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Tradition

31.03.2015

Der Bürgermeister als Zirkusdirektor

Frühjahrskonzert des Musikvereins

Wie bekannt der Denklinger Musikverein ist, kann man allein schon an den Gästen seines traditionellen Frühjahrskonzertes sehen. So konnte der Vorsitzende Jürgen Waldhör heuer neben dem eigenen Fanclub auch Abordnungen der Patenkapelle aus Bischberg und der befreundeten Kapelle Renningen begrüßen. Dazu Bürgermeister Michael Kießling, Andreas Horber, Geschäftsführer des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes, und Bernhard Weinberger, den Vorsitzenden des Musikbundes Ober- und Niederbayern, Bezirk Lech-Ammersee.

Aber die wichtigste Sache des Abends war natürlich die Musik, und zwar Musik vom Feinsten. Die Kapelle wurde bravourös geleitet von den Dirigenten Wolfgang Wagner, und später auch Sandra Linder. Die Zirkuswelt bestimmte den ersten Teil des Abends. Theresa Jäger und Andreas Frieß gaben dem Publikum einen Einblick in den Hintergrund der ausgewählten Musikstücke. Ein gutes Konzert beginnt mit einem Paukenschlag und fetziger Musik, die das Publikum sofort in ihren Bann zieht. Das geschah durch den Fliegermarsch aus der Operette „Der fliegende Rittmeister“. Mit „Dakota“, dem diesjährigen Wertungsstück der Denklinger Musikkapelle, vertonte Jakob de Haan das Leben und Ende der Sioux-Indianer in fünf Sätzen.

Jetzt begann der aufregendste und erheiterndste Teil des Abends mit Blick in die Zirkuswelt: „Erinnerung an Zirkus Renz“, ein Solo für Xylofon. Hier brillierte Georg Linder, eigentlich Posaunist der Kapelle. In atemberaubender Geschwindigkeit und sehr virtuos tanzen die Stäbe unter seinen Händen auf dem Xylofon auf und ab. Und dann „A Day at the Circus“, ein Zirkus-Intermezzo. Wer hätte gedacht, dass Denklingens Bürgermeister Michael Kießling auch einen stattlichen Zirkusdirektor abgibt? Routiniert und sichtlich amüsiert holte er in sieben Sätzen Artisten, Clowns und einen Dompteur (Lukas Frieß) samt gefährlich aussehenden Löwinnen in die „Manege“.

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Mit Trommelwirbel kündigte sich als dramatischer Abschluss des Intermezzos der Abschuss der menschlichen Kanonenkugel quer durch die Halle an. In Rauch und Goldflitter flog Tim oder Tobi Ried durch die Halle und kehrte als sein Zwillingsbruder von der Kanone geschwärzt auf die Bühne zurück. Um die Gemüter zu beruhigen, standen jetzt die zahlreichen Ehrungen an, bei denen Josef Karg und Adolf Stahl für 60 Jahre aktives Mitwirken in der Kapelle und die elfjährige Eva-Maria Britzger mit dem ersten Platz im Fach „Horn“ beim Landesentscheid herausragten. Mit dem „Säbeltanz“ aus dem Ballett „Gayaneh“ endete der erste Teil des Abends.

Nach der Pause rückte die Kapelle und ihre Musik ganz in den Vordergrund, und die Liebhaber von Polkas oder guten Märschen kamen voll auf ihre Kosten. Hier zeigte sich, dass die Denklinger Musiker weit über dem Niveau einer Zirkus- oder Bierzeltmusik liegen. „National Emblem“, ist wichtiger Bestandteil des Repertoires jeder amerikanischen Brassband. Und Naoya Wada, ein 29-jähriger Senkrechtstarter unter den Komponisten, nahm in „Voyage into the Blue“ die Zuhörer mit zu einem Flug hinauf in den blauen Himmel. In „Can’t Take my Eyes off You“ von Frankie Valli kam nochmals ein Hauch Zirkusatmosphäre auf. Und beim Spielen des Konzertmarsches „Blauer Enzian“ von Ernst Hoffmann sowie der „Kesselflicker- Polka“ und „Die schönsten Jahre“ konnte man schon eher von einem Zelebrieren der Stücke sprechen.

Nach einem Dank von Jürgen Waldhör an alle Mitwirkenden und zwei Zugaben für die Zuhörer endete der Abend. Wie sehr die Musik auch die Herzen bewegt hatte, sah man an der Freude in den Gesichtern der Heimkehrenden.

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