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Dießen

29.01.2019

Das schnelle Internet lässt am Rand von Dießen noch auf sich warten

Michael Scheidler hätte zu gerne das Glasfaserkabel in Hübschenried bis ans Haus. Allerdings kam bislang, trotz all seiner Bemühungen, noch kein Kontakt mit der Anbieterfirma zustande.
Bild: Julian Leitenstorfer

In den Dießener Außenbereichen haben Haushalte noch immer keinen Zugang zum schnellen Internet - obwohl technisch alle Voraussetzungen passen. Warum Michael Scheidler in Hübschenried noch Geduld braucht.

„Schnell geht anders“ mag sich Michael Scheidler aus Hübschenried denken, wenn er an den Startschuss für das neue Hochgeschwindigkeitsinternet in Dießen Anfang Dezember zurückdenkt. Damals freute sich Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch über den Startschuss für schnelles Internet in der zweiten Förderphase mit der Bemerkung: „Langsam war gestern.“ Michael Scheidler wartet aber noch heute, zwei Monate später, auf seinen Anschluss – und ist weiterhin im Schneckentempo auf der Datenautobahn unterwegs.

„Mich ärgert das einfach“, gibt Scheidler unumwunden zu. Er habe sich gefreut, als Anfang Dezember im Rahmen einer öffentlichen Pressekonferenz im Dießener Rathaus der Startschuss für schnelles Internet bis in die Ortsteile und Außenbereiche der Marktgemeinde erfolgte. Lesen Sie dazu auch:
Immerhin 115 Haushalte insbesondere an den Ortsrändern sollen von künftigen Netzgeschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde (im Download) profitieren. Als Partner hatte die Marktgemeinde die Deutsche Telekom vertraglich an sich gebunden. Doch dort wurde Michael Scheidler mit seinen Nachfragen immer wieder vertröstet. „Vor frühestens Februar tut sich in meinem Fall überhaupt nichts“, sei ihm bei Telefonaten ausgerichtet worden.

An wem liegt es jetzt?

Auch Nachfragen bei der Gemeindeverwaltung hätten keine Lösung gebracht, was laut Gustav Arnold vom zuständigen Bauamt folgendmaßen zu erklären sei: „Wir als Gemeinde haben unseren Part erfüllt.“ In den Monaten zuvor ging es für die technische Verwaltung darum, die Anträge der unterschiedlichen Förderprogramme des Freistaats zum Breitbandausbau auf den Weg zu bringen. Gustav Arnold: „Wir sind gerade dabei, das vierte Förderverfahren vorzubereiten.“ Das betreffe die Ausstattung der öffentlichen Schulen wie Carl-Orff-Schule oder Ammersee-Gymnasium. Förderphase drei, der Höfebonus, diente dazu, die „letzten weißen Flecken der Peripherie mit Glasfaser“ zu versorgen. Und in der Förderphase zwei stecken eben Gebiete wie Michael Scheidlers Hübschenried oder auch die Schatzbergalm, Ummenhausen oder Seehof und andere. Allein dafür habe sich die Marktgemeinde Dießen mit einem Eigenanteil in Höhe von rund 358.000 Euro beteiligt.

Nach dem Vertrag mit der Telekom, so Arnold, sei die Infrastruktur erstellt und viele Kilometer Kabel verlegt worden. Die Gemeinde habe Plätze für Rohre und Kabel zur Verfügung gestellt, die teils unterirdisch, teils über Masten verlegt wurden. Nach der technischen Abnahme auch der neuen Verteilerkästen sei die Aufgabe der Verwaltung erfüllt gewesen. Der letztendliche Anschluss der Haushalte sei allein ein geschäftlicher Vorgang zwischen Telekommunikationsanbieter und dessen Kunden.

Wer will, kann sich Glasfaser bis ins Haus legen lassen

Warum und wo ist nun aber der Ausbau beziehungsweise der Anschluss an die Datenversorgung stecken geblieben? Gustav Arnold: „Die technische Verbindung zu den Verteilerpunkten ist bereits von Kupfer- auf Glasfaser umgestellt.“ Die Leitungen liegen inzwischen alle bis an die Grundstücksgrenzen.

Nun sei die Telekom dabei, mit den Eigentümern Kontakt aufzunehmen, wie der Regionalmanager der Deutschen Telekom, Ralf Niepel, auf LT-Anfrage bestätigt. Und das sei ein wichtiger Punkt: Nicht etwa die Mieter der Häuser und Anwesen, sondern die Eigentümer würden kontaktiert. Diese wiederum müssen bei Interesse eine Eigentümererklärung ausfüllen und an die Telekom zurückschicken. Ralf Niepel: „Da stehen aber noch einige aus.“ Und die Telekom lasse immer ein Paket an Aufträgen zusammenkommen, bevor sie einen technischen Anschlusstrupp auf den Weg schicke.

Die Telekom lässt einige Aufträge zusammenkommen

Übrigens: Wer möchte, kann laut Ralf Niepel sogar das Glasfaserkabel direkt bis ins Haus gelegt bekommen – für einen Sonderpreis. Normalerweise sei für diese letzte Strecke meist ein Anschluss aus Kupferkabel vorgesehen.

Gustav Arnold vom Bauamt ist aber guter Dinge, dass bislang nicht angeschlossene Haushalte bald versorgt werden. Er habe nach Kenntnis der Verzögerungen bei einigen Anschlüssen noch einmal mit der Deutschen Telekom Kontakt aufgenommen und warte derzeit auf weitere Informationen.

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