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Kreis Landsberg

01.07.2015

Der alte Schienenbus kehrt zurück

Etwa 60 Jahre alt ist der Schienenbus der Baureihe „VT 98“. 

Zum Landsberger Ruethenfest sind auf der Fuchstalbahn-Strecke Sonderfahrten geplant.

Verwundert die Augen gerieben haben dürften sich manche ältere Anwohner auf der Fuchstalbahnstrecke zwischen Landsberg und Schongau. Wie zuletzt am 2. Juni 1984, dem Tag der Einstellung des Personenverkehrs, tuckerte nun erstmals wieder ein Schienenbus der Baureihe „VT98“ an ihnen vorbei. Mit diesem historischen Fahrzeug wird die „Initiative Fuchstalbahn“ am 25. und 26. Juli auch die Sonderfahrten zum Ruethenfest in Landsberg durchführen.

Das Fahrzeug zu buchen, war das kleinere Problem, berichtet Tyll-Patrick Albrecht, der Vorsitzende der Initiative. Denn Bernd Heinrichsmeyer, ehemaliger Betreiber der Hochwaldbahn und Sächsisch-Böhmischen Eisenbahngesellschaft, verfügt über gleich mehrere intakte Zugpaare, die bis zum Jahr 2010 sogar im Bereich Zittau im fahrplanmäßigen Einsatz standen. Die VT-98-Triebwagen wurden zwischen 1953 und 1962 gebaut und von der Deutschen Bahn vor 15 Jahren ausgemustert.

Ein Problem war allerdings, das Fahrzeug von seinem Standort Hermeskeil bei Trier nach Schongau zu überführen. Albrecht, der die Bahnabläufe gut kennt, benötigte viele Stunden am Telefon, um die Freigaben der einzelnen Bahnstrecken zu ermöglichen. Bernd Heinrichsmeyer und ein zweiter Lokführer saßen dann elf Stunden am Steuerpult, bis der Zug in Schongau angelangt war.

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Seinen ersten Einsatz erlebte der Schienenbus am vergangenen Wochenende bei einer besonderen Charterfahrt. Ein Mitglied der Initiative Fuchstalbahn und Eisenbahnfreund aus Weilheim hatte anlässlich seines 50. Geburtstages gut 150 Nachbarn, Arbeitskollegen und Freunde zu einer Rundfahrt auf der Ammerseebahn nach Landsberg eingeladen. Nach einer Kaffeepause ging es auf die Fuchstalstrecke. Einschließlich der Fotostopps und einer Pause am Bahnhof in Denklingen, um den heißgelaufenen Motor zu kühlen, benötigte man etwa 100 Minuten für diese 28 Kilometer Strecke. In Schongau standen dann noch Stadtführungen und das Abendessen im Bräuhaus auf dem Programm und in der späten Nacht legte man den letzten Abschnitt nach Weilheim zurück.

Zum Ruethenfest werde man am Samstag vier Mal in jede Richtung und am Sonntag drei Mal unterwegs sein, informiert Albrecht. Der genaue Fahrplan werde noch veröffentlicht. Schon jetzt empfiehlt er Interessenten jedoch, den frühen Zug für die Hinfahrt und den späteren für die Rückfahrt zu nutzen, da man mit entsprechend großem Andrang rechne. Insgesamt stehen in den drei Wagen etwa 170 Sitzplätze zur Verfügung.

Als weitere Sonderfahrt wird man am 28. Juli für das Gymnasium in Schongau drei Fahren in Richtung Landsberg und zurück organisieren. Am 1. August soll es noch einmal öffentliche Sonderfahrten geben. An diesem Samstag findet in Landsberg der süddeutsche Töpfermarkt statt. Danach wird das Fahrzeug im Bahnpark Augsburg abgestellt. Für September sind weitere Aktivitäten vorgesehen.

Nicht geklappt hat hingegen das in einem Zug geplante „Speed-Dating“ für Ausbildungsplatzsuchende der Industrie- und Handelskammer. Er habe dem Gremium die Nutzung der Triebwagen angeboten, berichtet Tyll-Patrick Albrecht, dieses wollte aber lieber einen modernen Zug nutzen. Nun sei die Veranstaltung mangels Nachfrage ganz abgesagt worden. Die historischen Fahrzeuge hätten die Jugendlichen sicher eher angesprochen, bedauert er diese Entwicklung.

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