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Landsberg

11.11.2015

Der Stadtbus fährt künftig auch mit Hybridantrieb

Der Stadtbus erhält ab 2018 eine neue Antriebsart. Ob die Diesel-Hybrid-Busse die Neue Bergstraße befahren können, war eine Frage im Kreisausschuss.
Bild: Julian Leitenstorfer

Kreisausschuss folgt Beschluss des Stadtrats. Jetzt können die Unterlagen für das europaweite Vergabeverfahren erstellt werden

Auf den Stadtbuslinien werden ab Februar 2018 drei Busse mit Diesel- und drei mit kombiniertem Diesel-Hybrid-Antrieb fahren. Weil nach dem Stadtrat jetzt auch der Kreisausschuss diesem Kompromiss zugestimmt hat, kann der Kriterienkatalog für das europaweite Vergabeverfahren fertiggestellt werden. Die Kreisverwaltung hatte ursprünglich vorgeschlagen, wie bisher nur Dieselbusse einzusetzen, der Stadtrat Ende September beschlossen, künftig nur auf Busse mit Diesel-Hybrid-Antrieb zu setzen.

Der Landkreis ist Aufgabenträger des Öffentlichen Nahverkehrs, koordiniert den Stadtbus und führt das Vergabeverfahren durch. Die Konzession für den Stadtbus hat seit dessen Start im Jahr 1994 die Firma Eisele aus Landsberg. Als Aufgabenträger des Stadtbusses übernimmt der Landkreis auch die Hälfte der Verluste dieses öffentlichen Beförderungssystems. Dietmar Winkler ist im Landratsamt für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständig. Seiner Meinung nach entstehen auf zehn Jahre gerechnet Mehrkosten in Höhe von rund 220000 Euro, wenn drei Diesel-Hybrid-Busse angeschafft werden – also etwa 11000 Euro für den Landkreis im Jahr. Das sei nicht dramatisch, zumal auch eine Förderung von Bund oder Freistaat möglich sei: maximal insgesamt rund 195000 Euro. Doch ob diese Summe wirklich ausgeschüttet wird, sei nicht vorherzusagen.

Wie auch schon in den Sitzungen des Stadtrats, nannte er andere Gründe, die gegen Busse mit kombinierten Diesel-Hybrid-Antrieb sprechen. Es sei eine Übergangstechnologie, zudem gebe es nur zwei Anbieter und in Sachen Verfügbarkeit hinke diese Version deutlich hinter den Dieselbussen her. Kraftstoffverbrauch und Einsatzfähigkeit hingen von der Topografie des Einsatzgebietes ab. Und in Landsberg müsse schließlich die Neue Bergstraße überwunden werden.

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„Schaffen die neuen Busse das?“ war daher die Frage von Kreisrat Josef Loy ( CSU). Die Antwort lieferte sein Kollege Georg Krackhardt (UBV), der eine Fahrschule betreibt. Die Technik sei nicht so neu und bereits erprobt. „Der Bus bleibt nicht stehen, er fährt vielleicht einfach langsamer den Berg hoch.“ Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Dietmar Winkler, dass die neuen Busse vorab getestet werden. Zwei Wochen lang, mit Wassertanks beschwert, die dem Gewicht von Fahrgästen entsprechen, sollen die Busse die Stadtbuslinien abfahren.

Mitglied des Kreisausschusses ist auch Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner. Er berichtete über die Entscheidungsfindung im Stadtrat. Dort war Ende September beschlossen worden, nur noch Busse mit Diesel-Hybrid-Antrieb fahren zu lassen. Vor drei Wochen hoben die Stadträte diese Entscheidung wieder auf und einigten sich nach langer Diskussion auf den Kompromiss, drei Fahrzeuge wie gehabt mit Dieselantrieb auszustatten und drei mit kombinierten Diesel-Hybrid-Antrieb. „Wir haben uns das Leben nicht einfach gemacht“, sagte Neuner im Kreisausschuss. Der Kompromiss sei eine gute Entscheidung.

Die Mehrheit (11:2) der Kreisräte folgte der Entscheidung des Stadtrats. Quirin Krötz (CSU) stimmte nicht zu. Die Wagnisse seien ihm zu groß und für den Klimaschutz, ein Hauptargument der Befürworter, könne an anderer Stelle mehr gemacht werden. „Einer muss ja beginnen“, sagte Herbert Kirsch (Freie Wähler), und Hannelore Baur (SPD) regte an, auch beim Anruf-Sammeltaxi auf den Diesel-Hybrid-Antrieb umzusteigen.

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