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Landkreis Landsberg

19.02.2021

Der Landsberger Landrat Eichinger chattet mit der Kanzlerin

Bei einer Liveschaltung via Facebook zeigte sich Landrat Thomas Eichinger besorgt wegen der Virus-Mutationen im Kreis Landsberg.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Der Landsberger Landrat Thomas Eichinger ist besorgt wegen der Virus-Mutationen im Landkreis. Was in einer Schalte mit Bundeskanzlerin Merkel besprochen wird.

Weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19, immer mehr bestätigte Fälle von Virus-Mutationen und ein Corona-Ausbruch im Landsberger Klinikum: Für den Landkreis Landsberg gab es in dieser Woche mehrere Hiobsbotschaften. Gemeinsam mit 95 anderen bayerischen Landräte und Oberbürgermeistern nahm Landsbergs Landrat Thomas Eichinger (CSU) am Freitag an einer Liveschalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. Was dabei besprochen wurde und wieso er die kommenden Tage für „heikel“ hält.

Wie Thomas Eichinger auf LT-Nachfrage mitteilt, dauerte der Austausch mit Angela Merkel, an dem auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) teilnahmen, rund zwei Stunden. „Ich finde es wichtig, dass die Bedenken auch aus Sicht der Landräte und Bürgermeister vermittelt werden.“ Landsbergs Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl war übrigens nicht dabei – die teilnehmenden Rathauschefs wurden nach der Einwohnerzahl der Städte festgelegt.

Einige Teilnehmer plädieren für Lockerungen

Den Kommunalpolitikern brannten laut Thomas Eichinger mehrere Themen unter den Nägeln. Er selbst habe sich allerdings nicht zu Wort gemeldet. „Es wurden aber alle Themen angesprochen, die uns auch hier beschäftigen.“ So wurde etwa die Bitte formuliert, Auszahlungen von finanziellen Hilfen zu beschleunigen und transparenter zu gestalten. Auch die Impfstoff-Knappheit beschäftige viele: Laut Thomas Eichinger erschwere das Auftreten der Virusmutationen die Konstellation zusätzlich: „Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.“ Einige Teilnehmer der Gesprächsrunde hätten wegen sinkender Inzidenzwerte für Lockerungen plädiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe in Bezug auf das Infektionsgeschehen jedoch von einer „Pendelbewegung“ gesprochen und zur Vorsicht gemahnt. Eichinger kann das nachvollziehen. „Ich halte diesen Kurs für richtig. Wir müssen auf Sicht fahren.“

An der virtuellen Gesprächsrunde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nahmen Landräte und Oberbürgermeister aus dem Freistaat teil.
Bild: Landratsamt Landsberg

Bereits in seiner virtuellen Bürgersprechstunde am Donnerstag wurde deutlich, dass dem Landsberger Landrat die sogenannte südafrikanische Corona-Mutation, die mittlerweile im Landkreis Landsberg die dominante Art des Virus ist, große Sorgen bereitet. „Die Verläufe sind zwar nicht schwerer, auch nicht milder. Aber die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist das Problem.“

Thomas Eichinger ist besorgt wegen der Virus-Mutationen

Vor diesem Hintergrund sei die aktuelle Situation heikel und sensibel, sagte Eichinger, der auch auf die am Montag geplante Rückkehr zum Präsenzunterricht an Grundschulen verwies. „Die Frage ist: Schaffen wir es, dass wir weiter eine absinkende Zahl der Infektionen behalten oder droht uns eine stark ansteigende Kurve, die ein exponentielles Wachstum des Virus ausdrückt? Das ist es, was wir befürchten und wir wollen alles dafür tun, es nicht dazu kommen zu lassen.“ Die aktuellen Zahlen im Landkreis deuteten eher auf ein anwachsendes Infektionsgeschehen hin. Weitere Lockerungen – zum Beispiel bei der Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen – wird es daher vorerst nicht geben.

Vor der Öffnung der Schulen wies der CSU-Politiker Schüler und Lehrer auf die Möglichkeit hin, sich im Testzentrum oder bei für Reihentests beauftragten Ärzten testen zu lassen. „Sobald bessere Schnelltests zugelassen sind, werden wir diese in den Schulen auch auf freiwilliger und flächendeckender Basis durchführen.“ Ab nächster Woche sollen laut Eichinger auch wieder Schulbusse fahren. Um für „Entzerrung“ zu sorgen, werden an manchen Stellen Verstärkerbusse zum Einsatz kommen.

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