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02.07.2010

Der Körper als Freund

Das Theater EUKITEA aus Diedorf bietet in seinem mobilen Repertoire eine Reihe von Präventionsstücken für Kinder und Jugendliche an, in denen Sucht und Gewalt thematisiert werden. Foto: Romi Löbhard
Bild: Romi Löbhard

Holzhausen Es ist schon sehr beeindruckend mitzuerleben, wie Jugendliche mit mehrfachen, schweren Defiziten reagieren, wenn sie gemeinsam mit vielen anderen Gleichaltrigen bei der Aufführung eines Theaterstücks anwesend sind. Sie haben ein genaues Gespür für brenzlige Situationen und sind dann erregt bis hin zu lautstarken Gefühlsausbrüchen und lebhafter Körpersprache. Ruhig, beinahe genießerisch verfolgen sie hingegen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Sinnen, angenehme Phasen im Spiel auf der Bühne. Auch und gerade deshalb war die Aufführung eines Theaterstücks in den Regens-Wagner-Schulen Holzhausen ein voller Erfolg.

Der zweimalige Auftritt des Theaters "Eukitea" mit dem Präventionsstück "Mein Körper ist mein Freund" vor Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 16 Jahren war eingebettet in ein pädagogisches Begleitprogramm. Am Vortag stellten das Theaterteam sowie Christine Klein von "FENESTRA", einem Forschungsprojekt der Katholischen Stiftungsfachhochschule Benediktbeuern, das Theaterstück und seine Hintergründe im Rahmen einer Lehrerfortbildung sowie bei einem Elternabend vor. Im Anschluss an die Aufführungen konnten die Jugendlichen das eben Gesehene und Gehörte mit ihren Lehrern und Betreuern aufarbeiten, auch Christine Klein war anwesend und bot Einzelgespräche an.

"Mein Körper ist mein Freund" ist ein Präventionsstück, das Grenzverletzungen im Alltag und sexuelle Gewalt gegen Kinder thematisiert. Es eignet sich für Kinder ab sechs Jahren, aber auch, wie die Aufführungen in den Regens-Wagner-Schulen bewiesen, für Jugendliche bis zu 16 Jahren. Sehr genau, sehr aufmerksam verfolgten die jungen Zuschauer dort das Spiel von Sarah Hieber als Lea und Michael Gleich als Sven, die sich mit einfachen Mitteln wie einem Tuch oder einer Maske in verschiedene Personen verwandelten und mögliche Alltagssituationen nachstellten.

Dramaturgische Effekte

Die musikalische Untermalung durch Fred Brunner am Keyboard setzte dramaturgische Effekte. Die beiden Schauspieler unterschieden die kontrapunktischen Szenen gut verständlich. Auf der einen Seite war das fröhliche Spiel zweier Kinder, die sich von Papa Huckepack tragen und von Oma vorlesen lassen, sich lustig balgen und auch mal kuscheln, wenn Gespenstergeschichten die Runde machen. Mit dem "netten" Nachbarn von nebenan, der Susi zwischen die Beine greift, oder dem komischen Fußballtrainer, der mit Peter duschen will, zeigten Gleich und Hieber die dunkle Seite, die sexuelle Übergriffe ebenso beinhaltet wie ungewollte Berührungen, beispielsweise der aufgedrängte "Schmatz" der Tante bei jedem ihrer Besuche. Die Empfehlung von Sven und Lea an die Zuschauer, wenn sie Ähnliches erleben: "Sagen, dass ich das nicht will und ganz laut Nein sagen." (löbh)

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