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Musik

25.05.2019

Der Wettbewerb wird in Litauen fortgesetzt

Dieses Foto stammt vom Jubiläumskonzert 2018 mit dem Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie im Landsberger Stadttheater.

Wolf-Durmashkin-Preis: Der in Landsberg initiierte Kompositionswettbewerb geht im Jahr 2020 in der Heimat des Komponisten weiter. Wird eine Landsberger Ausstellung bald in New York gezeigt?

Genau ein Jahr nach der Internationalen Jüdisch-Deutschen Woche vom Mai 2018 in Landsberg steht fest: Es war kein einmaliges Ereignis, das Überlebende der KZ-Außenlager von Kaufering/Dachau und ehemalige Bewohner des DP-Lagers Landsberg sowie deren Kinder und Enkel am Lech zusammengebracht hatte. Der im Rahmen des Jubiläumskonzerts „70 Jahre Leonard Bernstein-Konzert und das jüdische DP-Orchester St. Ottilien“ durchgeführte „Wolf Durmashkin Composition Award“ (WDCA) wird 2020 fortgesetzt.

Das ist indes nur ein Ergebnis, mit dem die Initiatoren, die Journalistin Karla Schönebeck und Wolfgang Hauck von der sozio-kulturellen Organisation „dieKunstBauStelle“, soeben von zwei Reisen ins litauische Vilnius und in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt sind. Im März hatten beide bereits in der litauischen Hauptstadt erste Gespräche, unter anderem mit hochrangigen Vertretern der Litauischen Akademie für Musik und Theater, geführt. Außerdem hatte sie der ehemalige litauische Staatspräsident Vytautas Landsbergis empfangen und seine Unterstützung zugesagt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Litauische Akademie für Musik und Theater wird 2020 mit der Hochschule für Musik und Theater München den nach dem jüdisch-polnischen Komponisten Wolf Durmashkin benannten Musikpreis durchführen.

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Wolf Durmashkin, 1914 in Vilnius geboren, war Dirigent, Komponist, Chorleiter und Pianist. Er starb 1944 in einem Konzentrationslager in Estland, seine Schwestern Henia und Fania überlebten die KZ-Außenlager Kaufering/Landsberg und waren Mitglieder des DP-Orchesters.

„Es war naheliegend“, so Wolfgang Hauck und Karla Schönebeck, „den international mittlerweile viel beachteten WDCA in Vilnius fortzuführen. Dort liegen die Wurzeln der Musikerfamilie Durmashkin, und im Getto von Vilnius lebte letztmalig die reiche religiöse und jüdische Kultur auf, mit der sich vor allem der Name Vilnius als ,Jersualem Litauens’ verbindet.“

Die im Rahmen der Festwoche präsentierte Landsberger Ausstellung „Von Litauen nach Landsberg“ zeigen Hauck und Schönebeck soeben am Boston College. Dort verbleibt sie bis Herbst 2019, um dann an weiteren amerikanischen Universitäten gezeigt zu werden.

Nachdem Hauck und Schönebeck auch dem Museum of Jewish Heritage in New York ihre weiteren Pläne vorgetragen hatten, überlegt man nun, die zweite in Landsberg gezeigte Ausstellung „Musik und Holocaust“ dort gemeinsam fortzuentwickeln.

Gleichzeitig haben sowohl das Deutsche Generalkonsulat in New York als auch die litauische Vertretung in New York großes Interesse daran gezeigt, das Liberation-Konzert als Jubiläumskonzert – 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 2020 – aufzuführen.

Am 27. Mai 1945 hatten Überlebende des Holocaust mit diesem Konzert die Welt auf sich aufmerksam gemacht: „Wir sind noch da!“ Da die meisten Musiker ab 1948/49 nach Amerika auswanderten, bietet sich aus Sicht aller Beteiligten New York als Ort für dieses Jubiläumskonzert an.

In Washington trafen Karla Schönebeck und Wolfgang Hauck zudem Vertreter des United States Holocaust Memorial Museums sowie zahlreiche „Landsberger“. So nennen sich seit der Jüdisch-Deutschen Festwoche all jene, die aus Israel, Kanada und Amerika 2018 an den Lech gekommen waren. (lt)

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