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Landsberg

02.08.2020

Der Landsberger Jugendbeirat sagt dem Müll den Kampf an

Am Badeplatz an der Staustufe 15 wird immer wieder Müll hinterlassen.
Bild: Alexander Kaya

Plus Der Badeplatz an der Lechstaustufe südlich von Landsberg ist ein beliebter Treffpunkt der Jugend. Nach Partys bleibt Unrat zurück. Deswegen startet der Jugendbeirat eine Aktion.

Die Wiese an der Lechstaustufe 15 südlich von Landsberg ist als „Wasserwacht-Badeplatz“ bekannt. Der Ort ist nicht nur eine beliebte Badestelle, sondern nachts auch ein Treffpunkt der Jugend. Doch nach den Feiern bleiben oft Müll, Scherben und Flaschen liegen. Sehr zum Ärger der Badegäste und der Mitglieder der Landsberger Wasserwacht, die dort eine Hütte hat. Damit der Platz künftig sauber bleibt, geht der Jugendbeirat der Stadt jetzt mit gutem Beispiel voran. Am Wochenende sammelten Jennifer Lübcke und ihre Mitstreiter erstmals den Müll ein. Und dabei kam einiges zusammen.

Die 23-jährige Jennifer Lübcke ist seit Mai Stadträtin und Jugendreferentin. In der jüngsten Sitzung des Jugendbeirats stellte sie das Projekt vor. Es sieht vor, dass die Mitglieder des Jugendbeirats und andere Jugendliche abwechselnd an den Wochenenden bis gegen 10 Uhr den Müll rund um den Badeplatz einsammeln. Er wird in Säcke gepackt, in eine Mülltonne geworfen und dann vom städtischen Bauhof abgeholt. Die Aktion soll in den sozialen Netzwerken bekannt gemacht werden, zudem wollen Jennifer Lübcke und ihre Mithelfer das Müllproblem auch direkt vor Ort ansprechen.

Stadträtin Jennifer Lübke (rechts), Friederike Jäger und Julian Planer sammeln Müll am Wasserwacht-Badeplatz an der Staustufe ein.
Bild: Julian Leitenstorfer

An diesem Wochenende war Jennifer Lübcke gemeinsam mit ihrem Freund Julian Planer und Friederike Jäger vom Jugendbeirat vor Ort. „Am Samstagvormittag haben wir relativ viel gefunden“, sagt sie. Allerhand Bier-, Wein- und Schnapsflaschen, aber auch Gläser, Verpackungen und sogar Unterwäsche landeten in ihrem Mülleimer. Am Sonntagmorgen lag der Müll bereits auf einem Haufen. „Eine Schwimmerin hat uns gesagt, dass am Abend vorher ein paar Jugendliche gefeiert haben“, sagt Lübcke.

Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne) war selbst viele Jahre Jugendbeirat und lobt die Aktion seiner Nachfolger. In der Sitzung des Jugendbeirats, in der das Projekt vorgestellt wurde, sagte er, dass bislang die Wasserwacht auf der Wiese für Sauberkeit gesorgt habe. Das sei ein großer Aufwand. Nun übernehme der Jugendbeirat quasi die Patenschaft. Die Testphase laufe bis Ende September. Klar sei aber auch, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die den Müll aufsammeln, keine ordnungsrechtlichen Befugnisse hätten. „Ihr dürft niemanden vom Platz werfen, bloß weil jemand seinen Müll liegen lässt“, so Hartmann. Auch gebe es keine Betreuung rund um die Uhr. Jennifer Lübcke ist wichtig zu zeigen, dass Jugendliche nicht nur Müll machen können, sondern ihn auch wieder entsorgen. Sie hofft, dass das gute Beispiel Schule macht und künftig weniger Scherben, Flaschen und Unrat zurückbleibt.

Immer wieder werden Partys gefeiert

Erst am Samstag vor einer Woche hatte an der Lechstaustufe eine Party stattgefunden, bei der die Polizei einschreiten musste. Rund 50 Jugendliche hatten sich dort mit ihren Bassboxen und Getränken getroffen. Diese Party wurde von der Polizei aber schnell beendet. Für die Polizei ging es dabei unter anderem um den Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz, aber auch um die Frage, ob Ordnungswidrigkeiten wie das Zurücklassen von Müll oder Lärmbelästigung vorliegen. Es war der zweite größere Einsatz in dem Bereich in den vergangenen Wochen. Ende Juni hatten Anwohner im Bereich des Englischen Gartens wegen Ruhestörung die Polizei alarmiert. Die Beamten stellten damals knapp 20 junge Leute fest, die ihren Schulabschluss feierten.

Die Wiese am Lechstausee, an der die Hütte der Wasserwacht steht, ist ein beliebter Treffpunkt vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene. Schon seit Jahren klagt die Wasserwacht über ein „erhebliches Müllaufkommen“, wie deren Vorsitzender Stefan Erhard sagt. Auch die Landsberger Polizei bestätigt, dass das Gelände gerade in der Corona-Zeit noch stärker frequentiert sei. Die Polizei weise regelmäßig auf die Verhaltensregeln in dem Landschaftsschutzgebiet hin, wie zum Beispiel, keine Musikanlagen laufen zu lassen, keinen Müll zurückzulassen und keine Getränke im Stausee zu kühlen. Aber die Ermahnungen fruchten offenbar nicht immer. Man räume praktisch jeden Tag Müll und Scherben auf dem Platz am Stausee auf, sagt Stefan Erhard, manchmal auch mit Jugendlichen, die er dort antreffe und die er um Mithilfe bitte. Jetzt sind Jennifer Lübcke und ihre Mithelfer regelmäßig vor Ort.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Landsberg: Das Müllproblem in der Stadt

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