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Landsberg

27.07.2017

Der Blumenladen am Klostereck steht vor dem Aus

Gehört und gehörte über viele Jahre hinweg zum Stadtbild in Landsberg: der Blumenladen am Klostereck. Ende des Jahres ist vermutlich Schluss.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Warum das Geschäft in der Leonhardikapelle wohl zum Jahresende dicht macht. Um die Räume ist es nicht besonders gut bestellt.

Es ist keine Gefahr in Verzug, aber der Zustand der ehemaligen Leonhardikapelle am Klostereck verschlechtert sich mit jedem Tag, an dem baulich und restauratorisch nichts unternommen wird. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Landsberg entschied sich nun einstimmig, die Sanierung anzugehen. Der Blumenladen am Klostereck wird daher ausziehen und damit wohl Landsberger Geschichte werden.

Anita Kaiser-Schmid, Inhaberin des in der Stadt mit sehr viel Sympathien bedachten Ladens, ließ von Jonas Pioch einen Brief an dessen Stadtratskollegen verlesen. Darin gibt sie ihren Rückzug aus dem Ladengeschäft bekannt. Einmal sei es ihr aus privaten Gründen nicht möglich, selbst jederzeit im Laden zu stehen. Auf Dauer ausschließlich auf Angestellte zurückzugreifen, sei für sie aber auch nicht darstellbar. Zum anderen sei es ihr nicht gelungen, zu ähnlichen Konditionen woanders einen Ladenersatz zu finden.

Laut Anita Kaiser-Schmid sei die Diskussion darüber, ob das Raumklima durch den Blumenhandel mit zu viel Feuchtigkeit angereichert werde, was letztlich zu Schäden an Substanz und Freskenführe, einem Erfolg bei der Suche nicht gerade zuträglich gewesen. Daher bat sie die Stadträte, in aller Deutlichkeit und öffentlich festzustellen, dass diesbezüglich laut Gutachter kein Zusammenhang bestehe.

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Das Hochbauamt bestätigt, dass die Blumen nichts mit der Feuchtigkeit zu tun haben

Diesem Wunsch kam Hochbauamts-Chef Peter Huber dann in der Sitzung des Bauausschusses nach: „Auf die Statik des Gebäudes haben die Blumen tatsächlich keine Auswirkung.“ Schäden an der Kapellensubstanz – unter anderem eine um 21 Zentimeter abgesunkene Decke – wurden zum Teil weit in der Vergangenheit verursacht. Gefahr sei laut Gutachter keine in Verzug, der Sanierungsbedarf aber „akut“. Die Statik müsse unbedingt nachgebessert werden.

Eine Konsequenz hat das auch für die benachbarte Volkshochschule: Sie ist von Peter Huber angewiesen, den Raum über der Kapelle nicht zu stark zu belasten. Zudem führen Feuchtigkeit und Wintertemperaturen zum „Ausblühen“ der Fresken. Die Arbeiten inklusive der Restaurierung der Fresken und der Instandsetzung der Raumschale werden rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Im Haushalt 2018 werden dafür 215.000 Euro benötigt.

Für Anita Kaiser-Schmid bedeutet das, dass sie mit dem Blumenladen am Klostereck – vorbehaltlich der Auflösungsverhandlungen mit der Stadt – vermutlich zum Jahresende Schluss machen wird. „Ich hoffe, wir können uns darauf einigen.“ Sie habe ihren Frieden mit der Situation gemacht, erzählt sie dem LT. Der Bauausschuss beauftragte nun auch die Verwaltung, Vorschläge für eine künftige Nutzung der Kapelle zu erarbeiten.

Auf die Blumen von Anita Kaiser-Schmid werden ihre Stammkunden aber nicht ganz verzichten müssen: Sie wird den Handel von zu Hause aus weiterführen.

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