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Geltendorf

12.07.2020

Der Alte Wirt in Geltendorf braucht schnell ein neues Dach

Eile ist geboten bei der Sanierung des Alten Wirt in Geltendorf. Vor allem das undichte Dach erlaubt keinen Aufschub mehr. Weitere Maßnahmen werden folgen.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Plus Die im vergangenen Jahr beschlossenen Maßnahmen zum Erhalt des Wirtshauses sollen jetzt zügig umgesetzt werden. Der Denkmalschutz hat dabei ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.

Der Gemeinderat Geltendorf hat in der jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, dass die Arbeiten für Dachsanierung und teilweise Erneuerung der Lüftungsanlage des unter Denkmalschutz stehenden Alten Wirts in der Dorfmitte sofort ausgeschrieben werden können. Für beide Maßnahmen ist Eile geboten, sie sind möglichst in diesem Jahr zum Abschluss zu bringen.

Gespräche mit Denkmalschützern

Weitere notwendige Sanierungen müssen im Gemeinderat beziehungsweise in der neu geschaffenen Hochbaukommission erneut besprochen und diskutiert werden. Dabei sind vor allem Gespräche und Verhandlungen mit den Denkmalschützern zu führen. Der Beginn dieser Maßnahmen wurde auf Anfang 2021 terminiert. Die mit den Planungen beauftragten Architekten Claus Reitberger und Kollegen hatten zunächst den augenblicklichen Stand der Überlegungen dargestellt. Auf das undichte Dach habe Pächter Ivo Opacak ausdrücklich hingewiesen, erklärte Reitberger. Ein Statiker habe es sich angeschaut und befunden „es sieht schlecht aus, es wird kompliziert werden“.

Manches ist besser als gedacht

Die gesamte Lüftungsanlage hingegen sei „besser als gedacht“. Nur die Küchenabluftanlage sei zu erneuern, die Lüftungsanlage für das übrige Haus könne saniert werden. Die weiteren Sanierungen auf der Agenda betreffen Fenster, Küche sowie Elektro-, Wasser- und Abwasserinstallation. Großes Kapitel ist laut Planer der Brandschutz, dieser müsse in fast allen Räumen optimiert werden. Schlussendlich seien Malerarbeiten vorgesehen. „Die Fenstersanierung müssen wir gemeinsam mit dem Denkmalschutz planen und durchführen“, so Reitberger. Eine Kamerabefahrung in den Abwasserrohren habe Mängel aufgedeckt. Die Überlegung sei derzeit, alle Verrohrung, auch die für das Trinkwasser, neu zu machen. Der Estrich in der Küche werde erneuert. Im übrigen sei die Einrichtung in der Küche nicht vorschriftsmäßig platziert. Reitberger nannte als Beispiel die strikte räumliche Trennung von frischem und Schmutzgeschirr. Auch müsse auf Arbeitsabläufe geachtet werden. Um das zu ermöglichen, hatte das Architekturbüro zwei Varianten erarbeitet. Variante 1 – diese bevorzugt der Wirt – sieht vor, den Stammtisch in der Gaststube zu opfern für die Erweiterung der Küche. Bei Variante 2 werden die Schränke und Geräte im vorhandenen Raum umgeräumt. Die Möglichkeit eines Anbaus verfolgten die Planer nicht weiter. Dieser hätte nicht nur etwa eine halben Million Euro an Kosten verursacht. Auch der Denkmalschutz wäre einzubinden gewesen. Beide vorgestellten Varianten fanden keine Mehrheit im Gemeinderat. Das Gremium sprach länger über einen Anbau zumindest für die Auslagerung des Pizzabereichs. Zwei große Themen im Rahmen der Sanierung sind die Schaffung eines zweiten Fluchtwegs aus dem Saal im oberen Stockwerk sowie dessen Barrierefreiheit. Für den Fluchtweg könne hinter der Bühne im Saal ein Ausgang geschaffen werden, von dem aus eine Stahl-Außentreppe nach unten führe. Ein Aufzug (Kosten rund 80 000 Euro), um barrierefrei in den Saal zu gelangen, könne im inneren Eck des L-Baus eingerichtet werden. Für beide Maßnahmen seien Verhandlungen mit dem Denkmalschutz zu führen. Über die generelle Barrierefreiheit des Gebäudes sagte der Planer, es werde gemacht, was irgendwie geht. Dazu gehöre beispielsweise auch, die Toiletten auf Barrierefreiheit zu prüfen.

Die Sanierung des Alten Wirts - Eigentümerin ist die Gemeinde Geltendorf - wurde vom Gemeinderat im vergangenen Jahr beschlossen (LT berichtete mehrfach). Es waren Gesamtkosten in Höhe von 661 000 Euro errechnet worden.

Aus dem Gaststättenmodernisierungsprogramm des Bayerischen Wirtschaftsministeriums sind Fördergelder in Höhe von 155 000 Euro zugesagt. Mit der Einstellung von 550 000 Euro in den Haushalt 2020 schuf der Gemeinderat den zumindest vorläufigen finanziellen Rahmen für die Maßnahme.

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