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Landsberg

12.10.2019

Demo auf dem Landsberger Hellmairplatz: Kein Zwang zum Impfen

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Hellmairplatz: Rund 200 Impfgegner protestieren gegen das von Gesundheitsminister Jens Spahn geplante "Masernschutzgesetz".
Bild: Thorsten Jordan

Impfgegner pochen bei einer Kundgebung in Landsberg auf ihr freies Entscheidungsrecht. Weshalb sie gegen das geplante „Masernschutzgesetz“ sind.

„Mein Körper gehört mir“ und „Ich lasse mich nicht zum Impfen zwingen“ war auf einigen der Schilder zu lesen, mit denen vor allem junge Familien auf den Hellmairplatz in Landsberg gezogen waren, um gegen das geplante Masernschutzgesetz des Bundesgesundheitsministeriums zu demonstrieren. Rund 200 Teilnehmer hörten sich am Samstag Vorträge, aber auch Erfahrungsberichte betroffener Personen an, die sich alle für eine freie Impfentscheidung einsetzen.

Mit Gejohle und Trillerpfeifen

Mit lautstarkem Gejohle und Trillerpfeifen begleiteten die Kundgebungsteilnehmer das Geschehen auf der kleinen Bühne vor der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Gleich zu Beginn fasste der Kauferinger Arzt und Kopf der Bewegung Levana Landsberg, Rolf Kron, das Anliegen der Kundgebung zusammen. Es gehe dieses Mal nicht um das Pro und Contra Impfen, sondern darum, dass man dem Zwang begegnen möchte, sich selbst oder die eigenen Kinder mit Medikamenten behandeln lassen zu müssen und das unter Androhung hoher Geldstrafen. Rolf Kron: „Wir müssen uns dagegen zur Wehr setzen.“

Immunität gegen Masern nachweisen

Gemeint ist das geplante Masernschutzgesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn. Kinder, Betreuer in Kitas oder Lehrer müssen demnach bis Ende Juli 2021 Immunität gegen Masern nachweisen. Ungeimpfte Kinder dürften sonst anschließend nicht mehr in Kitas aufgenommen werden. Eltern von nicht geimpften Kindern drohen Bußgelder von bis zu 2500 Euro.

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Das Recht auf körperliche Unversehrtheit

Eine solche Impfpflicht, so die Redner unisono, würde sogar gegen das Grundgesetz verstoßen („Die Würde des Menschen ist unantastbar“), ein jeder habe schließlich das verbriefte Recht auf körperliche Unversehrtheit. Immer wieder verließen die Redner dann aber den gesteckten Rahmen des Masernschutzthemas, der offenbar zu eng schien. Es ging schnell allgemein um das Thema Impfen, ob nun gegen Masern oder die Impfung gegen Infektionen mit humanen Papilloma-Viren (HPV). Massiv wurden Politik, Mediziner und auch die bundesweite Presse attackiert. Ihnen wurde „Ahnungslosigkeit“, „Unterschlagen von Fakten“ und „mangelnder Transparenzwille“ vorgeworfen.

Durchaus ein kritischer Geist

Der Musiker Erik Müller, selbst durchaus ein kritischer Geist, unterhielt nicht nur zur Gitarre, sondern stellte auch die Frage in die Runde der Zuhörer: „Es scheint mir, als gibt es in dieser Diskussion nur schwarz oder weiß.“ Er kritisiere extreme Haltungen generell, sowohl der einen wie auch der anderen Seite. Aber: „Könnt ihr nicht miteinander reden“, fragte er in die Runde. Gleichzeitig propagierte auch er das freie Selbstbestimmungsrecht eines jeden einzelnen Menschen.

Zumindest diejenigen, die auf den Hellmairplatz gekommen waren, sind sich einig, dass Deutschland keine Impfpflicht braucht und die geplante Impfpflicht zu einer vorhandenen Daten- und Erfahrungslage unverhältnismäßig sei.

Der Kommentar zum Thema: Impfgegner: Attacken und viel Polemik

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