1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Den Opfern die Würde zurückgeben

Veranstaltungsreihe

04.11.2017

Den Opfern die Würde zurückgeben

Von links: Tyll-Patrick Albrecht, Stephan Albrecht und Aazim Ghullam Sakhi mit dem Plakat zur Veranstaltungsreihe.
Bild: Hertha Grabmaier

Die Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert stellt ein spezielles Kulturprogramm vor

Mit einem Kaktus, dem Symbol der 103. Infanteriedivision der US-Armee, die Landsberg befreite, als Logo für das neue Leben nach 1945 wirbt die Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert für ein besonderes kulturelles Gedenken an die Opfer der Konzentrationslager im Landkreis.

Geschäftsführer Tyll-Patrick Albrecht und Sprecher Stephan Albrecht hatten zu einem Pressegespräch ins Café Lauterbach geladen, um das Novemberprogramm unter dem Motto „Kultur wider das Vergessen“ vorzustellen. „Neben den Menschen ist viel mehr kaputt gemacht worden, auch deren Kultur“, sagte Stephan Albrecht, „und wenn wir es zulassen, dass diese Kultur untergeht, werden Menschen zweimal umgebracht“. Mit dem Verbreiten von Gedanken und Werken der Opfer des Nationalsozialismus möchte die Bürgervereinigung „Würde zurückgeben“. Als aktiver Pfadfinder erreiche er junge Menschen, die bereit seien, Erinnerungsarbeit zu unterstützen und sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen. Aazim Ghullam Sakhi aus Afghanistan, der das Land, in dem er studierte, verlassen musste, macht nun eine Ausbildung zum Koch in Schongau und begleitete Albrecht zum Pressegespräch. Kultur biete eine Möglichkeit, mit einer schöneren Form des Gedenkens Menschen aller Generationen aus unterschiedlichen Nationen zu erreichen.

Am 9. November 1983, dem 45. Jahrestag der Reichspogromnacht 1938, wurde die Bürgervereinigung gegründet, und so startet die Veranstaltungsreihe am Donnerstag, 9. November, um 10.30 Uhr mit „der himl is a bejser“, einer kostenlosen Bildungsreise, begleitet vom Landsberger Konzeptkünstler Raffael Sonnenschein. Die Busfahrt führt zu den KZ-Friedhöfen Utting, Igling, Hurlach und zum Bahnhof Kaufering. An diesen Orten werden Texte von Überlebenden vorgetragen sowie historische Ereignisse und deren weitreichende Auswirkungen für jedermann verständlich in Deutsch, Englisch und Arabisch erläutert. Die Mitfahrenden können sich von Installationen des Künstlers inspirieren lassen. Rechtzeitige Anmeldung wird erbeten unter landsberg@shetlofsunshine.com.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Für die Reiseteilnehmer ist das Eröffnungskonzert am gleichen Abend um 19.30 Uhr im Stadttheater mit „KlezFez“ aus Berlin kostenlos. Im Gedenken an die Reichspogromnacht zeigt Sonnenschein zur Eröffnung eine Performance. Zu eigenem und reizvollem Sound geht es auf eine Reise von sefardischen Juden, über die osteuropäische Musik des aschkenasischen Judentums, hebräischen Liedern bis zu moderner Klezmermusik.

Am Mittwoch, 15. November, um 19.30 Uhr sind im Stadttheater zu „Out of Sight“ vergessene Lieder vergessener Komponisten mit Ethel Merhaut und Bela Koreny aus Wien zu hören. Am gleichen Ort und zur gleichen Uhrzeit hat am Samstag, 18. November, der Kabarettist Alexej Boris seinen Auftritt mit „Schwarz-Rot-Koscher“, bei dem er Antworten auf viele Fragen gibt, zu koscheren Snacks und einladenden Fettnäpfchen, die das Zwerchfell verwöhnen werden.

Am Donnerstag, 16. November, ebenfalls um 19.30 Uhr, liest der ehemalige Intendant des Stadttheaters, Alexander Netschajew, aus „Ein ganz gewöhnlicher Jude“ von Charles Lewinskiy im Historischen Rathaus bei freiem Eintritt. (gra)

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
_JOR1733.JPG
Kommentar

Die Badegäste werden gemolken

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden