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Landkreis Landsberg

25.01.2019

Demo statt Unterricht: Diese Konsequenzen drohen

Tausende Schüler haben am Freitag in Berlin demonstriert. Unter dem Motto „Fridays for Future“ protestierten sie für den Klimaschutz.
Bild: Gregor Fischer/dpa

„Fridays for Future“: Wie reagieren die Schulleiter aus dem Landkreis auf Jugendliche, die während der Schulzeit demonstrieren?

Die ganz großen Schülerscharen aus dem Landkreis sind am Freitag nicht zur Klimaschutz-Demo nach Berlin gefahren. Dort tagte die Kohlekommission und Schüler aus ganz Deutschland demonstrierten dort unter dem Motto „Fridays for Future“ für mehr Klimaschutz. Von der Waldorfschule Landsberg nahmen vier Schüler teil.

Jedenfalls meldeten die vom LT befragten Schulen keine stärker erhöhten Absenzen von Schülern. Keine Auffälligkeiten wurden etwa aus der Johann-Winklhofer-Realschule in Landsberg gemeldet. Auch Christian Karlstetter, der Rektor der Mittelschule in Landsberg, sagte, er habe nichts bemerkt. „Bei uns sind alle da.“ Auch am Ignaz-Kögler-Gymnasium (IKG) in Landsberg fiel dem stellvertretenden Schulleiter Leonard Storz bis Mittag keine höhere Abwesenheitsquote auf, wie er sagte.

Lesen Sie dazu auch: Landsberger Schüler demonstrieren in Berlin fürs Klima

Ein Schulleiter will Engagement vor Ort sehen

Am Rhabanus-Maurus-Gymnasium in St. Ottilien war der Klimastreik bislang nur am Rande ein Thema, berichtet Direktor Michael Häußinger. Von einer Handvoll Sechstklässler sei er darauf angesprochen worden, berichtet der Schulleiter. Er habe den Schülern geraten, sie könnten auch an der Schule etwas für den Klima- oder Umweltschutz tun – zum Beispiel über die Schülerzeitung eine Diskussion darüber anzustoßen oder Unrat auf dem Schulgelände wegzuräumen.

Ähnliche Überlegungen stellte in den vergangenen Tagen auch Direktor Alfred Lippl vom Ammersee-Gymnasium an. Denn am Freitag vor einer Woche dürften etwa 60 Schüler an Klimademos teilgenommen haben, anstatt in der Schule gewesen zu sein. „Klassische Schulstrafen“ wolle er gegen die Schulschwänzer nicht aussprechen. Nächste Woche wolle er sich mit ihnen treffen „und sie bei der Ehre packen“, um zu erfahren, wie sie es wirklich mit dem Klimaschutz halten. Wie die Aufgabe, die er ihnen stellen will, aussieht, verriet Lippl noch nicht.

Beim Protest vor einer Woche fehlten mehr Schüler

Auch für Leonard Storz (IKG) stehen disziplinarische Maßnahmen nicht an erster Stelle: „Aber es wäre besser, wenn die jungen Leute am Freitagnachmittag oder am Samstag demonstrieren würden.“ Sollten sich solche Aktionen häufen, müsse darüber nachgedacht werden, wie der versäumte Unterricht nachgeholt wird. Das würde dann auch an der Freien Waldorfschule in Landsberg in Erwägung gezogen, erklärt Andrea Wolff vom Schulbüro. Am Freitag vor einer Woche fehlten ihren Worten zufolge etwa ein Drittel bis zur Hälfte der Schüler der Oberstufe (9. bis 12. Klasse). Am Freitag waren jedoch nur vier Schüler zur Klimaschutz-Demo nach Berlin gefahren. Die Initiatoren der Waldorfschule waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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