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BR-Radltour in Landsberg

03.08.2017

Der Chartstürmer überrascht alle

Max Giesinger begeisterte die Landsberger nicht nur mit seiner Musik, sondern auch mit überraschenden Ideen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Wie Max Giesinger Landsberg zum Kochen gebracht hat. Rund 15000 Besucher feiern das Etappenfinale auf der Waitzinger Wiese.

Unbarmherzig brennt die Augustsonne vom Himmel. Polizisten patrouillieren auf und vor der Waitzinger Wiese. Einer von ihnen ist Michael Strohmeier. Der stellvertretende Dienstellenleiter Landsberg organisiert die Eingangskontrolle: Jeder Besucher wird abgetastet, Taschen werden durchsucht. Am Abend werden es über 15000 Menschen gewesen sein, die diese Kontrolle durchlaufen haben.

Die Szenerie wirkt nur verwunderlich, solange man die Ohren verschließt. In dem Moment, in dem man hinhört, weiß man sofort, was auf der Waitzinger Wiese in Landsberg gespielt wird. Laut dröhnen Bass und Stimmen der Bayern-3-Band von der bunt beleuchteten Bühne. Was hier zu sehen ist, ist das Fest zum Finale der dritten Etappe der BR-Radltour mit dem Hauptakt Max Giesinger. Es verspricht, ein riesiges Event zu werden.

Viele Gäste sind am frühen Nachmittag noch nicht zu sehen. Schuld ist wohl die Hitze. Die bereits Anwesenden verteilen sich auf die Schattenplätze. Darunter sind Angelika und Reinhardt, ein Rentnerehepaar aus Finning. Seit 20 Jahren fahren sie der BR-Radltour hinterher und sehen sich die Konzerte an. „Ich finde es schade, dass so drastische Sicherheitsmaßnahmen dieses Jahr nötig sind, aber es stört mich überhaupt nicht, ich fühle mich viel sicherer,“ so die Rentnerin.

Mit sinkendem Sonnenstand steigt die Besucherzahl. Unter den Neuankömmlingen sind auch Sandra Elzer und Stefan Mastbauer mit ihren Kindern Matteo und Mila. Die Familie stammt aus Bitterfeld bei Halle und verbringt ihren Sommerurlaub im Landkreis. Das Konzert anzusehen ist für sie ein Muss. „Mein Sohn Matteo und ich sind die größten Fans von Max Giesinger,“ so Sandra Elzer. Genauso wie die Bänke, die den kompletten mittleren Teil der Waitzinger Wiese beherrschen – aufgestuhlt ist für über 4000 Personen – ist jetzt auch der Platz vor der Bühne völlig belegt. Hier tanzen schon die ersten Fans der Bayern-3-Band ausgelassen zu Stimmungsklassikern wie „Skandal im Sperrbezirk“. Unter ihnen ein großer Teil der 1100 Teilnehmer der BR-Radltour, wie etwa Christina Sagstetter und Thomas Denner. Die beiden haben sich vor zehn Jahren kennengelernt – auf der BR-Radltour – und sind bald darauf zusammen gezogen, wie sie erzählen. Auch sie sind gespannt auf das Konzert. Das Publikum ist gut gemischt. Rentner stehen neben Jugendlichen, Familien mit Kindern tanzen Seite an Seite mit kinderlosen Paaren. Überraschend: An einem Tisch sitzt eine Gruppe auffallend gekleideter Metal-Fans. Auch sie haben hier ihren Spaß.

Vielfalt auf der Kulinarischen Meile

Auf der „Kulinarischen Meile“ herrscht, es ist inzwischen schon 19 Uhr, reger Andrang. Düfte verschiedener Köstlichkeiten, von frittierten Kartoffelscheiben am Stiel bis hin zu Kässpatzen, vermischen sich zu einer einzigartigen Kombination, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Doch die vorherrschende Stimmung ist inzwischen eine beinahe greifbare Anspannung. Die Vorband kündigt ihre letzten Lieder an, ein Imagefilm über Landsberg wird gezeigt.

Doch die Menge wartet nur auf eins, den Grund, warum viele Besucher zum Teil seit Stunden vor der Bühne ausharren – Max Giesinger. Ganz vorne mit dabei: der 19-jährige Benedikt Krackhardt. „Ich bin hier, um zu feiern, aber vor allem, um Max Giesinger zu sehen.“ Der Chartstürmer („80 Millionen“) startet seinen Auftritt mit einem Gag. Während die Band auf der Bühne spielt, auf die jeder achtet, gebannt darauf wartend, dass Giesinger das Rampenlicht betritt, fängt der plötzlich im Rücken der Menge auf einer kleinen, beinahe versteckten Bühne an zu singen. Doch die erste Verwirrung ist schnell überwunden, und als der Sänger sich langsam, dabei immer weiter seinen Song „der Junge der rennt“ singend, durch die begeisterte Menge in Richtung Hauptbühne begibt, ist die Stimmung auf dem Höhepunkt.

Der Musiker versteht es hervorragend, die Zuschauer zum Mitmachen zu animieren, durch explizite Aufforderungen, die ein Meer aus erhobenen Händen oder ein Klatsch-Fanal zur Folge haben. Und als der Himmel dunkler wird, entführt Giesinger seine Gäste in seine Welt, während weiterhin Polizisten ihre Kreise auf dem Festgelände ziehen.

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