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Prozess

14.02.2015

Der Angeklagte kam wieder nicht vorbei

Mann brach sich angeblich den Arm. Bis zum Ersatztermin in Untersuchungshaft

Zuerst raffte ihn ein Herzinfarkt aufs Krankenlager, jetzt brach er sich den Arm. Da er allerdings erneut wieder nicht zur Verhandlung erschien, machte das Landsberger Schöffengericht Ernst und erließ gegen den 39-jährigen Angeklagten Haftbefehl.

Für den Mann bedeutet dies nun, dass er in Untersuchungshaft auf einen neuen Termin für die jetzt unterbrochene Hauptverhandlung wartet. Angeklagt ist er, vorsätzlich und unerlaubt im Besitz einer Kriegswaffe, von zwei Schusswaffen und einer großen Menge Munition, etwa 5900 Stück, gewesen zu sein. Der 39-Jährige sollte sich schon einmal, am 3. Dezember 2014, für die ihm zur Last gelegten Taten verantworten. Damals rief er eine Stunde vor Beginn der Verhandlung bei der Polizei in Landsberg an – und teilte mit, dass er einen Herzinfarkt erlitten habe. Deswegen befand er sich auch auf der Intensivstation des Landsberger Klinikums. Die Verhandlung wurde damals nach wenigen Minuten unterbrochen und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Vorsichtshalber fragte das Gericht am Klinikum nach, wobei sich herausstellte, dass der 39-Jährige die Wahrheit gesagt hatte. Dennoch war wohl bei Richterin Sabine Grub auch dieses Mal eine gehörige Portion Misstrauen vorhanden. Sicher ist, dass der Mann erneut eine Stunde vor Verhandlungsbeginn die Polizei angerufen hatte. Er soll signalisiert haben, dass er sich auf dem Weg zum Arzt befindet, denn er meine, dass er sich den Arm gebrochen habe.

Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Peter Amend, gab sein Bestes und griff noch im Gerichtssaal zum Handy, um seinen Mandanten zu erreichen. Doch die Versuche blieben erfolglos. Da dem Schöffengericht schon „Schlimmes“ schwante, zog es sich zur Beratung zurück, um festzulegen, was getan werden soll, sollte der Mann tatsächlich wieder nicht erscheinen.

Und er kam dann tatsächlich nicht. Um 9.18 Uhr, nach 18 Minuten Wartezeit, ging die „Schonzeit“ für den 39-jährigen Angeklagten zu Ende. Sabine Grub verkündete daraufhin den Erlass des Haftbefehls. Sie wies noch darauf hin, dass ein gebrochener Arm die Verhandlungsfähigkeit nicht unbedingt beeinträchtigen würde. (eh/hön)

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