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13.03.2009

"Der Verkehr, das sind doch wir"

Dießen/St. Georgen Überschaubar ist am Donnerstag das Publikum bei der Dießener Bürgerversammlung im Wirtshaus am Kirchsteig in St. Georgen gewesen. Rund 60 Besucher dürften es gewesen sein, etwa die Hälfte bestand aus Kommunalpolitikern und Verwaltungsmitarbeitern. Nach dem Bericht von Bürgermeister Herbert Kirsch sorgten Verkehrsthemen für den meisten Gesprächsstoff.

Ein Bürger brachte die Diskussion ins Laufen, als er nach den Konsequenzen aus den gemessenen Feinstaubkonzentrationen in der Johannisstraße fragte. Der Bürgermeister verwies auf eine "hochrangige" Runde des Gemeinderates mit Vertretern des Landesamts für Umwelt, der Regierung von Oberbayern und des Staatlichen Bauamts in Weilheim. Als Maßnahme, von der sich alle Beteiligten am meisten versprechen, nannte Kirsch eine verkehrsabhängige Ampel am Marktplatz, die allzu lange Rückstaus in der Johannisstraße vermeiden soll.

Diskussionen um Umfahrungen scheinen in Dießen derweil Vergangenheit zu sein.

"Jede Wahlperiode hat ihr Gutachten zum Verkehr und bei jedem Gutachten kommt das Gleiche raus", betonte Kirsch, "der Verkehr, der durchfährt und herumfährt, das sind wir." Selbst wenn nicht naturschutzfachliche Überlegungen gegen Umfahrungen in Dießen sprächen, so Kirsch weiter, wären diese weder sinnvoll, noch machbar und finanzierbar.

"Der Verkehr, das sind doch wir"

Deshalb würden auch in dem neuen Flächennutzungsplan keine neuen Straßentrassen berücksichtigt. Dass aber doch nach den gesetzlichen Vorgaben wegen der Feinstaubbelastung gehandelt werden müsse, verdeutlichte schließlich ein anderer Bürger. Die beteiligten Ämter hatten da selbst unterschiedliche Auffassungen, antwortete Kirsch, "da ist der eine nicht glücklich darüber, was der andere sagt". Der Vorschlag, wie noch mehr Personen zum Umsteigen auf die Bahn motiviert werden könnten - zumindest am neuen Haltepunkt in St. Alban wurde diskutiert. Man bräuchte dort ein bis zwei Straßenlampen in der Straße Am Roßacker. Kirsch sicherte einen Augenschein zu.

Ein weiteres immer wieder angesprochenes Verkehrsthema ist die Staatsstraße Dießen-Rott, die nun zumindest im Abschnitt von Abtsried über die Abzweigung nach Dettenschwang bis zur Bischofsrieder Höhe saniert werden soll - inklusive des Umbaus der unfallträchtigen Abzweigung nach Dettenschwang (siehe Kasten).

Gemeinderat brütet intern über dem neuen Flächennutzungsplan

Daneben erwähnte Kirsch den Fortgang der Diskussionen zum künftigen Flächennutzungsplan. Diese Verhandlungen führt der Gemeinderat derzeit noch in internen "Workshops", um einen Entwurf abzustimmen, "und dann werden die Bürger beteiligt", sagte Kirsch. Insgesamt sei damit zu rechnen, dass sich das Bevölkerungswachstum eher abschwäche, bis 2020 werde für Dießen eine Bevölkerungszunahme um 950 Personen auf etwas über 11 000 prognostiziert. "In den vorhandenen Baulandreserven wäre Platz für 1500 Neubürger, und zwar ohne dass ein kleines Häuschen abgerissen wird und dann ein Vierspänner hinkommt."

Wie viel die Gemeinde der Prozess um die Mobilfunkmasten in St. Georgen gekostet habe, wollte ein Bürger wissen.

Kirsch antwortete, der Rechtsstreit habe bislang nichts gekostet, allerdings stehe jetzt eine Schadensersatzforderung im Raum.

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