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Landsberg

31.07.2019

Der Landsberger Klinikumschef und seine Firma

Marco Woedl (rechts, neben ihm Landrat Thomas Eichinger) ist seit 2017 Vorstand des Landsberger Klinikums.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Der Chef des Landsberger Klinikums bringt seine berufliche Qualifikation nicht nur in Landsberg ein. Was sein Arbeitgeber dazu sagt.

Was macht der Landsberger Klinikumsvorstand Marco Woedl in seiner Freizeit? Laut eines Medienberichts verbringt der 46-Jährige einen Teil davon als Geschäftsführer der „Cupertino Consulting GmbH“, dem nach eigenen Angaben „größten Marktplatz für Beratungsprojekte im Gesundheitswesen“. Die Firma wurde am 31. Januar 2019 ins Handelsregister eingetragen. Woedl geht in die Offensive und rechtfertigt seinen Zweitjob.

Auf der Internetseite des in Reichertshausen (Kreis Pfaffenhofen an der Ilm) ansässigen Unternehmens ist auch mehr über den Vorstand und Unternehmer zu erfahren: Dort wird zum einen auf seine Funktion als Vorstand des Landsberger Klinikum verwiesen, aber auch auf „umfassende Kenntnissen aus nahezu allen Klinikbereichen und intensive Führungserfahrung“, „über 20 Jahre erfolgreiche berufliche Tätigkeit im Krankenhausmanagement als Vorstand, Geschäftsführer und Berater“ sowohl in privaten als auch kommunalen Kliniken und darüber hinaus auch in einer Unternehmensberatung im Gesundheitswesen. Bis 2013 war Woedl auch Geschäftsführer der Ilmtalklinik in Pfaffenhofen an der Ilm. 2017 erhielt Woedl einen Fünfjahresvertrag als Vorstand des Landsberger Klinikums.

Die Nebentätigkeit ist vertraglich zugesichert

Für Landrat Thomas Eichinger (CSU) ist die Nebentätigkeit Woedls keine Neuigkeit, auch der Verwaltungsrat wisse davon, erklärte er auf Nachfrage des LT. Er und Woedl betonen übereinstimmend, dass die Nebentätigkeit in der Cupertino Consulting GmbH kein Geheimnis gewesen sei. „Die Nebentätigkeit ist im Vertrag enthalten und schriftlich genehmigt“, erklärt Eichinger, nachdem Woedl zuvor dies aus seinem Urlaub in einer schriftlichen Stellungnahme mitgeteilt hatte. In dieser Presseerklärung versichert Woedl auch, dass diese Nebentätigkeit in keiner Weise mit seinen Aufgaben als Vorstand kollidiere: „Der Aufwand für diese Nebenbeschäftigung ist sehr gering, liegt bei etwa zwei Stunden pro Woche.“

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Der Landrat fordert Transparenz

Die Aufgaben im Klinikum ließen auch gar keinen Platz für zusätzliche Tätigkeiten im Tagesgeschäft. Auch Landrat Eichinger sagt, er sehe keine Interessenkonflikte zwischen der Tätigkeit als Klinikumsvorstand und Cupertino-Geschäftsführer. So dürfe Woedl keine In-Sich-Geschäfte zwischen beiden Unternehmen abschließen. Bei Aufträgen des Klinikums an Dritte sei auch der Blick auf Woedls frühere Tätigkeiten bei anderen Kliniken und im Beratungsgeschäft gegeben. Dass hier „Sensibilität und Transparenz“ wichtige Maßstäbe seien, sei allen Beteiligten klar. Bei einem Vorstand, der so lange in der Branche tätig sei, müsse das Bewusstsein dafür immer vorhanden sein.

Geschäftsmodell der Cupertino Consulting ist laut Webpräsenz die Vermittlung von Beratern zu Themen wie: Erlöse steigern, Sachkosten und Personalkosten senken, Klinik sanieren, Personal gewinnen, Prozesse und Kommunikation optimieren, Führungskräfte trainieren und eigene Projekte konfigurieren, ist der Cupertino-Internetseite weiter zu entnehmen. Auch mehrere Kooperationspartner sind genannt, unter anderem eine Anwaltskanzlei, ein Büro für Kommunikation und ein Pharmakonzern.

Lesen Sie auch den Kommentar: Klinikum: Zweitjob ist eine sensible Sache

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