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Der Zölibat ist überholt

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Kommentar Von Thomas Wunder
01.11.2017

Der Fall von Kaplan Joshy Augustine sorgt im Fuchstal für Wirbel. Die Haltung der Kirche zu Fällen wie diesem ist nicht mehr zeitgemäß.

Anfang des Jahres haben elf katholische Priester aus dem Rheinland in einem offenen Brief gegen den Zölibat Stellung bezogen. Einer der Unterzeichner sagte, es entstünden große Probleme, wenn ein Single in Ehelosigkeit leben müsse. Vor allem im Alter drohe Einsamkeit. Zudem sei die Ehelosigkeit von Anfang an eine Form für die Gemeinschaft, etwa im Kloster oder für eine Priestergemeinschaft, gewesen.

Aktuelle Diskussionen um den Zölibat bewegen sich vor allem um die Frage des Priestermangels. Dieser wird von der einen Seite als Argument für eine Neufassung des Zölibats in der katholischen Kirche ins Feld geführt, von der Gegenseite in seiner Aussagekraft jedoch bestritten. Ein Blick zur evangelischen Kirche, die keinen Zölibat hat, zeigt aber auch, dass das diesbezüglich nicht das Wundermittel ist.

Der Fall im Fuchstal zeigt, dass der Zölibat vor allem von der zwischenmenschlichen Seite gesehen werden muss. Entscheidet sich Kaplan Joshy für das Leben als Priester, bleiben Mutter und Kind für sich allein. Ein Kind wächst ohne Vater auf. Muss das heutzutage noch sein? Sicher nicht. Ein guter Vater und Ehemann kann auch ein guter Geistlicher sein. Der Zölibat ist überholt. Die katholische Kirche sollte es jedem Geistlichen freistellen, ob er danach leben will.

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