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07.03.2009

Den Rummel um seine Person hat er verdient

Landsberg Anton Lichtenstern ist ein bescheidener Mann. Der Rummel um seine Person ist ihm gar nicht recht, wie er sagt. Dennoch hat er ihn nach Meinung vieler Landsberger verdient. Das brachte auch Oberbürgermeister Ingo Lehmann zum Ausdruck, als er den 70-Jährigen gestern Abend beim Jahresempfang von Stadt und Landkreis für dessen hervorragende Verdienste für die Stadt mit dem Goldenen Ehrenring auszeichnete.

"Es fällt mir, ehrlich gesagt, nicht ganz leicht, mit einem so schönen, schweren, goldenen Ring hier zustehen", sagte Lichtenstern unmittelbar nach der Ehrung. Leichter fiel ihm da, einen Rückblick auf seine Zeit als Stadtheimatpfleger zu werfen. Die Gestaltung des Wandels und die Weiterentwicklung des Stadtbaukunstwerkes Altstadt lagen ihm am Herzen. Seine wichtigste Aufgabe sah er darin, die überlieferten Zeugnisse der Baukunst sowie der Stadtgeschichte zu erhalten und sie den Bürgern zu vermitteln. Seine Heimatstadt sei zwar alt, aber nicht krank. "Sie ist nicht gebrechlich, aber doch pflegebedürftig", sagte er gestern Abend, als er einen Vergleich zwischen Heimatpfleger und Kranken- oder Altenpfleger traf.

Einen Tag nach Weihnachten erblickte der Geehrte 1938 in Landsberg das Licht der Welt. Seine Familie lebte schon seit Generationen in der Stadt. Sein Vater war Zimmerer und Architekt. Die alten Häuser, in die der junge Anton seinen Vater gelegentlich begleiten durfte, erregten schon früh sein Interesse. Nach dem Abitur, das Lichtenstern 1957 als einer der Ersten am Gymnasium in der Lechstraße machte, studierte er in München Germanistik, Geschichte und Geografie.

Als Stadtheimatpfleger bis zu fünf Termine in der Woche

Den Rummel um seine Person hat er verdient

Zehn Jahre nach dem Abitur kehrte Lichtenstern als Lehrer ans Landsberger Gymnasium zurück. Lange Jahre war er Fachbetreuer für Deutsch und Ethik sowie Mitarbeiter im Direktorium. Seit 2001 ist er im Ruhestand. Doch von Ruhe war keine Spur. Bis zu fünf Termine in der Woche absolvierte er als Stadtheimatpfleger. Das Ehrenamt hatte er 1991 angetreten.

Erste Erfahrungen auf diesem Gebiet hatte Lichtenstern als Privatmann gesammelt, als er ein abrissreifes Haus im Hinteranger kaufte und renovierte. "Damals habe ich die praktische Arbeit kennengelernt", erinnert er sich. Im Stadtrat war der 70-Jährige von 1972 bis 1978 Referent für Denkmalpflege. In dieser Funktion setzte er sich unter anderem für die Renovierung des Bayertors ein. 1981 brachte Anton Lichtenstern das ehemalige Gymnasium der Jesuiten als Standort für das Neue Stadtmuseum in die Diskussion - mit Erfolg.

Erhalten und bewahren - dieser Maxime blieb Anton Lichtenstern treu. Dem Modernen gegenüber blieb er aber offen. Sein Einsatz für den Erhalt des Landsberger Lechwehrs in den 80er Jahren blieb nicht ungehört. Für sein Engagement als Denkmalschützer wurde er vom Freistaat Bayern mit der Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet.

Lichtenstern war aber nicht nur "Denkmalpfleger". Wann immer es die Zeit erlaubte, forschte er in der Geschichte seiner Heimatstadt. Das Ergebnis sind zahlreiche Publikationen und Beiträge in den Landsberger Geschichtsblättern. Zuletzt legte er ein kleines Büchlein über den Dreifaltigkeitsfriedhof vor.

In der Freizeit wandern abseits der Touristenfpade

Auch der Privatmann Lichtenstern liebt es ruhig. Der verheiratete Vater von drei erwachsenen Kindern wandert gern abseits der Touristenpfade und beschäftigt sich mit Literatur. Neben seiner Familie sind ihm Freunde sehr wichtig. Mit ihnen wird er sicherlich noch auf den Goldenen Ehrenring anstoßen.

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