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Landkreis Landsberg

15.01.2020

Der Landkreis Landsberg wächst fast so stark wie die Flughafen-Region

Der Landkreis Landsberg wächst und wächst – zu sehen beispielsweise an reger Bautätigkeit wie hier in Hurlach.
Bild: Thorsten Jordan/Archiv

Plus Eine neue Statistik zeigt, wie stark sich der Raum München entwickelt. Und in dieser liegt der Landkreis Landsberg ganz weit vorne. Für Häuslebauer hat das aber keine schönen Folgen.

Welche Region im Großraum München ist seit 1980 am stärksten gewachsen? Zuerst denken dabei sicher viele an die Landkreise Erding und Freising im Umfeld des 1992 im Erdinger Moos eröffneten neuen Münchner Flughafens. Diese Einschätzung ist auch richtig. Interessant ist aber, dass der Landkreis Landsberg gleich nach den Flughafen-Landkreisen das drittstärkste Wachstum im Großraum München aufweist. Das geht aus jetzt vorgelegten Zahlen des Planungsverbands (PV) Äußerer Wirtschaftsraum München hervor.

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Zu lesen ist das in einer veröffentlichten 36-seitigen Broschüre mit dem Titel „Demographische Entwicklung und Flächennutzung im Großraum München“. Daneben finden sich in der Veröffentlichung auch Empfehlungen an die Kommunen zum Umgang mit Flächen und dem Klimawandel.

19 Landkreise und fünf Städte wurden untersucht

Zu diesem Großraum rechnet der Planungsverband insgesamt 19 Landkreise und fünf kreisfreie Städte rund um die Landeshauptstadt – reichend im Norden mit Kelheim, über Mühldorf im Osten, Garmisch-Partenkirchen im Süden und die Stadt Augsburg im Westen.

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Einwohner: Demnach weisen die Landkreise Erding und Freising mit 58 und 56 Prozent das stärkste Bevölkerungswachstum auf. In diesen beiden Landkreisen lebten 1980 zusammen 201.000 Menschen, 2017 waren es bereits 315.000. Landsberg folgt mit 53 Prozent Zuwachs auf Platz drei, oder in absoluten Zahlen ausgedrückt: Zwischen 1980 und 2017 nahm die Einwohnerzahl zwischen Fuchstal und Ammersee von 78.000 auf 119.000 zu, nach den neuesten Zahlen wurde inzwischen auch die 120.000er-Marke übersprungen.

Arbeitsplätze: Daneben boomt der Landkreis Landsberg auch bei der Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Landsberg liegt hinter der Stadt München, den beiden Flughafen-Landkreisen und dem Kreis Landshut auf dem fünften Rang. Die Zahl dieser Arbeitsplätze vermehrte sich im Raum Landsberg von 1980 bis 2017 von 15927 auf 37094, das ist ein Plus von 138 Prozent.

Beim Flächenverbrauch im Mittelfeld

Flächenverbrauch: Die Kehrseite dieses jahrzehntelangen starken Wachstums ist der Flächenverbrauch. Inzwischen werden 11,1 Prozent der Fläche im Landkreis Landsberg für Siedlungs- und Verkehrszwecke genutzt, 1980 waren es erst 6,7 Prozent. Die versiegelte Fläche vermehrte sich damit um 66 Prozent. Damit liegt Landsberg im Großraum München im Mittelfeld. Auch bei dieser statistischen Größe liegen Erding und Freising ganz vorne, dort ist heute mehr als doppelt so viel Fläche verbaut wie 1980, allerdings rangieren auch nicht so wachstumsstarke Landkreise wie Ebersberg, Rosenheim und Starnberg vor Landsberg.

Wohnen: Die Attraktivität des Landkreises Landsberg spiegelt sich auch in den Wohnungspreisen nieder. Allein von 2008 bis 2019 verdoppelten sich die Preise für neugebaute Wohnungen und Ein- und Zweifamilienhäuser von gut 2000 auf knapp 5000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Im Vergleich dazu entwickelten sich nach den Zahlen des Planungsverbands die Mietpreise eher moderat – sie stiegen von gut acht auf gut zehn Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Die Landsberger können sich noch viel Wohnraum leisten

Trotz dieser Teuerungen können sich die Menschen im Landkreis Landsberg vergleichsweise große Wohnflächen leisten: Wie in den ebenfalls eher ländlichen Landkreisen Kelheim und Landshut sind es etwas über 50 Quadratmeter pro Person und damit fast so viel wie in Starnberg (51,6 Quadratmeter) und Miesbach (51,3 Quadratmeter) mit einem außergewöhnlich hohen Anteil an Einkommensmillionären.

Was die Planer den Kommunen empfehlen

Empfehlungen In seiner Broschüre belässt es der Planungsverband aber nicht bei statistischen Zahlen, sondern zieht daraus auch Schlussfolgerungen für die Kommunen: Einerseits sollte die Innenentwicklung Vorrang haben. Andererseits gelte es auch, auf die Entwicklung des Klimas zu achten. Wörtlich heißt es dazu: „Im Hinblick auf ein zukünftig wärmeres Klima muss ein Kompromiss gefunden werden zwischen den immer dichteren und den lockeren Baustrukturen mit hohen Grünanteilen.“

Daneben ermuntert der Planungsverband auch, zu experimentieren. So könnten ebenerdige Supermärkte mit Wohn- und Büronutzungen überbaut werden, ebenso Parkplätze, auch Gebäude mit sozialen Nutzungen wie zum Beispiel Kindergärten könnten aufgestockt werden.

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