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Kabarett in Landsberg

04.11.2017

Der Reverend sagt Amen

Mit seinem Programm „Amen“ schließt Kabarettist Andreas Rebers seine „Trilogie des Glaubens“ ab. Auf der Bühne des Landsberger Stadttheaters war er als Reverend Rebers und als Onkel Andi zu erleben.
Bild: Julian Leitenstorfer

Andreas Rebers war im Stadttheater in Landsberg zu Gast. Er rechnet mit der Gesellschaft ab. 

„Was mir Angst macht, ist, dass mir all das einfällt und Ihnen das auch noch gefällt.“ Den Satz hatte Andreas Rebers bereits beim letzten Besuch der Kleinkunstbühne s’Maximilianeum in Landsberg gesagt. Das war 2013. Einiges andere war ebenfalls bekannt und vielleicht der „Trilogie des Glaubens“ geschuldet, die mit „Amen“ ihren Abschluss finden soll. Entsprechend toben sich beim aktuellen Auftritt des Kabarettisten auf der Bühne des Landsberger Stadttheaters die Figuren der Vorgängerprogramme aus.

Er predigt von Keyboard aus

Reverend Rebers predigt vom Keyboard aus, das auch mal allein weiterspielt, Onkel Andi tigert zwischen Instrument und Sitzgelegenheit hin und her. „Beleidigt sein ist auf eigene Gefahr“, wird zu Beginn gewarnt. Das betrifft vornehmlich die nicht Anwesenden, beispielsweise Gesine Schwan, die mit ihrem Satz von „hausgmachter AfD“ Rebers’ Unmut erregt. „Ich hab’ den Verdacht, im Vogelnest (Frisur, d.Red.) von Gesine Schwan brütet Beatrix von Storch.“ Merkel kommt verhältnismäßig gut weg; „Sie riecht nach Kanzlerin, sie besteht aus Kanzlerin. Sie ist die Sphinx von Berlin, wir hören sie schweigen.“

Aber andere und Pendants dazu seien wiederum vermutlich schon im Publikum auszumachen: Die legendäre Frau Hammer, die, weil bio, öko und vegan für „Zeitgeistnutte“ steht, mit ihrer „Heulsusenpädagogik“ und ihr Kind, ein „sexueller Kollateralschaden“, den der Ingwer wieder richten soll, müssen immer mal wieder herhalten. Im Mittelpunkt aber steht „der Deutsche“ generell. Bei ihm hat Reverend Rebers das „Pentagramm des Ichs“ ausgemacht. Es gibt das Ich, dazu kommen über ich, unter mir, außer sich und ganz wichtig: bei sich.

Ein gewisses Schwarz-Weiß-Schema

Vereinsmeierei kriegt als „german clubbing“ ihr Fett ab, Tierfilme gehören zur „Wahrhaftigkeit dieses Landes“, und so gar kein Verständnis bringt Rebers für die Leute auf, die „Hundescheiße von A nach B tragen“. Was auffällt an dem Abend ist, dass das Programm vom Stil her ein gewisses Schwarz-Weiß-Schema aufweist. Als Reverend ist Rebers sehr ernst, seine Predigtsätze sind hintergründig, verlangen genaues Zuhören. Als Andi driftet der Kabarettist zuweilen fast in seichte Comedy ab – wenn diese auch hinterfotzig, gemein und boshaft daherkommt. Und die Sprache – ein ordentlicher Kontrast zum Auftakt der Kabarettsaison mit Henning Venske und dessen geschliffenen und dabei gleichermaßen perfiden Formulierungen.

„Amen“ mit Andreas Rebers im Stadttheater hat der Bayerische Rundfunk aufgezeichnet. Gesendet wird in radioSpitzen auf Bayern 2; Teil 1 am Freitag, 10. November, von 14.05 bis 15 Uhr (Wiederholung Samstag, 11. November, 20.05 bis 21 Uhr); Teil 2 am Freitag, 24. November, von 14.05 bis 15 Uhr (Wiederholung Samstag, 25. November, 20.05 bis 21 Uhr).

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