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Prozess

18.07.2020

Der Frau ein blaues Auge geschlagen

Weil er seine Frau zwei Mal geschlagen hat, ist ein 35-Jähriger aus dem Landkreis zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
Bild: Jan-Philipp Strobel/dpa

Ein Mann aus dem Landkreis geht vor seinen Kindern zwei Mal auf seine Ehefrau los

Weil er seine Frau geschlagen hat, ist ein 35 Jahre alter Mann am Amtsgericht in Landsberg zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Nach den Aussagen der Frau und zweier Kinder hatte sich die vorsätzliche Körperverletzung in zwei Fällen für das Gericht bestätigt.

Wie berichtet, hatte der Angeklagte in einer ersten Verhandlung Anfang Juli die ihm zur Last gelegten Vorwürfe bestritten. Er habe versucht, seine Frau zu beruhigen und sich zu verteidigen. Zugeschlagen habe er nicht. In der Verhandlung war auch eine Sozialpädagogin als Zeugin befragt worden, die die Familie betreut. In ihrer Stellungnahme zu den beiden Vorfällen für das Gericht hatte sie mit keinem einzigen Wort erwähnt, dass der Mann seine Frau geschlagen und ihr ein blaues Auge zugefügt habe.

In der Fortsetzung der Verhandlung wurde nun die Frau gehört. Vor zwei Wochen konnte sie nicht vor Gericht erscheinen, da sie sich wegen des Coronavirus in Quarantäne befand. Dieses Mal wurden auch die 15-jährige Tochter und der zehnjährige Sohn befragt. Ihr Vater musste während der Aussagen den Sitzungssaal verlassen.

„Die beiden Zwischenfälle stellen sich heute ganz anders dar als in der Hauptverhandlung vor zwei Wochen“, sagte Richter Michael Eberle. So habe der Angeklagte im Oktober 2019 nach einem Streit plötzlich zugeschlagen. „Hart, ins Gesicht der Frau“, so Eberle. Mitte Januar 2020 ereignete sich der zweite Vorfall. Die Ehefrau habe telefoniert. Als der Angeklagte seinen Namen hörte, soll er auf die Frau losgegangen sein und mehrmals auf sie eingeschlagen haben, mit der Hand und mit der Faust gegen ihren Kopf. Als sie auf dem Boden lag, soll sie ihrem Mann mehrere Bisswunden am Körper zugefügt haben. Die beiden Kinder sollen versucht haben, die beiden Streithähne zu trennen. Das ist ihnen aber nicht gelungen. Sie wurden vom Vater in ein anderes Zimmer gesperrt und verletzten sich dabei leicht. Einige Wochen lang hatte die Frau ein blaues Auge. Und was war der Grund für die Streitigkeiten? Der Angeklagte soll ein zehnjähriges Kind von einer anderen Frau haben. Das stört seine Ehefrau, die vor Gericht sagte: „Ich möchte keinen Wettbewerb mit einer anderen Frau.“ Weiterer Streitpunkt: Überraschend soll der 35-Jährige angekündigt haben, dass er ihr seinen Verdienst für den Einkauf von Essen und Kleidung nicht mehr zur Verfügung stellen wolle.

Staatsanwältin Julia Ehlert sagte, dass die Straftaten, die vor Gericht behandelt wurden, nur die Spitze eines Eisbergs gewesen sein könnten: „Ich habe überhaupt keine Zweifel, dass sich die Vorfälle so zugetragen haben, wie es in der Anklage steht“, sagte sie. Sie plädierte für ein Jahr Haft auf Bewährung. Verteidiger Helge Müller-Roden setzte sich für eine Geldauflage von 90 Tagessätzen zu je 20 Euro ein.

Amtsrichter Michael Eberle entschied sich für neun Monate Haft, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Für zwei Jahre wird dem Mann ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Hinzu kommen 150 Stunden Sozialarbeit, die innerhalb von acht Monaten abzuleisten sind. (eh)

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