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Landsberg

21.11.2018

Der Vater des Bastelladens und Mitbegründer der UBV ist tot

Max Doll war vielen Landsbergern als Inhaber des Bastelladens in der Altstadt bekannt. Er saß viele Jahre auch im Stadtrat - zuerst für die CSU, dann für die UBV.
Bild: Max Doll (Archiv)

Max Doll war ein echtes Landsberger Urgestein. Der Geschäftsmann und langjährige Stadtrat ist im Alter von 93 Jahren gestorben.

Der frühere Geschäftsmann und ehemalige Stadtrat Max Doll ist am Sonntag im Alter von 93 Jahren gestorben. Der Schreinermeister galt als Landsberger Urgestein und ist einer der Mitbegründer der Unabhängigen Bürgervereinigung (UBV), deren Ehrenmitglied er war. Sein Bastelladen in der Vorderen Mühlgasse, den er mit seiner Frau Marianne 47 Jahre bis 2011 führte, war für viele Landsberger erste Anlaufstelle.

Für die Schreinerei, die sich ursprünglich in dem Gebäude befand, war 1964 kein Platz mehr. Der Verkehr in der Vorderen Mühlgasse nahm zu und auf der Straße vor dem Haus war kein Platz mehr, um zu arbeiten oder Holz zu lagern. Die Schreinerei zog an den Rand der Stadt. Die Idee, in den leer stehenden Räumen ein Geschäft zu eröffnen, hatte Max Doll. Denn die Nachfrage nach Bastel- und Hobbybedarf war groß.

Max Doll war 28 Jahre Mitglied im Stadtrat

Zwei Jahre nach der Eröffnung des Ladens wurde er für die CSU in den Stadtrat gewählt. Damals hieß der Oberbürgermeister noch Rudolf Engshuber. Mit einer Mischung aus Bürgernähe, Humor, zurückhaltender Bescheidenheit, aber auch unnachgiebigem Engagement setzte sich Max Doll vor allem für die Belange der Innenstadt ein. Er war unter den CSUlern einer derjenigen, die maßgeblich dazu beitrugen, dass mit der ursprünglich nicht vorgesehenen Kandidatur von Hanns Hamberger und dessen Wahl zum OB frischer Wind ins Rathaus kam. 1970 übernahm der „OB-Macher“ dann das Stadtratsreferat für die Städtischen Werke. Ein Amt, das er bis zu seinem freiwilligen Ausscheiden am 29. September 1994 innehatte. Allerdings gehörte Doll stets zu denjenigen, die auf die Mitspracherechte des Stadtrats und das Recht der Bürger auf Information pochten.

Besondere Brisanz bekamen diese Forderungen bei der geplanten Ansiedlung des Großchemiebetriebs Eli Lilly zwischen Landsberg und Kaufering. Diese Industrieansiedlung hielt er sowohl strukturpolitisch wie ökologisch für falsch und wurde auch, konsequent wie Doll immer war, einer der führenden Köpfe einer Bürgerinitiative. Dabei scheute er auch nicht davor zurück, den Bruch mit der eigenen CSU-Fraktion in Kauf zu nehmen.

Sein Austritt aus der CSU löste ein politisches Erdbeben aus

Mit Ludwig Schilling und Georg Eschenlohr initiierte er die Gründung der UBV. Deren Wahlerfolg 1978 löste in Landsberg ein kleineres kommunalpolitisches Erdbeben aus. Fortan gab es nämlich keine absoluten Mehrheiten mehr im Stadtrat. Die UBV ist seit dieser Zeit ununterbrochen im Stadtrat vertreten. Von 1988 bis 2000 stellte sie mit Franz Xaver Rößle gar den Oberbürgermeister. 1994 zog sich Max Doll im Alter von 70 Jahren freiwillig aus dem Ehrenamt Stadtrat zurück. Auf die Verleihung des Goldenen Ehrenrings an ihn verzichtete er, auch aus der Überzeugung, einfach nur seine Pflicht getan zu haben. Einmal kam jedoch selbst er nicht aus: Der ehemalige Landrat Erwin Filser, der Max Dolls Einstellung gegenüber Ehrungen allzu gut kannte, kam kurzerhand unangemeldet und für Doll völlig überraschend bei diesem vorbei. Dabei überreichte er ihm die Kommunale Verdienstmedaille. (hön/wu)

Beerdigung Der Trauergottesdienst für Max Doll findet am Dienstag, 27. November, um 13.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt statt, die Beerdigung um 15 Uhr auf dem Alten Friedhof in Landsberg.

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