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Landsberg

16.02.2018

Der 1. FC Knochenbrecher kickt für Bedürftige

Die Hobbykicker des 1. FC Knochenbrecher treffen sich jeden Sonntag in der Platanenturnhalle.
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Die Hobbykicker des 1. FC Knochenbrecher treffen sich jeden Sonntag in der Platanenturnhalle.
Bild: Thorsten Jordan

Den Spaß am Fußballspielen verbindet eine Hobby-Mannschaft in Landsberg mit der Hilfe für andere Menschen.  Und ein weiteres Benefiz-Event ist in Planung.

Um Fragen zu beantworten, haben sie fast keine Zeit, als sich die Spielzeit beim Sonntagstraining zu Ende neigt. So wichtig nehmen dies die Männer des „1. FC Knochenbrecher“. Zu sehr sind sie damit beschäftigt, sich gegenseitig auszudribbeln und Tore zu schießen. Hier wird wirklich jede Minute Spielzeit ausgekostet und auch beim Training alles gegeben. Ganz im Gegensatz zu seinem Namen geht es beim 1. FC Knochenbrecher jedoch nicht besonders rau, sondern sogar wohltätig zu. Denn die Männer spielen auch für den guten Zweck.

Es klingelt in der Spendendose

Auf den Namen kamen die Spieler, weil sich viele von ihnen beim Training auf ihren ehemaligen Fußballplätzen verletzten, sagt Silvio Kurth. Er gründete die Hobbymannschaft im Juni 2016. Per Ebay-Kleinanzeigen begab er sich auf Mitgliedersuche und hat mittlerweile bereits 27 aktive Spieler für den Club begeistern können. Vertreten sind Männer im Alter von 28 bis 50 Jahren, das Durchschnittsalter liege bei 35 Jahren, erklärt Kurth.

 „Vom Metzgermeister bis zum Immobilienmakler und vom Italiener bis zum Brasilianer sind die unterschiedlichsten Berufsgruppen und Nationen vertreten“, fügt seine Frau Katja hinzu. Ganz frisch dabei ist Karsten Jasky, 32 Jahre alt, aus Buchloe. Er ist zum dritten Mal zum Training gekommen und begeistert von der herzlichen Aufnahme. „Da ich aus Nordrhein-Westfalen neu in die Region gezogen bin, habe ich über Facebook einen Aufruf gestartet, um schnell neue Kontakte zu knüpfen. Darauf hat sich Katja gemeldet und mir angeboten, zum Training zu kommen.“

Benefizturnier für die Arche

Begonnen hat das wohltätige Wirken des Clubs mit einer Spendendose, in die jeder beim Sonntagsspiel einen Euro steckte. Der Erlös wurde an eine soziale Einrichtung gespendet, erzählt Silvio Kurth. Sein erstes Benefizturnier veranstaltete das Team im November 2017. Beim „Arche Cup“ in der Isidor-Hipper-Halle zugunsten der Landsberger Arche nahm sogar eine Mannschaft aus Baden-Württemberg teil. Insgesamt zwölf Mannschaften kämpften um den Sieg, der 1. FC Knochenbrecher stellte aufgrund der großen Mitgliederzahl gleich zwei Mannschaften. Leider blieb keiner der drei Pokale im Club, wie Katja Kurth anmerkt. Zugunsten der Arche Landsberg wurden mit diesem Event aber über 2000 Euro gesammelt.

Viele Sponsoren

Besonders dankbar sind die Spieler ihren zahlreichen Sponsoren, zu denen viele Firmen aus Landsberg und der Umgebung zählen. „Von der Metzgerei, die uns kostenfrei Würste zur Verfügung stellte, bis zur Securityfirma, die für die Sicherheit in der Halle sorgte, war alles dabei“, erklärt Katja Kurth. Sie übernahm unter anderem die Sponsorensuche und ist erfreut über die positive Resonanz. Für 2018 sei nun eine Wiederholung geplant.

Wichtig beim Eintritt in den Club ist ihren Worten zufolge, dass der Teamgedanke vorhanden ist und man regelmäßig zum Training erscheint. Der Immobilienmakler Markus Mannchen beispielsweise fährt alle zwei Wochen die 42 Kilometer lange Strecke von Herrsching nach Landsberg. „Ich bin seit einem Jahr dabei und schätze vor allem die gute Organisation und dass so viele verschiedene Leute dabei sind.“

Inzwischen wie eine kleine Familie

Die Hilfsbereitschaft der Spieler findet Thomas Hämmerle besonders gut: „Ich nehme das Team inzwischen wie eine kleine Familie wahr“, sagt der Landsberger. So werde auch mal beim privaten Umzug geholfen, wenn ein paar starke Hände gebraucht werden. Über ihre Whatsapp-Gruppe halten die Mitglieder untereinander Kontakt und kündigen dort an, ob sie es am Sonntag um 10 Uhr zum Training schaffen, damit eine ausreichende Spielerzahl gewährleistet ist. „Meinungsverschiedenheiten gibt es natürlich auch und es ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen“, erzählt Katja Kurth. Als beispielsweise die Frage aufkam, ob auch Frauen mitmachen dürfen, habe es starken Gegenwind gegeben. „Die Mehrheit wollte keine gemischte Gruppe, da Frauen und Männer einen unterschiedlichen Spielstil haben“, führt sie aus.

Gesucht: Messi oder Ronaldo

Ein Mann der ersten Stunde ist Goran Bodirogic aus Landsberg. „Ich fühlte mich vom Aufruf, es werde nach Messi und Ronaldo gesucht, sofort angesprochen“, sagt er grinsend. Er verfolge primär das Ziel, regelmäßig Sport zu machen, um sich fit zu halten, habe aber auch viele Freunde unter den Spielern gefunden, erzählt der 30-Jährige. Die Mannschaft hat inzwischen sogar ein eigenes Trikotset, um sich bei Spielen und Turnieren, die mit anderen Hobbymannschaften als Heim- oder Auswärtsspielen stattfinden, einheitlich zu präsentieren. „Einmalig 20 Euro für das Trikot und zwölf Euro Hallenmiete im Winter sind die einzigen finanziellen Ausgaben, die alle Spieler verpflichtend haben“, erläutert Katja Kurth. Die Organisation der Mannschaft zusätzlich zu ihren Vollzeitbeschäftigungen zu stemmen sei nicht immer einfach, aber die Familie stehe mit Herz und Seele zum 1. FC Knochenbrecher, bekräftigt sie.

Neben der sportlichen Aktivität gebe es auch genügend Gelegenheiten zum gemütlichen Beisammensein. Ihr einjähriges Bestehen feierten die Spieler mit einer Party und im Sommer gibt es eine Grillfeier.

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