1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Der TSV weint bittere Abstiegstränen

Landsberg

18.05.2018

Der TSV weint bittere Abstiegstränen

Der TSV Landsberg steigt in die Landesliga ab. Torwart Philipp Beigl war am Boden zerstört und musste nach Schlusspfiff von Mitspieler Andreas Fülla getröstet werden.
Bild: Julian Leitenstorfer

Landsberg muss den Gang in die Fußball-Landesliga antreten. Der eigene Sieg hilft nichts, denn die Konkurrenz trifft in der 90. Minute.

Sie hatten ihre Hausaufgaben gemacht und den TSV Kornburg mit 3:1 geschlagen. Die Spieler des TSV Landsberg standen im Mittelkreis und warteten die Ergebnisse der anderen Partien ab. Denn trotz des eigenen Erfolgs hatte der Tabellenvorletzte der Fußball-Bayernliga Süd den Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand. Um 20.21 Uhr war es dann bittere Gewissheit, als die Endergebnisse des 38. Spieltags feststanden. Torwart Philipp Beigl warf seine Handschuhe auf den Rasen und vergoss wie einige andere Mitspieler bittere Tränen.

Schon vor dem letzten Spieltag waren die Voraussetzungen klar: Landsberg muss das bereits als erster Absteiger feststehende Kornburg schlagen, um noch eine Chance auf die Relegation zu haben. Doch selbst dann dürfte von den beiden Konkurrenten SB Chiemgau Traunstein und SV Kirchanschöring maximal einer gewinnen.

Der TSV lässt viele Chancen liegen

Und so legte der TSV gegen Kornburg gleich los wie die Feuerwehr. Nach nicht einmal zwei Minuten hatte Sebastian Bonfert nach einem langen Ball von Sebastian Nichelmann die Chance zur Führung, doch er vergab alleine vor dem Torwart. Wenige Minuten später machte es der Routinier besser: Nach genialem Zuspiel von David Mihajlovic tunnelte er Torwart Simon Kunze und traf zum 1:0 (6.). Doch die Landsberger Führung hielt gerade einmal fünf Minuten. Mit der ersten gefährlichen Situation vor dem Kasten der Hausherren besorgte Pawel Kowal nach einem Freistoß das 1:1 (11.).

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Aber Landsberg drückte weiter und startete Angriff um Angriff. Jonas Meichelböck zog aus 25 Metern ab und verfehlte das Kornburger Tor nach rund einer Viertelstunde nur um Haaresbreite. Danach bediente Bonfert seinen Kapitän Philipp Siegwart, doch der Angreifer blieb im Duell mit Schlussmann Kunze, der eine sensationelle Fußabwehr zeigte, nur zweiter Sieger. Danach hatte erneut Bonfert die Chance aufs 2:1, doch sein Schuss aus kurzer Distanz war zu harmlos (25.). Generell zeigte der Routinier eine starke Partie, vergab bis zur Pause jedoch noch drei weitere Hochkaräter.

Und die Gäste? Die waren nach dem Ausgleich noch zweimal bei Kontern gefährlich, hatten ansonsten ihre liebe Not mit dem Landsberger Offensivfeuerwerk. Immerhin rettete sich der Absteiger mit dem schmeichelhaften 1:1 in die Kabine.

Das Spiel in Landsberg ist bereits aus, als Kirchanschöring noch trifft

Sebastian Bonfert machte in der zweiten Hälfte da weiter, wo er aufgehört hatte: Er ließ Chancen liegen. So zum Beispiel in der 56. Minute, als er eine gute Gelegenheit per Kopf vergab. Besser machte es dann der eingewechselte Andreas Fülla. In der 68. Minute nagelte er per Direktabnahme den Ball aus gut 25 Metern ins linke Kreuzeck – ein Treffer der Marke „Tor des Monats“. Vom ersatzgeschwächten Kornburg, das an diesem Tag mit sieben Spielern aus der Kreisliga-Mannschaft und zwei Spielern aus der AH angereist war, kam offensiv gar nichts mehr. Dafür stellte Philipp Siegwart nach 79 Minuten auf 3:1.

In der Zwischenzeit waren die rund 560 Zuschauer zumeist eh damit beschäftigt, die Ergebnisse der anderen Partien zu verfolgen. Traunstein hatte zwischenzeitlich einen 1:2-Rückstand in Vilzing in ein 3:2 gedreht. Somit kam es auf die Partie zwischen Wolfratshausen und Kirchanschöring an. Dort stand es beim Schlusspfiff in Landsberg noch 0:0. Und bei diesem Ergebnis hätte sich der TSV zum dritten Mal in Folge in die Relegation gerettet. Doch in der 90. Minute erzielte Özgür Kart das 1:0 für Kirchanschöring und rettete seinen Klub damit in die Relegation – Landsberg stand neben Kornburg als zweiter Absteiger fest.

Trainer und einige Spieler gehen

Die abschließende Pressekonferenz sollte zugleich der Abschied von Trainer Guido Kandziora sein. Er hatte bereits im Vorfeld angekündigt, den Verein nach Saisonende zu verlassen. „Der Abstieg tut weh. Aber wir sind nicht heute abgestiegen, sondern in Spielen wie gegen Dachau, Neumarkt oder auch Kirchanschöring. Die letzten vier Spiele waren gut, da waren wir psychisch und physisch da.“ Wo und wie es für den 50-Jährigen weitergeht, ist offen. Jedenfalls muss sich der TSV Landsberg nach einem neuen Trainer umsuchen und auch nach etlichen neuen Spielern. Denn einige Akteure werden den Verein verlassen und nicht mit in die Landesliga gehen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren