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Rathaus Geltendorf

07.05.2015

Der Zweite ist bis 22. Mai gefragt

Untertags ist der Schreibtisch von Wilhelm Lehmann im Geltendorfer Rathaus verwaist. Der Gemeindechef ist weiter krank und Stellvertreter Robert Sedlmayr kann nur morgens sowie abends nach der Arbeit kommen.
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Untertags ist der Schreibtisch von Wilhelm Lehmann im Geltendorfer Rathaus verwaist. Der Gemeindechef ist weiter krank und Stellvertreter Robert Sedlmayr kann nur morgens sowie abends nach der Arbeit kommen.
Bild: Thorsten Jordan

Bürgermeister Lehmann ist weiter krank. Stellvertreter Sedlmayr bekommt 60 Prozent des Gehalts, aber ist das genug?

Geltendorfs Bürgermeister Wilhelm Lehmann ist weiterhin im Krankenstand. Lehmann war am 10. März operiert worden, ein Routineeingriff an der Schulter, wegen Verschleißerscheinungen, wie er dem LT sagte. Normalerweise sollte ein Patient nach sechs bis acht Wochen Rekonvaleszenz wieder einsatzfähig sein, berichtet er. Als Reaktion auf die an sich geglückte Operation an der Schulter sei es bei ihm jedoch zu Komplikationen an der Hand gekommen.

„Ich habe ein Taubheitsgefühl in der rechten Hand, sie ist stark geschwollen und ich kann nicht richtig greifen.“ Außerdem leide er unter starken Schmerzen. Es bestehe die Gefahr, dass die Hand steif werde. „Solche Komplikationen treten bei einem von 1000 Patienten auf.“ Somit ist nun neben dem Orthopäden auch der Neurologe mit Lehmanns Therapie beschäftigt und es steht eine kleinere Operation an der Hand an. Der Bürgermeister ist bis zum 22. Mai krankgeschrieben.

Lehmanns schaut zwar manchmal im Rathaus vorbei, um auf dem Laufenden zu sein, betont aber, dass es ihm wichtig ist, deutlich zu machen, dass Zweiter Bürgermeister Robert Sedlmayr im Augenblick die Verantwortung trägt. „Ich hoffe aber, dass ich bald wieder da bin.“

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Sedlmayr bestreitet derzeit also eine besonders lange Phase der Stellvertretung und dies vor dem Hintergrund, dass die Auseinandersetzungen über seine Vergütung als Zweiter Bürgermeister noch nicht abgeschlossen sind. Die Arbeit mache ihm Freude, vor allem die Zusammenarbeit im Rathaus. „Das ist ein sehr engagiertes und junges Team“, sagt Sedlmayr. Es sei spannend, auch eigenen Akzente zu setzen, beispielsweise der Vortrag von Wolfgang Buttner im Gemeinderat über Energieeffizienz bei der gemeindlichen Beleuchtung (LT berichtete). Mehr involviert zu sein, wünscht sich Sedlmayr auch in Zukunft: „Die Zusammenarbeit zwischen Erstem und Zweitem Bürgermeister könnte intensiver und besser sein.“

„Das Rennrad bleibt jetzt aber meist daheim stehen“, erzählt der begeisterte Radfahrer, der sein Stellvertreteramt neben seiner Arbeit in einer Bank leistet. „Ich komme vorher und nachher in die Verwaltung.“ Wie viele Stunden er als Stellvertreter beschäftigt sei, könne er nicht sagen. „Das ist situationsbedingt.“

Für die Vergütungsfrage ist dies jedoch ausschlaggebend: Bemessen werden soll das Salär für den Zweiten Bürgermeister nach „tatsächlicher Inanspruchnahme“, so die Formulierung im Gesetz, wie Andreas Graf von der Rechtsaufsicht im Landratsamt erläutert. Nachdem Sedlmayr wie berichtet im vergangenen Jahr, die Entscheidung des Gemeinderates in dieser Frage nicht akzeptiert hatte, hatte das Landratsamt per Bescheid festgelegt, dass Sedlmayr im Vertretungsfall 60 Prozent des Bürgermeistergehalts (A16, Endstufe) zustehen und monatlich 150 Euro für die Vertretungsdienste, die er parallel zur Arbeit des Ersten Bürgermeisters übernimmt. Folgt man dem Besoldungsrechner Öffentlicher Dienst im Internet, erhält Sedlmayr 60 Prozent eines Monatsbrutto von 6618,58 Euro und 150 Euro, das heißt rund 4120 Euro.

Ob dies angemessen ist – Sedlmayr verweist darauf, dass der Zweite Bürgermeister in der Vergangenheit 300 Euro Monatspauschale und 70 Prozent des Bürgermeistergehalts erhalten hatte – muss derzeit die Regierung von Oberbayern prüfen. Der Widerspruch von Sedlmayrs Anwalt liegt noch in München. Eine auch für Andreas Graf spannende Entscheidung: „Ich habe in der mir bekannten Literatur keinen Präzedenzfall gefunden.“

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