Ansorge hatte nicht das Gefühl, dass sich die Mannschaft unter Kovac weiterentwickelt hätte.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Erik ten Hag, der aktuell bei Ajax Amsterdam an der Seitenlinie steht und mit Bayern in Verbindung gebracht wird, würde ihm gefallen. „Er versteht was von Fußball und von den Bayern, außerdem kann er Spieler weiterentwickeln und auch mit Stars umgehen“, sagt Ansorge.

Zwar kein Bayern-Fan, aber auch Trainer ist Nico Weis – er kämpft mit den Damen des MTV Dießen aktuell um den Klassenerhalt in der Landesliga. „Man fühlt da mit jedem Trainer mit, denn Kovac hat die Mannschaft in Frankfurt sicher nicht auf den Platz geschickt und gesagt, sie sollen sich fünf einschenken lassen.“ Der jetzige Zeitpunkt ist für ihn etwas befremdlich. „Der FC Bayern ist in dieser Saison der erste Verein in der ersten Bundesliga, der seinen Trainer entlässt. Dabei steht die Mannschaft insgesamt noch gut da.“

Nico Weis trainiert die Fußball-Damen des MTV Dießen. Er kann mit Kovac mitfühlen.
Bild: Thorsten Jordan

Wer Nachfolger werden soll, ist sich Weis nicht sicher, dafür aber, wer es nicht werden soll: „Ich hoffe, dass sie nicht José Mourinho holen. Der wäre zwar frei, steht aber nicht für attraktiven Fußball.“

Kommt Kovac irgendwann zum FCB zurück?

Da stimmt ihm Markus Haschka zu. Der Ehrenpräsident des HC Landsberg ist inzwischen ins Fußballlager gewechselt. Beim SV Lengenfeld trainiert er die E- und F-Jugend und wurde mit der E-Jugend nach der ersten Gruppenrunde sogar Meister. Schon immer war der Ex-Eishockey-Spieler auch großer Bayern-Fan. „Ich hoffe nicht, dass Mourinho kommt“, sagt Haschka. „Wenn ich mir einen wünschen dürfte, egal ob realistisch oder nicht, dann wäre es Jürgen Klopp.“

Die Trennung von Kovac beschreibt auch er als „längst überfällig. Kovac hat die Mannschaft nicht mehr erreicht“. Außerdem habe er einige sehr unglückliche Aussagen getroffen, beispielsweise bezüglich Thomas Müller und dessen Jokerrolle. „Und ich kann nicht mit Bayern zu meinem Ex-Club Frankurt fahren und sagen, Frankfurt hat die besten Fans der Liga.“ So erfrischend einerseits die Ehrlichkeit von Kovac gewesen sei, jetzt sei sie ihm zum Verhängnis geworden.

„Ich glaube aber nicht, dass er jetzt als Trainer verbrannt ist“, sagt Haschka. Im Gegenteil: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir ihn irgendwann mal wieder bei Bayern an der Seitenlinie sehen, wenn er mehr Erfahrung gesammelt hat.“

Lesen Sie auch:Kovac und der FC Bayern: Trennung ist die logische Folge

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