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Utting

06.06.2019

Der Uttinger Sonnenanger steht vor dem Aus

So hätte das gemeinschaftliche Wohnen auf dem Menter-Gelände aussehen können. Jetzt hoffen die Initiatoren auf eine andere Möglichkeit in Utting.

Die Idee vom gemeinsamen Wohnen in Utting scheitert vorerst. Das Mentergelände ist aber immer noch nicht verkauft. Wer das Gemeinschaftsprojekt weiterverfolgen will.

Wie geht es weiter mit dem Menter-Grundstück im Westen von Utting, das die Gemeinde im Rahmen eines Investorenwettbewerbs verkaufen will? Dazu informierte Bürgermeister Josef Lutzenberger in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Hohe Gewichtung für den Kaufpreis

Mithilfe eines Punktesystems wurden die eingegangenen Angebote bewertet. Dabei lag die Gewichtung mit 50 Prozent beim Kaufpreisgebot, mit 40 Prozent bei der Qualität des Nutzungs- und Bebauungskonzeptes und mit zehn Prozent bei der Zukunftsfähigkeit der gewerblichen Nutzung. Nach Diskussionen im Gemeinderat habe sich die Zahl auf drei Anbieter reduziert, so Lutzenberger weiter, die ihr Konzept inzwischen in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellt haben. Mit dem Punktmeisten sei man in weitere Verhandlungen eingetreten, ein Notarvertrag sei jedoch noch nicht unterschrieben, so Lutzenberger. Es wird einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan geben. Mit dem Käufer werde dann ein städtebaulicher Vertrag geschlossen.

Mit viel Zuversicht ein Gebot abgegeben

Zu den Bietern gehörte auch der Verein Sonnenanger. Am 14. Januar hat er sein Gebot und ein Konzept abgegeben. Mit viel Zuversicht: „Wenn wir Glück haben, wird im Mai der Kaufvertrag unterzeichnet, Baubeginn könnte dann Sommer 2019 sein“, ist noch auf dessen Webseite zu lesen. Diese Hoffnung hat Architektin Bettina Grehl, die das Konzept ehrenamtlich entworfen hatte, aber inzwischen begraben, wie sie dem Landsberger Tagblatt sagt. Der Verein wollte auf dem 4800 Quadratmeter großen Grundstück Wohnraum für 36 Personen auf knapp 1000 Quadratmetern schaffen, davon etwa 50 Prozent im sozialen Wohnungsbau. Geplant waren auch 550 Quadratmeter Gewerbeflächen, in Form von Café, Ateliers und Werkstätten, zugeschnitten auf das Gewerbe am Ammersee-Westufer.

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Den Künstlerort Utting stärken

Mit dem „Kreativhof“ sollte der Künstlerort Utting gestärkt werden, so Grehl: „Viele Künstler und Kleingewerbetreibende können sich Utting nach eigenen Angaben im Alter nicht mehr leisten.“ Auch der Verein Füreinander habe sie angesprochen und die Integration einer Tagespflege ins Spiel gebracht. Ebenso sah eine soziale Einrichtung in diesem gemeinschaftlichen Wohnprojekt den idealen Ort zur Integration von leicht behinderten Menschen. „Es sollte ein integratives Projekt werden mit sozialem Miteinander über alle Altersgruppen hinweg.“

Seit vielen Jahre erhofft sich die 57-jährige Münchner Architektin, die seit zweieinhalb Jahren in Utting in einer Wohngemeinschaft lebt, die Verwirklichung ihres Traums, für den sie den idealen Platz auf dem Menter-Grundstück ausgemacht hat. Ziel des Projekts mit einem Gesamtvolumen von knapp sieben Millionen Euro war auch, Bodenspekulationen zu stoppen und die Mieten, veranschlagt waren 13 Euro pro Quadratmeter, günstig zu halten. Finanziert werden sollte nach dem Modell des Mietshäuser Syndikats und zum Teil über Direktkredite.

Geringer Flächenverbrauch

Wichtig waren Grehl auch Nachhaltigkeit und geringer Flächenverbrauch. So sollte die Wohnfläche pro Person 30 Quadratmeter nicht übersteigen. Carsharing, Gäste- und Gemeinschaftsräume wie Küchen sollten das Zusammenrücken und Teilen fördern.

Hoffnung auf ein neues Grundstück

Inzwischen hat sich eine Kerngruppe – überwiegend gehören Personen vom Ammersee-Westufer dazu – gebildet, die dieses Konzept nun weiter vorantreiben will. „Ich hoffe darauf, dass uns ein anderes Grundstück oder Haus angeboten wird“, so Bettina Grehl.

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