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17.01.2008

Der Himmel gehört nicht den Männern allein

Leutnant Ulrike Flender gilt als "First Jet-Lady" der Luftwaffe und könnte ein Medienstar werden. Das entspräche jedoch nicht ihrer bescheidenen Art. Und auch ihre Chefs fanden es besser, sie vor allzuviel Film- und Fotokameras abzuschirmen. Sie soll sich beim Jagdbombergeschwader 32 auf dem Lechfeld jetzt auf den Abschluss ihrer Ausbildung konzentrieren.

Einen Jagdbomber vom Typ Tornado zu fliegen und auch als Waffensystem zu beherrschen, das lernte sie in den USA. Jetzt muss sie sich an die Flugbeschränkungen im europäischen Luftraum gewöhnen, an andere Wetterverhältnisse und andere Landschaften. Erst Übung macht den Meister: Noch gut zwei Jahre wird es laut Ausbildungsplan dauern, bis Ulrike Flender als Kampfpilotin voll einsatzfähig ist. So lange wird sie voraussichtlich auf dem Fliegerhorst Lechfeld stationiert bleiben.

Dort dürften die männlichen Kollegen kaum Probleme mit der Frau in in ihren Reihen haben. Frauen leisten auch bei der Luftwaffe wichtige Arbeit und fliegende Besatzungen kennen Frauen am Steuerknüppel längst aus internationalen Übungen. Wenn amerikanische Kampfjets auf dem Lechfeld landen und die Piloten ihren Helm abnehmen, dann schütteln sie schon zuweilen ihr langes Frauenhaar über den Schultern aus.

Die berufliche Laufbahn von Ulrike Flender scheint im nachhinein gesehen schnurgerade vom Kinderzimmer ins Cockpit geführt zu haben. Als kleines Mädchen träumte die heute 25-Jährige bereits vom Weltraum, wollte Astronautin werden und schwärmte für die Fliegerei. Volle Unterstützung erhielt sie vom Elternhaus in der Heimat bei Böblingen. Angefangen vom Legobausatz für ein Space Shuttle bis zum Schüleraustaustausch mit den USA: Vater und Mutter freuten sich über die klaren Ziele und Wünsche der Tochter. Natürlich sei die Mutter etwas besorgt gewesen, als es mit der Fliegerei immer ernster wurde, aber inzwischen sei sie ebenso stolz wie der Vater, verrät die junge Tornado-Pilotin.

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Am Anfang ihrer Bundeswehr-Laufbahn stand eine Schnupperwoche bei der Luftwaffe - noch vor dem Abitur. Danach wurde es ernst mit der Bewerbung als Offiziersanwärterin und einem dreitägigen Test in Köln. "Ich war total nervös und selbst überrascht, dass es dort immer weiter ging", erinnert sie sich in einem Interneteintrag bei der Luftwaffe. Erst nach der Grund- und Offiziersausbildung ging es los mit dem eigentlichen Pilotentraining. Im ersten Schritt stehen für die angehenden Jetpiloten 14 Wochen Fliegerenglisch, Theorie und Überlebenstraining auf dem Lehrplan. Hinzu kommen medizinische Untersuchungen sowie flugphysiologische Ausbildung.

Im zweiten Abschnitt der fliegerischen Vorausbildung absolvierten Ulrike Flender und ihre Mitschüler in Goodyear im US-Bundesstaat Arizona innerhalb von neun Wochen ihre ersten Flugstunden - übrigens auf dem Propellerflugzeug Grob 120 A aus der kleinen Flugzeugwerft in Mattsies bei Mindelheim im Unterallgäu.

Bei ihrem ersten Übungsflug fühlte sie sich zunächst einmal "total überfordert", wie sie sagt: "Kurz nach dem Start habe ich gar nicht mehr richtig realisiert, was überhaupt passiert. Erst als wir schon ziemlich hoch in der Luft waren konnte ich mich etwas entspannen".

Kurz darauf ging es weiter zur Sheppard Air Force Base im Norden von Texas, wo künftige Jetpiloten aus fünf Nationen gemeinsam auf ihre Aufgaben vorbereitet werden. 2005 stieg Ulrike Flender auf Düsenjets um. Tiefflug, Formationsflug, Theorie und Simulatorausbildung waren feste Bestandteile des Lehrgangs. Schritt für Schritt kam sie weiter - und immer mit besten Noten, wie es heute heißt. Ihre Ausbildungsabschnitte in den USA schloss sie noch im alten Jahr auf der Holloman Air Force Base in New Mexico ab. Jetzt ist das Lechfeld ihr neuer Einsatzort. "Die Dritte Seite

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