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Lengenfeld

10.10.2019

Der Weg für die Ortsumfahrung Lengenfeld ist (fast) frei

Die Lengenfelder, die direkt an der Staatsstraße wohnen, können auf Besserung hoffen. Die Regierung von Oberbayern hat der Ortsumfahrung zugestimmt.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Bald gibt es im Landkreis eine neue Straße. Die Regierung von Oberbayern gibt grünes Licht für die Ortsumfahrung von Lengenfeld. So läuft das Projekt ab.

Die Nachricht dürfte viele Lengenfelder und Autofahrer in der Region sehr freuen: Die Regierung von Oberbayern hat den Plan für die 3,3 Kilometer lange Ortsumfahrung östlich von Lengenfeld genehmigt. Wir stellen das Projekt vor.

Mit der neuen Ortsumfahrung rollen die Fahrzeuge, die zwischen Weilheim und Landsberg unterwegs sind, nicht mehr durch das lang gezogene Straßendorf. Erfreut darüber ist auch Pürgens Bürgermeister Klaus Flüß. „Das Verkehrsaufkommen ist schon gewaltig. Vor allem für die Anwohner direkt an der Staatsstraße wird es eine enorme Entlastung sein.“ Ein Verkehrszählung vor zwei Jahren ergab, dass rund 9000 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden durch Lengenfeld fahren.

Der Bürgermeister lobt die Grundstückseigentümer

Seit zwölf Jahren arbeite die Gemeinde drauf hin, dass eine Ortsumgehung gebaut werde, so der Bürgermeister. „Das ist eine lange Zeit, wobei andere Projekte noch viel länger bis zu Realisierung dauern.“ Dass das Vorhaben noch vergleichsweise gut vorangekommen sei, sei auch den Landwirten und anderen Grundstückseigentümern zu verdanken. „Sie waren sehr entgegenkommend“, betont Flüß.

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In den kommenden Wochen werde es nun erst einmal darum gehen, die Notarverträge mit den Grundstücksbesitzern zu vollziehen. Dies werde bis Dezember oder Januar abgeschlossen sein. „Wir haben im Jahr 2017 bereits einige Grundstücke erworben, die wir jetzt nutzen können, um mit den Eigentümern Flächen zu tauschen.“

Was der Gemeinde bei der Trassenführung wichtig ist

Wichtig war den Pürgenern, dass die Umgehungsstraße so verläuft, dass sie die vier Ortsteile nicht voneinander trennt. Laut Bürgermeister sind auch die Aussiedlerhöfe dabei berücksichtigt worden. „So haben wir die Chance, den dörflichen Charakter unserer Gemeinde wieder mehr zu stärken.“ Darüber hinaus müsse geschaut werden, welche weiteren Entwicklungspotenziale sich durch die neue Situation noch ergeben.

Die Ortsumfahrung Lengenfeld erstreckt sich von der Anschlussstelle im Süden des Ortes bis zu einer Anschlussstelle nördlich des Ortsteils im Bereich des Gewerbegebiets. Dort ist ein Kreisverkehr vorgesehen. Im Norden wird der Anschluss an die Staatsstraße in Richtung Dießen neu gestaltet, informiert die Regierung von Oberbayern. Denkbar ist laut Klaus Flüß, dass die Bauarbeiten im Jahr 2021 beginnen könnten. Er rechnet damit, dass die Fertigstellung mindestens ein Jahr dauern werde.

Entlang der neuen Ortsumfahrung wird zudem eine Schutzmulde errichtet, die den Ort vor Hochwasser des Wehrbachs schützen soll. Diese beginnt südlich des Ortes und leitet im Hochwasserfall das Wasser um den Pürgener Ortsteil herum bis zum Hofstetter Frauenwald, sofern das Wasser nicht schon in der Mulde versickert. In Lengenfeld gab es immer wieder Probleme mit Oberflächenwasser, das aus Richtung Thaining und Vilgertshofen nach Norden fließt.

Eine Wand schützt die Fledermäuse

Berücksichtigt wurde in den Planungen zudem, dass in dem Bereich Fledermäuse leben. Es wird eine Kollisionsschutzwand errichtet, damit diese nicht gegen vorbeikommende Autos oder Lkw fliegen. Die Wand hat laut Bürgermeister Flüß auch noch einen angenehmen Nebeneffekt für die Lengenfelder: Sie ist zugleich Lärmschutz. Insgesamt wird das Projekt - Hochwasserschutz eingerechnet - rund 13 Millionen Euro kosten, so Flüß. Die genaue Förderung sei noch unklar, es könnten aber bis zu 90 Prozent werden, so der Bürgermeister.

Die Regierung von Oberbayern hat die Stellungnahmen von zahlreichen Behörden, sonstigen Trägern öffentlicher Belange, anerkannten Vereinen sowie private Einwendungen im bisherigen Verfahren bereits geprüft und soweit wie möglich berücksichtigt. Der Planfeststellungsbeschluss muss nun mit den Planunterlagen noch einmal zwei Wochen ausgelegt werden. Dies passiert in den Verwaltungsgemeinschaften Pürgen und Reichling und in der Stadt Landsberg, heißt es in der Mitteilung der Regierung von Oberbayern. Werden keine Klagen dagegen erhoben, ist der Beschluss rechtskräftig.

Lesen Sie dazu auch: Durch Wald und Feld statt durchs Dorf

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