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Natur

24.06.2015

Der Wald wird zum Forschungsgebiet

Martina Zacios von der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft Weihenstephan informierte die künftigen Forstingenieure über die ökologischen und hydroökologischen Ergebnisse im Trinkwasserschutzgebiet Kaufering.
Bild: Ludwig Herold

In Kaufering sind wieder Studenten aus Weihenstephan zu Gast. Sie informieren sich über das Nachhaltigkeitskonzept der Gemeinde – für das es jetzt auch einen Preis gibt

Seit Montag sind elf Studenten und zwei Professoren der Hochschule Weihenstephan im Forstbereich Kaufering unterwegs. Nicht um Urlaub zu machen, sondern um das von der Marktgemeinde entwickelte Konzept „Nachhaltige Anpassung an zukünftige Klimabedingungen“ zu analysieren und die daraus gewonnenen Erkenntnisse nicht nur zu präsentieren, sondern auch zu nutzen.

Die von Professor Stefan Wittkopf betreuten und Forstrevierleiter Ludwig Pertl begleiteten Studenten müssen, so Pertl, „verwertbare Ergebnisse vorlegen, die auch benotet werden“. Denn deren Forschungsarbeiten seien zum einen ein wichtiger Teil ihres sieben Semester langen Studiums. „Zum andern sind die aussagekräftigen Messungen ganz wichtig für das Kauferinger Nachhaltigkeitskonzept.“ Denn hier gehe es darum, „die Lebensqualität bis 2050 zu erhalten und die gemachten Schäden soweit wie möglich zu reparieren, um die Ökosystemleistungen für unsere Kinder zu sichern, also Entscheidungen zu treffen, für die wir langfristig den größten Nutzen haben“.

Professor Wittkopf, der mit seinen angehenden Forstingenieuren seit 2009 alljährlich in Kaufering forscht, fügt hinzu: „Wir werden uns diesmal besonders die Auen-Standorte Mittelwald im Distrikt Schechen sowie den Energiewald zwischen Kaufering und Landsberg und den Standort Hurlacher Heide anschauen.“ Auf die Frage, ob die Klimaanpassung mit den Kräften der Natur den erwarteten Erfolg verspricht, betont Wegbereiter Pertl: „Bisher sind die Werte sogar besser ausgefallen als unsere Annahme. Ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

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Erstmals dabei ist in der Forschergruppe aus Weihenstephan Professor Jörg Ewald. Aus gutem Grund: „Ich interessiere mich für das Projekt“, sagt er, „weil wir gerade ein Forschungsprojekt im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt durchführen. Es heißt ‚Energiewende und Waldbiodiversität’ und dabei geht es um die Frage, ob in einer Zeit, in der immer mehr Energie aus dem Wald genutzt wird, auch naturverträglich gestaltet werden kann.“

Ein Thema, so Ewald, werde dabei auch der so genannte „Leuchtturmwettbewerb“ sein, bei dem Ideen aus der Praxis abgerufen werden, „wie man Energieholznutzung sowie Artenvielfalt und Biotopschutz mit der Waldbewirtschaftung verbinden kann“.

Und die Bewerbung der neun Landkreisgemeinden für die Forstreviere von Ludwig Pertl, Andreas Brem, Erwin Schmid sowie Martin Mall von der Waldbesitzervereinigung sei eines der Projekte, das vom Bundesamt für Naturschutz die Anerkennung „Leuchtturm für zukunftsfähige Nutzung von Energieholz in Wäldern unter Berücksichtigung von Naturschutz-Aspekten“ erhalte. Professor Ewald: „Kaufering ist damit ein bundesweit vorbildliches Beispiel.“

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