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Kaufering

10.01.2020

Der Bahnhofsumbau in Kaufering verzögert sich weiter

Seit mehreren Jahren drängt die Gemeinde Kaufering darauf, dass der Bahnhof barrierefrei zugänglich gemacht wird. Dies sollte eigentlich bis 2023 umgesetzt werden. Laut Deutscher Bahn wird es nun aber deutlich später der Fall sein.
Bild: Thorsten Jordan

Eigentlich sollte der Kauferinger Bahnhof spätestens ab dem Jahr 2023 barrierefrei sein. Die Bahn verschiebt den Termin erneut. Der Rathauschef sammelt weiter Unterschriften.

Das Thema barrierefreier Umbau des Bahnhofs beschäftigt die Kauferinger schon lange und war auch im Bürgermeisterwahlkampf im vergangenen Jahr ein großes Thema. Thomas Salzberger (SPD) startete kurz nach seiner Amtseinführung eine Petition, um dem Thema Nachdruck zu verleihen. „Es geht auch darum, dass wenigstens der Fertigstellungstermin 2023 gehalten wird“, sagt Salzberger. Diesen Termin kommunizierte die Deutsche Bahn vor einem Jahr gegenüber seiner Amtsvorgängerin. Was der Konzern jetzt auf Nachfrage des Landsberger Tagblatts mitteilt, dürfte den Rathauschef von Kaufering allerdings wenig erfreuen.

Ein Bahn-Pressesprecher informiert, dass die Pläne noch einmal überarbeitet wurden wegen der Anpassung an die Elektrifizierung der Bahnstrecke von Geltendorf bis Lindau. Demnach ist eine „Inbetriebnahme Ende 2024 oder Anfang 2025 möglich“. Dass dieser Termin gehalten werden könne, sei aber auch noch nicht garantiert, so der Pressesprecher.

Der geänderte Antrag auf planrechtliche Genehmigung solle bis Mitte diesen Jahres beim Eisenbahnbundesamt eingereicht werden. „Sofern das Verfahren rasch abgeschlossen und die Ausschreibung der Bauarbeiten erfolgreich ist, könnte im Jahr 2023 mit dem Bau begonnen werden.“ Der ursprüngliche Zeitplan der Bahn sah einen barrierefreien Ausbau zwischen 2019 und 2021 vor. 2008 fanden erstmals Gespräche mit dem Konzern zu dem Thema statt.

Der Bahnhofsumbau in Kaufering verzögert sich weiter

1200 Pendler und 6000 Reisende pro Tag

Für Eltern mit Kinderwagen, ältere Personen und Menschen mit Behinderung ist der Kauferinger Bahnhof seit Jahren ein Ärgernis und teils sogar ein unüberwindbares Hindernis. Claudia Hippe, Behindertenbeauftragte des Marktes, sagte zu der Situation vor einem Jahr, dass es für Rollstuhlfahrer kaum möglich sei, zu den Gleisen zu gelangen und diese zu überqueren, nur in Rücksprache mit der Bahn möglich sei. Laut Thomas Salzberger nutzen jeden Tag 1200 Pendler und 6000 Reisende den Kauferinger Bahnhof, was dessen Bedeutung zeige.

Etwa 2300 Unterstützer sind mit der Situation ebenfalls unzufrieden und haben die von Salzberger gestartete Petition seit November unterschrieben, davon bis gestern Nachmittag 478 im Internet. Zudem wurde inzwischen in allen Rathäusern im Landkreis eine Liste ausgelegt. Hier können Bürger noch bis April unterschreiben. „Wir versuchen, das Thema mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten voranzutreiben und es wird in Kaufering überfraktionell von den Parteien und Gruppierungen mitgetragen“, betont Salzberger, der sich Ende diesen Monats mit Vertretern der Deutschen Bahn trifft.

Geld im Investitionsplan der Marktgemeinde einkalkuliert

Der Konzern plant, die Bahnsteige zu erhöhen und bei Gleis 2 und 3 sowie 4 und 5 jeweils einen Aufzug zu bauen. Sollten es die Fahrgastzahlen erfordern, werden gegebenenfalls beidseitige Treppenaufgänge entstehen. Die Marktgemeinde selbst hat im aktuellen Investitionsplan Finanzmittel eingeplant, um ihren Teil des Umbaus erfüllen zu können. Der Großteil des Geldes (800.000 Euro) wird für die Neugestaltung der Nordseite des Bahnhofs benötigt. Es soll ein barrierefreier Zugang zur Unterführung unter den Gleisen geschaffen werden. Die barrierefreie Gestaltung der Südseite wird laut Salzberger voraussichtlich 100.000 Euro kosten.

Thomas Salzberger äußert sich kämpferisch, als er vom LT mit der neuen Zeitangabe der Bahn konfrontiert wird. „Wir halten den Druck hoch. Der zugesagte Termin 2023 muss eingehalten werden.“

Lesen Sie auch den Kommentar: Das lange Warten auf die Bahn

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