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Landsberg

10.10.2019

Demo am Samstag: Impfkritiker machen in Landsberg mobil

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Impfen oder nicht: Das Problem wird in Landsberg diskutiert. Auch eine Demo findet dazu statt.
Bild: Picture alliance/dpa-tmn, Bodo Marks

Plus Am Samstag wird auf dem Hellmairplatz gegen das geplante Masernschutzgesetz demonstriert. Warum die Organisatoren mit einem Riesenandrang rechnen und sie sich gegen Impfpflicht wehren wollen.

Am Samstag, 12. Oktober, gehen in Landsberg Impfgegner und Kritiker des geplanten Masernschutzgesetzes, das das Nicht-Impfen gegen Masern mit Bußgeldern belegen will, auf die Straße. Kopf der Bewegung ist der Kauferinger Arzt Rolf Kron. „Wir wollen Berlin toppen“, sagt er im Gespräch mit dem LT. Kron, ein erklärter Impfgegner – weder er noch seine drei Kinder sind geimpft und nach eigenen Angaben kerngesund –, war selbst einer der Redner auf der Demo in Berlin im September. Warum das ganze Thema so kritisch sieht.

Der Arzt rechnet mit über 3500 Demonstranten

„Über 3500 Menschen haben in Berlin demonstriert. In Landsberg werden es noch mehr werden“, ist sich Kron sicher. Seit Jahren gehört der homöopathisch praktizierende Arzt zum Landsberger Impfstammtisch (www.levana-landsberg.de), der sich in der Begegnungsstätte in der Lechstraße trifft. Seit im Juli das Masernschutzgesetz durch das Bundeskabinett beschlossen wurde, habe sich die Zahl der Besucher sprunghaft auf über 50 erhöht, so Kron.

Das Telefon steht nicht mehr still

Am Samstag werden deutschlandweit Kundgebungen stattfinden. Seit er eine solche in Landsberg auf die Beine gestellt hat, stehe bei ihm das Telefon nicht mehr still. „Sogar aus Salzburg melden sich Leute bei mir an.“ Kron geht davon aus, dass die Teilnehmer nicht nur aus dem Raum Landsberg, sondern aus ganz Süddeutschland kommen werden. Verschiedene Redner werden ab 11 Uhr auf dem Georg-Hellmair-Platz über Impfen, Impfschäden und Lobbyismus der Pharmakonzerne sprechen, darunter auch Mütter, die über Impferfahrungen mit ihren Kinder berichten. Voraussichtlich wird auch ein Film einer Ansprache des Impfkritikers Robert F. Kennedy junior gezeigt, dessen Kind, so Kron, durch das Impfen zum Autisten wurde, gezeigt.

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Wer steht hinter dem Gesetz

Kron beschäftigt sich täglich mit dem Thema Impfen. Er zeigt zahlreiche Internetseiten, über die Fakten erhältlich seien, die Politiker wie Medien gerne verschwiegen, wie er sagt. Es gäbe weder eine Zunahme an Masernerkrankungen noch an Todesfällen durch Masern. Hinter Gesetzen wie diesen ständen mächtige Lobbyisten der Pharmaindustrie und auch reiche Personen wie Bill Gates, der ganze Impfkampagnen finanziere.

Vieles wird verschwiegen, Impfgegner massiv kritisiert

Kron ärgert sich über die zunehmende Stigmatisierung Ungeimpfter. Sie seien sogar schon als „wandelnde Bio-Terroristen“ bezeichnet worden. Vieles würde über Ansteckung und Impfung beim Thema Masern verschwiegen, so zum Beispiel, dass Geimpfte fünf Wochen lang Dauerausscheider dieser Viren seien und von ihnen eine Ansteckungsgefahr ausginge. Oder dass die Impfstoffe hohe Anteile von embryonalem Gewebe enthielten, die Autoimmunerkrankungen hervorrufen könnten.

„Früher hat man Kinder mit 15 Monaten erstmals gegen Masern geimpft und dann wieder im 15. Lebensjahr“, erklärt Kron. Heute lautet die Impfempfehlung: Impfen mit elf Monaten, zweite Impfung mit 15 Monaten. Der Nachteil sei, so Kron, dass Kinder in diesem Alter weniger Antikörper entwickelten, die Impfung also weniger wirksam, jedoch risikoreicher sei. „Werden bei der ersten Impfung nicht genügend Antikörper gebildet, verändert sich das auch durch die zweite nicht.“ Eine Herdenimmunität könne also gar nicht erreicht werden.

Die Menschen wollen keinen Zwang

Kron argumentiert auch, dass die Impfquoten in Ländern mit Impfzwang gesunken seien. „Die Leute weigern sich gegen den Zwang, und so wird es auch in Deutschland sein“, prognostiziert der Arzt. „Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist mit seiner Gesetzesinitiative auch politisch ziemlich allein, und er hat eine Linie überschritten. Jetzt werden die Menschen wach und informieren sich – und das sind viel mehr, als die Politiker denken.“ Auch bei Ärzten ist das Masernschutzgesetz umstritten. Das zeige die Petition, die der Verein „Ärzte für individuelle Impfentscheidung“ initiiert und die über 140.000 Unterstützer gefunden habe.

Die Kundgebung „Für eine freie Impfentscheidung und medizinisches Selbstbestimmungsrecht“ findet am Samstag von 11 bis 15 Uhr auf dem Georg-Hellmair-Platz statt. Die Organisatoren informieren darüber unter https://impffrei-landsberg.de.

Manche Ärzte beurteilen das aber ganz anders und es gibt eine große Meinungsvielfalt: Krumbacher Ärztetagung: Die Maserndiskussion ist wichtig und notwendig Die Impfpflicht ist unnötig - es gibt bessere Wege

Der Kommentar zum Thema: Masernimpfung: Frage des Risikos?

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