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Landkreis Landsberg

18.10.2017

Den Igeln beim Überwintern helfen

Den Igeln ist jetzt am besten geholfen, wenn man Laub und Reisig im Garten liegen lässt.
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Den Igeln ist jetzt am besten geholfen, wenn man Laub und Reisig im Garten liegen lässt.
Bild: Wolfgang Kumm/dpa

Die stacheligen Tiere bereiten sich wieder auf den Winterschlaf vor. Wie Gartenbesitzer im Landkreis Landsberg sie unterstützen könnenund was man tunlichst vermeiden sollte. Für Igelbabys können kalte Nächte gefährlich werden.

Der Herbst ist da. Viele Tiere bereiten sich gerade auf den Winterschlaf vor, so auch der Igel. Die stacheligen Gesellen sind zurzeit in vielen Gärten auf Futtersuche anzutreffen, Gartenbesitzer wollen den Tieren dabei oft helfen. Was kann man tun und ist es überhaupt notwendig zu reagieren, wenn man einen Igel im Garten hat? Wir fragten beim Landsberger Tierarzt Dr. Maximilian Geisenberger nach, wie man dem Igel bei der Winterschlafvorbereitung behilflich sein kann.

Den Garten nicht vollständig räumen

Laut Geisenberger ist es das Wichtigste, den Garten nicht vollständig aufzuräumen. „Reisig, Heckenschnitt und Laub sind gute Baumaterialien für Igelnester. Wenn man den Igeln etwas Gutes tun will, sollte man davon etwas im Garten liegen lassen.“ Am Besten wäre es, eine Igelhütte zu bauen, sie biete den Igeln die besten Chancen zum sicheren Überwintern. Bauanleitungen für die Hütten gibt es Online zu finden, sagt Geisenberger.

Man könnte den Igeln auch helfen, indem man ihnen Futter zur Verfügung stellt. Normalerweise finden sie in der Natur genug, aber gerade jetzt wäre die Zufütterung eine Hilfe für die Tiere vor dem Winterschlaf, genug Reserven anzulegen. Die Igel müssen laut Geisenberger nicht nur für sich selbst sondern auch für den Nachwuchs Nahrung sammeln.

Am besten ist Katzenfutter

Der Tierarzt meint: „Am besten ist Katzenfutter, man kann sowohl Nass- als auch Trockenfutter verwenden, sollte aber immer auch eine Wasserquelle für die Igel bereitstellen. Dafür eignet sich Regen- oder Leitungswasser.“ Man könne auch Rührei oder gut durchgegartes Hackfleisch verfüttern, beides aber ungewürzt.

„Ein absolutes No Go sind Essensabfälle oder Milch. Durch den Milchzucker bekommen die Igel Durchfall, dehydrieren und sterben. Obst und Gemüse sollte auch nicht verfüttert werden, Igel sind Insektenfresser, Obst und Gemüse nehmen sie nicht an“, fügt er hinzu. Man sollte die Igel allerdings nur bis zum Einsetzen des Frostes füttern, werden sie danach noch weiter gefüttert, würden sie laut Geisenberger nicht mit dem Winterschlaf beginnen.

Zum Schutz vor Krankheiten auf Igelkot achten

Beim Füttern sollte man zum Schutz vor Krankheiten auf Igelkot achten. Der Tierarzt empfiehlt: „Im Igelkot können Lungenwürmer enthalten sein, für Haustiere, die den Kot aufnehmen, stellen die Würmer eine Gefahr dar. Wenn man Futter auf Tellern oder anderen Gefäßen hinaus stellt, sollte man die unbedingt täglich heiß abwaschen.“ E

igentlich sei es sowieso ausreichend, das Futter einfach lose an einer Stelle ins Gras zu legen, die Igel finden das dann schon. Die Tiere zum Überwintern nach drinnen zu holen, sei nur selten notwendig. „In neun von zehn Fällen sind die Igel, die in meine Praxis gebracht werden, gesund und würden die Überwinterung problemlos überstehen. Viele Menschen, die einen Igel im Garten finden, sind übervorsichtig“, berichtet der Tierarzt.

Die Ausnahme: Babyigel

Die einzigen Ausnahmen seien schwache, unterernährte und verletzte Tiere. Die sollte man zum Tierarzt bringen. In diesen Fällen könnte es auch nötig sein, die Tiere im Haus zu überwintern. „Wenn bei einem Igel die Hungerlinie sichtbar ist, das ist eine Delle hinter den Ohren, die Igel verwirrt durch den Garten laufen oder sich bei Kontakt nicht mehr zusammenrollen, ist es notwendig, einen Tierarzt hinzuzuziehen“ , berichtet Geisenberger. Eine weitere Ausnahme seien Igelbabys. „Wenn es nachts abkühlt, kann das für Igelbabys gefährlich werden, findet man eines allein im Garten, sollte man es über Nacht nach drinnen holen und auf eine Wärmflasche setzen“, rät der Tierarzt.

Die erste Anlaufstelle für unterernährte und verletzte Tiere sollte nach Möglichkeit immer der Tierarzt und nicht das Tierheim sein. Ilse Huber vom Tierheim in Landsberg berichtet: „Igel sind Wildtiere, die dürfen wir eigentlich gar nicht aufnehmen, im Notfall weisen wir sie natürlich auch nicht ab, aber der Tierarzt ist immer die bessere Anlaufstelle.“

Wenn die Igel sich dann im Winterschlaf befinden, ist es laut Landesbund für Vogelschutz Bayern das Wichtigste, die Tiere in Ruhe zu lassen und auf keinen Fall zu wecken.

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