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Brauchtum

09.11.2013

Der Herr der Pferde

Pferde sind seine große Leidenschaft: Florian Maisterl aus Scheuring betreibt einen Pferdehof. Seit fast 30 Jahren ist er mit seinen Tieren beim örtlichen Martinsfest dabei.
Bild: Julian Leitenstorfer

Florian Maisterl aus Scheuring ist mit seinen Tieren an St. Martin im Einsatz. Ein Besuch auf seinem Pferdehof.

„Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“, lautet ein altes Sprichwort. Auf Florian Maisterl aus Scheuring trifft es zweifelsfrei zu. Der 63-jährige Pferdeliebhaber betreibt in seiner Freizeit einen Pferdehof und ist mit seinen Tieren zu verschiedenen Anlässen unterwegs. Zum Beispiel auch wieder morgen beim traditionellen Martinsfest in Scheuring.

Schon an der Eingangstür begrüßen Pferde den Besucher. Die Türglocke ist eingefasst von zwei Einhufern. Hinter dem Wohnhaus erstreckt sich eine kleine Ranch mit zwei Stallgebäuden und einer Scheune. Einige Ponys schlendern gemütlich durch den Offenstall. Vor fast 40 Jahren errichtete Florian Maisterl das erste Stallgebäude, um seiner Leidenschaft nachzukommen: der Pferdehaltung. „Der eine sammelt Briefmarken, ich bin halt ein Rosserer.“ Der gebürtige Scheuringer hat diese Leidenschaft von seinem Vater. „Von dem habe ich das geerbt. Er war beim Militär Futtermeister.“ Seit seiner vorzeitigen Pensionierung vor rund drei Jahren kann sich Maisterl voll und ganz seinem zeitaufwendigen Hobby widmen. „Früher bin ich um 5 Uhr aufgestanden, um die Ranch zu machen und dann in die Arbeit geheizt“, erzählt der frühere Finanzbeamte, „jetzt kann ich das den ganzen Tag ausleben.“

16 Pferde hat Florian Maisterl. Shetlandponys, Islandponys, Haflinger und sogar einen Norweger. Ein Teil der Herde befindet sich auf einer nahe gelegenen Koppel etwas außerhalb des Ortes. Viele Stunden pro Tag investiert er in die Haltung und Pflege seiner Tiere. Darüber hinaus bietet er am Zollhaus Ponystunden an, ist mit seinen Pferden bei Kindergeburtstagen oder spannt für Hochzeiten die Kutsche ein. Ihr Futter erarbeiten sich die Ponys durch ihren Einsatz bei diesen Veranstaltungen, wie Florian Maisterl sagt. Mit seinen Tieren ist er viel in der Region unterwegs. Morgen hat er es nicht ganz soweit: Dann findet am Kirchplatz der traditionelle Martinsmarkt statt. Damit das Martinsspiel des benachbarten Kindergarten authentisch wird, putzt Maisterl Ponydame Maja fein heraus und ein kleiner Bub namens Martin, der den sozialen Heiligen darstellt, darf auf dem Pony reiten. Für Maja ist es schon der x-te Martinsumzug. „Für sowas braucht man ein Pony, das sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Sonst wird der Umzug ein Drama“, sagt Maisterl.

Vergangenes Jahr war das Shetlandpony aber nicht mit dabei. Da musste einer von Maisterls Haflingern einspringen, als Diakon Bruder Kornelius Wagner in die Rolle des Martins schlüpfte. Aber Maja kommt am Montag auf jeden Fall zu ihrem alljährlichen Martinseinsatz, beim Umzug im benachbarten Lagerlechfeld. Und dann steht auch schon bald der Höhepunkt im Kalenderjahr für Florian Maisterl an: Heiligabend. Seit über 30 Jahren findet dann die vom Trachtenverein veranstaltete Scheuringer Waldweihnacht statt. Seit Mitte der 80er-Jahre sitzt Maisterl als Nikolaus verkleidet auf dem Kutschbock und kutschiert mit seinen Pferden das Christkind samt Geschenken ans Bienenhaus, wo Dutzende gespannte Kinder am Nachmittag des 24. Dezember warten. „Das gibt einem einfach viel zurück, wenn man die leuchtenden Augen der Kinder sieht. Das ist einfach nur schön.“

Seine Familie teilt die Leidenschaft für Pferde. Eine von Maisterls Töchtern entdeckte vor Jahren auf einem Pferdemarkt Ponydame Maja. „Sie war verwahrlost und wir haben sie aus diesen schlechten Verhältnissen geholt. Man merkt heute noch irgendwie ihre Dankbarkeit“, sagt Maisterl etwas nachdenklich, als er Maja striegelt. Sein vierbeiniger Liebling steht ein paar Meter entfernt in einem Einzelstall – das 37 Jahre alte Pony Rosi, das seit 31 Jahren bei Maisterl lebt, und so wie einige andere Artgenossen auf dem Hof das Gnadenbrot erhält. Der andere Liebling von Florian Maisterl, Ehefrau Anni, steht hinter dem Hobby ihres Mannes. „Meine Frau ist mein großes Glück – ohne sie würde das alles nicht gehen.“ Und das andere Glück liegt bekanntlich auf dem Rücken seiner Pferde.

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